Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0506/38860.html    Veröffentlicht: 26.06.2005 22:03    Kurz-URL: https://glm.io/38860

Entwickelt Nvidia einen Grafik-Coprozessor?

Neues Patent nährt Spekulationen

Ein bereits im Dezember 2003 eingereichtes und nun anerkanntes US-Patent von Nvidia sorgt derzeit unter Grafik-Fans für Diskussionen. Die Schrift könnte für einen Grafik-Präprozessor oder auch die Verbindung mehrerer Grafikkerne dienen.

Das am 16. Juni 2005 anerkannte Patent ist auf den Servern des US-Patentamts einsehbar. Es beschreibt ein Verfahren, um einen "Spezialprozessor", wie etwa eine GPU oder einen die GPU steuernden Treiber durch mindestens einen Coprozessor zu unterstützen. Trotz zahlreicher Diagramme ist das Patent als eher vage einzuordnen. Die Struktur des Systems erinnert dabei an die Methode, wie bereits SGI in Hardware gegossene Spezialfunktionen in seinen Itanium-Systemen implementiert.

Bei SGI hängen Chips mit speziellen Rechenfunktionen an einem "Hub", welcher der Northbridge eines herkömmlichen PC-Chipsatzes ähnelt. Der Prozessor hat über diesen Hub auf die zusätzlichen Rechenwerke Zugriff. Derartige Konstrukte brauchen natürlich Unterstützung von Software, welche den Allzweck-Prozessor und die Sonderchips gezielt ansprechen muss.

Ähnlich sieht auch das Nvidia-Patent aus. Hier soll der Grafiktreiber selbst entscheiden, ob der Coprozessor oder die GPU eine gerade benötigte Funktion schneller abarbeiten kann. Je nach Sichtweise kann der Coprozessor eine Art Präprozessor für 3D-Daten sein oder aber auch gleich eine vollwertige GPU. Präprozessoren werden beispielsweise in der wissenschaftlichen Bildverarbeitung oder früher auch in Laserdrucken mit Postscript eingesetzt.

Durch die Allgemeinheit des Patents hat sich in diversen Foren eine lebhafte Diskussion entwickelt. Einige Teilnehmer, etwa bei 3DCenter.de, sind gar der Meinung, Nvidia hätte durch das erteilte Patent die Rechte an jeder Verbindung von GPUs - und insbesondere möglichweise an ATIs Crossfire, bei dem die GPUs durch einen eigenen Chip synchronisiert werden. 3DCenter-Nutzer Demiurg sieht das Patent nur als einen Teil von etwas anderem - der Möglichkeit, dass Nvidia die Grafikkerne von Mainboards mit integrierten Chipsätzen zur Unterstützung für die Grafikkarte nutzen will.

Andere wie bei Beyond3D glauben eher, dass einer der acht Kerne des Cell-Prozessors in der PlayStation3 als Coprozessor für den dort von Nvidia stammenden Grafikchip dienen könnte. [von Nico Ernst]  (ck)


Verwandte Artikel:
Wacom Cintiq Pro Engine: Steckkassette macht Stiftdisplay zum Grafiker-PC   
(28.02.2018, https://glm.io/133061 )
HP Omen X VR im Test: VR auf dem Rücken kann nur teils entzücken   
(20.02.2018, https://glm.io/132852 )
Konami: Metal Gear Survive und Bildraten für Überlebenskünstler   
(19.02.2018, https://glm.io/132845 )
Quartalszahlen: Nvidia erreicht neuen Umsatzrekord   
(09.02.2018, https://glm.io/132678 )
Geforce Now (Beta) im Test: Es läuft rund und streamt hübsch   
(08.02.2018, https://glm.io/132384 )

Links zum Artikel:
Nvidia (.com): http://www.nvidia.com

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/