Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0507/39135.html    Veröffentlicht: 11.07.2005 16:10    Kurz-URL: https://glm.io/39135

Spieletest: Destroy All Humans - Witziger Sci-Fi-Thrash

Ungewöhnlicher Action-Titel von THQ

Hand aufs Herz: Wer hat sich nicht schon mal gewünscht, dass in Science-Fiction-Filmen am Ende nicht strahlende Helden wie Tom Cruise, Will Smith oder Bruce Willis die Erde retten, sondern stattdessen die Außerirdischen den Sieg davontragen? Eben. Destroy All Humans gibt einem jetzt die Möglichkeit dazu, endlich auch mal die grünen (respektive grauen) Männchen zu ihrem Recht kommen zu lassen.

Destroy all Humans (PS2/Xbox)
Destroy all Humans (PS2/Xbox)
Von Beginn an lässt Destroy All Humans keinen Zweifel daran, dass hier der Humor im Mittelpunkt steht - angefangen beim Intro-Nachrichtensprecher in Schwarz-Weiß über die bizarre Hintergrundgeschichte bis hin zu den klischeehaft einem 50er-Jahre-US-Serienidyll entstammenden Menschen: Hier atmet alles den Geist solcher Scifi-Komödien wie Mars Attacks. In der Rolle des kleinen Außeriridischen Crypto reist man mit seiner Untertasse auf die Erde, um wertvolle DNS einzusammeln - der eigenen Rasse droht sonst nämlich die Degenerierung und so dann früher oder später die Auslöschung. Da die Erdenbewohner ihre DNS naturgemäß aber nicht freiwillig hergeben, muss eben ein bisschen nachgeholfen werden: Zuerst wird die Bevölkerung angegriffen, erledigt und dann - per simplen Knopfdruck - ihr Gehirnstamm aus dem Kopf extrahiert. Klingt eklig, sieht aber sehr unterhaltsam aus - wie so vieles in diesem Spiel.

Screenshot #1 (Xbox)
Screenshot #1 (Xbox)
Auch wenn man als Alien natürlich mit schicken Waffen wie einer Laserkanone ausgerüstet ist, gestaltet sich der DNS-Klau oft ganz schön anstrengend - gerade Farmbesitzer oder Polizisten greifen auch schon mal zur Schrotflinte und bescheren dem eigenen Energieschild so schmerzliche Schäden. Gut, dass Extras wie etwa Anal-Sonden zur Verteidigung bereitstehen - hat man die dem Angreifer in den Allerwertesten gejagt, ist er mehr damit beschäftigt, sein Hinterteil festzuhalten als dem armen Alien eins überzubraten.

Screenshot #2 (Xbox)
Screenshot #2 (Xbox)
Crypto kann aber noch mehr - etwa Objekte und Personen scannen und ihre Gedanken lesen. Lesenswerte Dialoge gibt es haufenweise, aber auch die weniger ausführlichen (etwa die "Muh"-Gehinrströme einer Kuh) sind recht witzig. Toll ist auch die Telekinese: Per simplen Knopfdruck lässt sich so einiges in die Luft heben und dann wild in der Gegend umherschleudern.

Rücken die Menschen in Scharen an, kann unser kleines Alien das Ganze nicht mehr mit Handfeuerwaffen lösen - da empfiehlt es sich dann, im eigenen Ufo Platz zu nehmen und von dort aus Angst und Zerstörung zu säen; praktisch alle Szenarien sind zerstörbar und hinterlassen beim Beschuss nette Explosionen und Brandkrater.

Screenshot #3 (Xbox)
Screenshot #3 (Xbox)
Da sich trotz der vielfältigen Optionen die alleinige Action auf Dauer wahrscheinlich etwas monoton gestaltet hätte, haben die Entwickler zusätzlich eine ganze Reihe witziger Missionen eingebaut. Da geht es dann unter anderem darum, einen Showmaster zu entführen, um so dann Einfluss auf das amerikanische TV-Publikum nehmen zu können. Später kann Crypto dann auch ins Menschenkostüm schlüpfen - unterhaltsame Szenen sind da programmiert, zumal neben den anfänglichen Land- und Stadtszenarien unter anderem auch Alien-Forschungsstationen aufgesucht werden müssen.

Screenshot #4 (Xbox)
Screenshot #4 (Xbox)
Zu kritisieren gibt es an Destroy All Humans nicht viel: Der Bildaufbau der - ansonsten recht hübschen - Grafik ist manchmal etwas behäbig; Einsteiger werden sich zudem über die etwas missglückte Speicheroption ärgern - Savepoints gibt es definitiv zu wenige, stirbt man in einem unglücklichen Moment, muss die komplette Mission neu begonnen werden. Ansonsten stimmt hier aber nicht nur das Gameplay, sondern auch die Verpackung - Sprachausgabe, Sounds und Charakter-Design sind allesamt liebevoll und schlüssig gelöst.

Destroy All Humans ist für die PlayStation 2 und die Xbox erhältlich. Die USK-Freigabe liegt bei 16 Jahren.

Fazit:
Es wäre THQ zu wünschen, dass sie mit Destroy All Humans einen absoluten Verkaufserfolg landen - das Spiel hebt sich wohltuend vom Action-Einerlei ab und wartet neben vielen Überraschungen mit grandiosem Humor und unzähligen skurrilen Szenen auf. Wer Filme wie Mars Attacks liebt, braucht dieses Spiel!  (tw)


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Links zum Artikel:
Destroy All Humans: http://www.destroyallhumans.de/
THQ: http://www.thq.de

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