Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0506/38664.html    Veröffentlicht: 16.06.2005 09:55    Kurz-URL: https://glm.io/38664

Kabel Deutschland will Free-TV verschlüsseln

Privatsender sollen aber weiterhin ohne monatliche Gebühren zu sehen sein

In Anbetracht der Warnung durch die Verbraucherzentrale Bundesverband, frei empfangbare Fernsehsender wie RTL, Sat1 oder Pro Sieben könnten im Kabelnetz bald verschlüsselt werden, versucht Kabel Deutschland nun, die Wogen zu glätten. Zwar sei eine Verschlüsselung der Programme bei der digitalen Verbreitung geplant, zur Kasse will man die Kunden dafür aber nicht bitten.

Kabel Deutschland will seinen Kunden möglichst bald alle Fernsehsender im Kabelnetz auch digital anbieten. Wenn sich im Rahmen dieser Digitalisierung des Kabelnetzes und der digitalen Einspeisung aller Fernsehsender die Möglichkeit ergibt, "im Einvernehmen mit den Marktteilnehmern die Adressierbarkeit des Kabelnetzes zu realisieren, dann wird Kabel Deutschland dies tun und somit alle seine Kunden kennen", heißt es in einer Stellungnahme.

Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF seien bereits seit längerem mit ihren beiden digitalen Programmbouquets im digitalen Fernsehen zu sehen und auch die ersten privaten Sender werden bereits digital ausgestrahlt. Die Verhandlungen mit den anderen privaten Sendern zur digitalen Ausstrahlung laufen derzeit. Sowohl die öffentlich-rechtlichen als auch die privaten Sender, also frei empfangbares Fernsehen, soll dabei keinesfalls in einem Abo-Paket mit monatlichen Entgelten angeboten werden.

Aber auch beim digitalen Fernsehen könne man außer der Tatsache, dass der Kunde Kabelkunde ist und eventuell ein Programmpaket abonniert hat, keine weiteren Informationen über die Sehgewohnheiten oder Präferenzen des Kunden in Erfahrung bringen, unterstreicht Kabel Deutschland.

Ist ein Digital-Receiver vorhanden, sollen Fernsehzuschauer mit einem Kabelanschluss von Kabel Deutschland für ein einmaliges Freischaltentgelt in Höhe von 14,50 Euro das freie digitale Angebot nutzen können. Weitere monatliche Kosten gibt es dafür keine. Diese fallen nur für zusätzliche Pay-TV-Angebote an.

Anders als z.B. beim digitalen terrestrischen Fernsehen (DVB-T) will Kabel Deutschland die analoge Einspeisung der öffentlich-rechtlichen und privaten Sender nicht abschalten, sondern lässt digitales und analoges Fernsehen parallel laufen. "Erst wenn sich die Kabelkunden an das digitale Fernsehen gewöhnt haben und alle frei empfangbaren Sender digital zu sehen sind, wird das analoge Angebot im Kabelnetz sukzessive reduziert", heißt es von Seiten Kabel Deutschlands.  (ji)


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