Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0505/38092.html    Veröffentlicht: 17.05.2005 20:07    Kurz-URL: https://glm.io/38092

Revolution: Abwärtskompatibel, nicht nur zum GameCube (Upd.)

Nintendo will neue Zielgruppen ansprechen, die bisher nicht spielen

Nintendo setzt mit seiner "Revolution" getauften Konsole voll auf Abwärtskompatibilität und meint damit nicht nur den GameCube. Spieler sollen auf Titel aus den 20 Jahren Spielegeschichte zurückgreifen können - während Nintendo gleichzeitig die Zukunft im Auge hat. Zwar verzichtet Nintendo auf eine Festplatte, stattet die Konsole aber mit integriertem Flash-Speicher aus.

Revolution
Revolution
Im Vergleich zu Xbox 360 und PlayStation 3 ist Nintendos Revolution zunächst einmal klein, nur etwas größer als drei DVD-Hüllen und sieht aus wie eine externe PC-Festplatte mit der Form einer überdimensionalen SD-Card. Auf der E3 zeigt Nintendo die Prototypen der Konsole in verschiedenen Farben.

Die Konsole wird abwärtskompatibel sein und alle GameCube-Spiele unterstützen. Damit aber nicht genug, aus dem Internet sollen sich zudem Spiele für den GameCube und ältere Nintendo-Plattformen nachladen lassen, dazu zählen Spiele für das Nintendo 64, das Super Nintendo Entertainment System (SNES) und auch das Nintendo Entertainment System (NES). Kostenpflichtig angeboten werden sollen auch Erweiterungen - Charaktere und neue Level - für Revolution-Titel.

Revolution
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Für Erweiterungen greift die Revolution auf SD-Speicherkarten zurück, durch die Spieler den internen Flash-Speicher der Konsole von 512 MByte erweitern können. Eine Festplatte steckt demnach nicht in dem kompakten Gerät.

Wie bereits vorab bekannt war, wird die Revolution normale 12-cm-Medien - "Revolution-Discs" und DVD-Spielfilme - ebenso verarbeiten wie die kleineren GameCube-Scheiben. Dazu hat Nintendo einen speziellen Selbstlader entwickelt, der beide Formate aufnimmt. Zur DVD-Wiedergabe wird offenbar ein Zubehör benötigt.

Revolution
Revolution
Kern der Konsole ist ein von IBM entwickelter Prozessor mit Codenamen "Broadway", der Grafikchip kommt von ATI und hört auf den Codenamen "Hollywood". Details zu den Chips nannte Nintendo bislang aber nicht. Zudem wird Revolution über zwei USB-Ports und WLAN verfügen.

Letzteres will Nintendo über die "Nintendo Wi-Fi Connection" eng mit Spielen verzahnen, schon zum Start sollen einige entsprechende Titel zu haben sein. Das geplante Online-Netz und seine Mehrspieler-Vermittlung scheint an Microsofts Xbox Live angelehnt. Wie bei der Xbox 360 und der PS3 setzt auch Nintendo auf drahtlose Controller - zeigte bisher aber kein Bild davon.

Erklärtes Ziel von Nintendo ist es, mit der Revolution neue Zielgruppen zu erreichen. Dabei spricht Nintendo von Casual-Gamern und solchen, die sich heute noch gar nicht als Spieler begreifen - und versucht sich damit inhaltlich von der Konkurrenz abzuheben. Nintendo hat bereits angekündigt, dass unter den Revolution-Spielen auch die bekannten Marken wie Mario, Zelda, Super Smash Bros., Donkey Kong und Metroid zu finden sein werden.

Einen Umbruch scheint Nintendo mit der Konsole wirklich zu planen: Es sollen nicht nur große Projekte eine Chance haben, auf der Revolution zu landen, sondern auch unabhängige Entwickler mit "großen Ideen". Man darf gespannt sein, ob das einen freieren Zugang zu Entwickler-Kits und Unterstützung bei der Online-Distribution beinhaltet. Derartiges ist im Konsolenbereich bisher eher ein Wunschtraum von Hobbyisten gewesen, sieht man einmal von einigen halbherzigen Versuchen wie der Net Yaroze ab.

Der Revolution-Verkaufsstart ist für 2006 geplant, vermutlich wird man Sonys für das Frühjahr 2006 angekündigter PS3 den Vortritt lassen. Die Xbox 360 erscheint bereits Ende 2005.  (ji)


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