Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9907/3801.html    Veröffentlicht: 07.07.1999 08:49    Kurz-URL: https://glm.io/3801

EnBW weitet Internet Powerline Tests aus

Auf der Grundlage durchweg positiver Ergebnisse des Digital Powerline-Tests mit bislang 20 Nutzern in Herrenberg hat die EnBW Energie Baden-Württemberg AG den Versuch "Internet über das Stromkabel" auf zwei weitere Testgebiete mit 200 Anwendern ausgeweitet. Einbezogen in den Test werden jetzt auch Pilotkunden in Pfinztal-Berghausen (Karlsruhe) und in Sinsheim.

Den Nutzern werden umfangreiche Daten- und Internetservices wie E-Mail, Download, Upload, spezielle Infoangebote - beispielsweise zur Erwachsenenbildung -, Online-Shopping, eCommerce, Internetinfos, deren Übertragung der Infoanbieter zahlt und weitere Leistungen angeboten. EnBW will so einer breiten Markteinführung ein gutes Stück näher kommen.

Bereits seit Dezember 1998 laufen in einem gemeinsamen Projekt der EnBW und tesion, einer Tochtergesellschaft von EnBW und Swisscom, Feldtests in 20 Haushalten im Raum Herrenberg zur Nutzung der örtlichen Stromnetze für die Datenübertragung. Die Kunden nutzen eine Internet-Standleitung von bis zu 1 Mbit/s in beide Richtungen.

Um Kunden über Powerline an das Internet anzuschließen, wird eine Verbindung zwischen Telekommunikations- und Niederspannungsnetzen hergestellt. Diese Anbindung erfolgt über eine eigene Infrastruktur von EnBW und tesion. Die Daten werden über Glasfasernetze von tesion zur Umspannstation der EnBW-Regionalgesellschaft und von dort über Kupferleitungen via HDSL zum Ortsnetztrafo geleitet. Dort erfolgt die Einkopplung der Daten. Vom Ortsnetztrafo gelangen die Daten über das EnBW-Niederspannungsnetz zum Kunden, werden am Stromzähler über eine dort eingebaute Koppeleinheit abgegriffen und über ein "Powerline Modem" sowie ein separates Kabel zum PC übertragen. Beim Kunden selbst genügt ein handelsüblicher PC mit einer Standard Netzwerkkarte oder einer USB-Schnittstelle.  (ji)


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