Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0505/38322.html    Veröffentlicht: 31.05.2005 14:38    Kurz-URL: https://glm.io/38322

Spieletest: Pariah - Shooter mit Unreal-Engine, aber ohne KI

Für PC und Xbox erhältlich

Nach kleineren Verzögerungen haben die Entwickler von Groove Games den die Unreal-Engine nutzenden Shooter Pariah wirklich wie angekündigt Anfang Mai 2005 fertig gestellt. Action-Fans können sich auf ein toll aussehendes Spiel freuen, das aber leider in Sachen KI und Gameplay einige Mängel aufzuweisen hat.

Pariah (PC, Xbox, PS2)
Pariah (PC, Xbox, PS2)
Die Story des in einem Science-Fiction-Szenario angesiedelten Titels ist schnell erzählt: In der Rolle des Arztes Dr. Jack Mason gilt es, nach einem Absturz mit einer virusverseuchten Patientin möglichst schnell von der Erde zu flüchten, bevor die überwachende Orbitalstation den nur noch als Gefängnis dienenden Planeten komplett entseucht. Die Geschichte dreht sich um außer Kontrolle geratene Biowaffen und die beiden Protagonisten, die um ihr Überleben kämpfen. Das Ganze ist stellenweise sehr klischeehaft - Frau rennt weg, Mann muss sie finden und retten - stellenweise wirr, manchmal aber auch recht interessant gestaltet. Schön ist zumindest, dass der Hauptheld nicht der typische unbesiegbare Titan, sondern ein eher gewöhnlicher Durchschnittstyp ist.

Screenshot #1 (PC)
Screenshot #1 (PC)
Im Vorfeld wurde eine Mischung aus Stealth- und Action-Titel versprochen, letztendlich liegt die Betonung aber klar auf der Action - man ballert sich auf äußerst lineare Art und Weise durch Innen- und Außenlevel, schaltet Geschütze aus, rüstet die (wenigen) Waffen auf, umgeht Minenfelder oder sucht Schalter, um Räume oder Brücken entriegeln und betreten zu können.

Screenshot #2 (PC)
Screenshot #2 (PC)
Am enttäuschendsten sind dabei sicherlich die Gefechte, denn die Kontrahenten - von denen es ebenfalls nur eine Hand voll unterschiedlicher Charaktere gibt - geben sich keine große Mühe, dem Spieler das Leben schwer zu machen: Entweder bleiben sie stur auf ihrer Position stehen oder sie verlassen ihre Deckung, laufen zu Punkt A, schießen, rennen zurück in ihre Deckung - und wiederholen dieses Spiel so lange, bis man die Nase voll hat und sie ins virtuelle Jenseits befördert. Manche Zeitgenossen hingegen bemerken den Spieler erst, wenn er praktisch direkt vor ihnen steht - Spannung geht anders.

Was den Schwierigkeitsgrad dennoch ein wenig erhöht, ist die beständig knappe Munition, die auch für das Heilungsgerät benötigt wird. Mit dem lässt sich die Energieanzeige wieder aufladen, wobei diese in mehrere Kästchen aufgeteilt ist - bleibt im jeweiligen Kästchen nach einem Angriff noch Rest-Energie übrig, regeneriert sich diese mit der Zeit auch wieder.

Screenshot #3 (PC)
Screenshot #3 (PC)
Wer sich beim Betrachten der Screenshots, Teilen der Story oder dem grundsätzlichen Gameplay an Halo erinnert fühlt, liegt richtig - Pariah versprüht über weite Strecken eine ähnliche Atmosphäre wie der Bungie-Titel. Zudem gibt es eine ganze Reihe weiterer Parallelen wie etwa Fahrzeuge, die sich von Zeit zu Zeit nutzen lassen. Auch hier zieht Pariah aber klar den Kürzeren: Alles fühlt sich weniger durchdacht, weniger komplex, weniger zu Ende entwickelt an.

Screenshot #4 (PC)
Screenshot #4 (PC)
Zumindest optisch kann Pariah aber über weite Strecken brillieren: Die Grafik sieht extrem gut aus, die Nutzung der aktuellen Unreal-Engine hat sich voll und ganz bezahlt gemacht. Auch die Physik-Engine verrichtet zufrieden stellend ihren Dienst.

Screenshot #5 (PC)
Screenshot #5 (PC)
Neben der Einzelspieler-Kampagne wartet Pariah noch mit einigen Multiplayer-Optionen auf, die in Sachen Spielmodi und Maps dem Genre-Durchschnitt entsprechen und wenig Neues zu bieten haben.

Pariah ist für PC (hier getestet) und Xbox erhältlich - später soll auch eine PlayStation-2-Version folgen. Das Spiel hat von der USK keine Jugendfreigabe erhalten.

Fazit:
Pariah sieht toll aus, keine Frage, und zumindest für eine kleine Shooter-Runde zwischendurch macht es auch durchaus Spaß. Insgesamt mangelt es dem Titel aber ganz klar an Feinschliff: Die Gegner sind zu dumm, die Aufgaben zu stereotyp, die Geschichte nicht spannend genug. Mehr als solide Durchschnittskost wird hier also kaum geboten.  (tw)


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Links zum Artikel:
Digital Extremes (.com): http://www.digitalextremes.com/
Flashpoint: http://www.flashpoint.de/
Pariah - Offizielle Website zum Shooter (.com): http://www.pariahgame.com

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