Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0507/39218.html    Veröffentlicht: 13.07.2005 12:10    Kurz-URL: https://glm.io/39218

Infineon auf dem Weg zum Billig-Handy mit AAA-Akkus

Auch neuer Handy-Chipsatz von Infineon soll neue Märkte erschließen

Am Rennen um die günstigsten Handy-Chips beteiligt sich nun auch Infineon - das Unternehmen will die Produktionskosten für Mobiltelefone mit seinen eigenen Chips unter 20 US-Dollar drücken. "Etwa 3,5 Milliarden Menschen leben heute in Gebieten mit Mobilfunkabdeckung, können sich aber kein eigenes Handy leisten", so Infineon - und hofft wie die Konkurrenz darauf, diesen Markt bedienen zu können.

Derzeit liegen die Produktionskosten für besonders günstige Handys laut Infineon bei rund 35,- US-Dollar - mit der neuen Chip-Plattform für "Ultra-Preiswert-Handys" soll sich dies auf knapp unter 20,- US-Dollar senken lassen. In diesen Kosten sind das komplette Telefon mit Tastatur und Display, eine Software für SMS- und Telefonfunktion sowie Akkus, Ladegerät, Gebrauchsanweisung und Verpackung enthalten.

Das Besondere dabei: Es kommen handelsübliche wiederaufladbare Standard-Akkus zum Einsatz, wie etwa Nickel-Metallhydrid-(NiMH-)AAA-Mikrozellen. Damit will Infineon eine Stand-by-Zeit von mehr als zehn Tagen und eine reine Sprechzeit von über vier Stunden erreichen. Auf "technische Spielereien wie z.B. Kamerafunktion, Aufnahme und Abspielen von Videosequenzen, Internet-Browser oder Handy-Spiele" verzichtet Infineon eigenen Angaben zufolge ebenso wie auf einen Lithium-Ionen-Akku.

Ein Billig-Mobiltelefon mit Infineons neuer Technik soll auf weniger als 100 elektronische Komponenten kommen - im Gegensatz zu bisher etwa 150 bis 200. Möglich wird dies durch einen Infineon-Baustein, der den Prozessor sowie die Sende- und Empfangselektronik in sich vereint. Damit können einige Kondensatoren, Filter und Widerstände entfallen und der Platzbedarf für den elektronischen Teil im Handy-Inneren um ein Drittel auf etwa 3 Quadratzentimeter gesenkt werden.

Ab dem ersten Quartal 2006 ist Infineons Plattform in Serienproduktion geplant. Infineons Ultra-Preiswert-Handys könnten wenige Monate darauf weltweit im Handel sein, so das Unternehmen. Dabei ist Infineon nicht das erste Unternehmen, das günstige Handy-Chips in Aussicht stellt - die GSM Association (GSMA) und Motorola wollen jeweils Handys für nicht ganz so eindrucksvolle 30,- US-Dollar ermöglichen, während Philips nicht nur die 20-US-Dollar, sondern schon bald die 15-US-Dollar-Marke unterschreiten will. Auch hier konzentriert man sich jeweils auf Basisfunktionen von Handys.  (ck)


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Links zum Artikel:
Infineon Technologies (.com): http://www.infineon.com

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