Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0504/37559.html    Veröffentlicht: 19.04.2005 10:36    Kurz-URL: https://glm.io/37559

Opera 8.0 - Per Sprachbefehl im Internet surfen

Web-Browser mit stark überarbeiteter Oberfläche

Nach etlichen Vorabversionen steht Opera 8.0 als Final-Version für die Plattformen Windows, Linux, FreeBSD und Solaris zum Download bereit. Die Windows-Version gibt es bereits mit deutschsprachiger Oberfläche. Als wesentliche Neuerung bietet Opera 8.0 nun eine Sprachsteuerung, die allerdings nur in der Windows-Version zu finden ist. Auf allen Plattformen erhielt die Oberfläche massive Veränderungen, womit die Effizienz und die Übersichtlichkeit der Software verbessert werden soll.

Opera 8.0
Opera 8.0
Zunächst hatte Opera Software dem neuen Browser die Versionsnummer 7.60 verpasst und eine Reihe von Vorabversionen dafür veröffentlicht, nachdem die Software später die Version 8.0 bekam. Mit der Erhöhung der Versionsnummer vor dem Punkt wollen die Norweger dokumentieren, dass es umfangreiche Änderungen an dem Browser gegeben hat.

Opera 8.0
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Eine aufsehenerregende Neuerung in Opera 8.0 stellt die Möglichkeit dar, nicht nur den Browser mit Sprachbefehlen zu steuern, sondern auch per Stimme in Webseiten zu navigieren. Allerdings bleibt diese Funktion auch in den Final-Versionen Nutzern von Opera 8.0 vorbehalten, die den Browser mit Windows 2000 oder XP nutzen. Den Opera-Versionen für andere Plattformen fehlt diese Möglichkeit somit weiterhin. Außerdem versteht die Sprachsteuerung weiterhin nur englischsprachige Kommandos und kommt nicht mit anderen Sprachen klar.

Opera 8.0
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Wann andere Sprachen unterstützt werden, hängt vor allem von Operas Kooperationspartner IBM ab, wie Opera-CEO Jon S. von Tetzchner im Gespräch mit Golem.de verriet.

Für den Einsatz der Sprachsteuerung in Opera 8.0 müssen zunächst weitere Daten nachgeladen werden, weil der Hersteller die Daten nicht in das Programm integriert hat, um das Download-Archiv kompakt zu halten. Dadurch müssen nur die Anwender die Sprachkomponenten herunterladen, die diese auch einsetzen wollen. Dies erfolgt nach Rückfrage, sobald die Sprachsteuerung in den Optionen von Opera eingeschaltet wurde.

Opera 8.0
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Nach erfolgreicher Installation der Sprachsteuerfunktionen lässt sich die gesamte Opera-Oberfläche per Sprache bedienen, man kann so aber auch innerhalb von Webseiten navigieren. Somit braucht man also weder zu Maus noch Tastatur zu greifen, um mit Opera im Internet zu surfen. Die Sprachoption kann per Knopf- oder Tastendruck zugeschaltet werden sowie auf Wunsch auch generell aktiviert sein. Für die Steuerung des Browsers müssen die betreffenden Befehle immer mit einem vorangestellten "browser" eingeleitet werden, um Überschneidungen mit Sprachkommandos in einer Webseite zu verhindern.

Opera 8.0
Opera 8.0
Neben der Sprachsteuerung beherrscht der Browser auch die Möglichkeit, Inhalte von Webseiten vorzulesen. Für die Sprachbefehle unterstützt Opera XHTML+Voice 1.2 sowie das CSS3 Speech Module. Als Voraussetzungen für die Sprachsteuerung sind natürlich eine Soundkarte sowie daran angeschlossene Lautsprecher und ein Mikrofon erforderlich; im Browser selbst muss JavaScript aktiviert sein. Auf einem speziellen Bereich auf Operas Webseiten findet man alle notwendigen Informationen zu der Sprachsteuerung.

Opera 8.0
Opera 8.0
Nutzer von Opera 7.5x oder älter werden Opera 8.0 kaum wieder erkennen, denn die Norweger haben umfangreiche Änderungen an der Oberfläche vorgenommen. So wurden etliche Menüeinträge zusammengefasst, womit dem Browser seine auf den ersten Blick unübersichtlich wirkende Erscheinung genommen werden soll. Außerdem wurden einige der bislang in der Adresszeile beheimateten Funktionen verlagert. So erreicht man die Lesezeichen und die im Browser eingestellte Homepage in einem neuen von Opera als "Start-Leiste" bezeichneten Bereich, der als Drop-Drown-Fenster erscheint, sobald der Fokus auf dem Browser-Adressfeld liegt. Dort findet man auch die neue Funktion, bequem auf die zehn meistbesuchten Webseiten zuzugreifen.

Opera 8.0
Opera 8.0
Die bisherigen Funktionen zur Beeinflussung der Anzeige von Bildern in Webseiten sowie das Umschalten zwischen Autoren- und Benutzermodus wurden in eine eigene Anzeigeleiste ausgelagert, an die man gelangt, wenn man auf das Brillen-Symbol am rechten Rand der Adresszeile klickt. Dort befinden sich auch Funktionen für das Suchen innerhalb von Webseiten sowie die Umschaltoption für die Sprachsteuerung. Ferner verbirgt sich hier auch die Neuerung "Fit to width", zu Deutsch "an Seitenbreite anpassen", womit jede Webseite so umformatiert wird, dass kein horizontales Scrollen erforderlich ist. Das gilt auch dann, wenn die Webseite breiter ist als die aktuell gewählte Auflösung, da der Browser alle Webseiten entsprechend umformatiert.

Opera 8.0
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Eine weitere auffällige Neuerung findet man im Programmmenü, das nun um einige Einträge erleichtert wurde. So kennt Opera 8.0 in der Standard-Konfiguration kein Navigations- und Fenster-Menü mehr, deren Befehle nun im Kontextmenü der Fensterleiste stecken. In der Fensterleiste befindet sich ferner nun ein Mülleimer, um darüber geschlossene Webseiten oder abgewiesene Pop-up-Fenster aufrufen zu können. Zudem sind die Menüeinträge für E-Mail-Funktionen sowie RSS-Feeds zunächst nicht enthalten und werden erst aktiviert, sobald entsprechende E-Mail-Konten respektive RSS-Feeds aktiviert wurden.

Opera 8.0
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Zudem fällt sofort ins Auge, dass Opera in der Standard-Installation nun einen Knopf zum Schließen einzelner Tabs innerhalb dieser und nicht an der sonst üblichen Position einer Mehrfenster-Ansicht aufweist. Das bedeutet aber auch, dass es in diesem Modus keine Möglichkeit gibt, einzelne Fenster zu minimieren oder maximieren. Über die Optionen kann man im Bereich "Allgemein" aber auch die bisherige Mehrfenster-Bedienung wieder aktivieren, was zugleich das Fenster-Menü wieder belebt. Besonders bei vielen geöffneten Webseiten innerhalb einer Opera-Instanz zeigen sich die Nachteile der neuen Funktion, weil sich der Schließen-Knopf innerhalb eines Fensters bei immer kleiner werdenden Tabs kaum noch treffen lässt, so dass der frühere Modus hier seine Vorzüge auszuspielen weiß. Ferner bietet nur der bisherige Mehrfenster-Modus die Möglichkeit, Webseiten in unterschiedlicher Größe innerhalb von Opera darzustellen.

Umfangreiche Änderungen erfuhr außerdem der Einstellungsdialog, der seine Optionen nun auf vier verschiedene Tabs verteilt. Allerdings rutschten die meisten Einstellungen in den Advanced-Tab, so dass dieser dem bisherigen Einstellungsdialog ähnelt und sich die Übersichtlichkeit mit der Änderung nicht wirklich verbessert hat. Vielmehr muss man nun die Einstellungsoptionen in vier Tabs suchen.

Opera 8.0
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In der Standardkonfiguration werden ungewollte Pop-up-Fenster nun automatisch blockiert und man wird informiert, sobald ein Pop-Up abgewiesen wurde, welches man über den erwähnten Mülleimer jederzeit einsehen kann. Opera will zudem HTTP-Fehlermeldungen den Schrecken nehmen, indem diese in die Webseite eingebunden werden. So kommt es nicht mehr zu störenden Fehlerdialogen, wenn eine im Hintergrund geladene Webseite nicht angezeigt werden kann. Außerdem verspricht Opera künftig passende Hinweise, wie aufgetretene Fehler umgangen werden können.

Opera 8.0
Opera 8.0
Auch die Sicherheitsfunktionen wurden im Browser überarbeitet: Öffnet man eine als sicher eingestufte, SSL-verschlüsselte Seite, erscheint in der Adresszeile ein gelber Bereich, der den Namen des entsprechenden Unternehmens anzeigt, welches das jeweilige Zertifikat erworben hat. Das Zertifikat kann mit einem Klick auf diese gelbe Markierung bequem eingesehen werden. Damit sollen Betrügereien im Internet erschwert werden.

Gleiches gilt für das geänderte Verhalten bei der Darstellung von International Domain Names (IDN), die auch unter dem Begriff Umlaut-Domains bekannt sind. So zeigt Opera IDN nur noch von Top-Level-Domains, die strikte Vergaberegeln verfolgen, um die darüber möglichen Phishing-Angriffe im Vorfeld verhindern zu können. Die dahinter steckende Funktion wird über White- und Blacklists realisiert, die ständig aktualisiert werden, um zügig auf mögliche Phishing-Versuche zu reagieren. Domain-Namen von Top-Level-Domains, die nicht auf der Whitelist verzeichnet sind, werden im so genannten Punycode angezeigt, was Betrügereien effizient verhindern soll.

Opera 8.0
Opera 8.0
Auch der RSS-Client in Opera wurde überarbeitet und unterstützt nun News-Feeds im Atom-Format. Generell lassen sich RSS-Feeds nun leichter integrieren, weil Opera in der Adresszeile ein RSS-Icon einblendet, wenn die betreffende Webseite RSS-Inhalte bereitstellt. Dadurch genügt ein Klick, um ein entsprechendes RSS-Feed bequem einzubinden. Wie beim E-Mail-Client erscheint auch der Menüeintrag für den RSS-Feed erst dann, wenn ein News-Feed aktiviert wurde.

Opera 8.0
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Einige Optimierungen hat auch der E-Mail-Client in Opera erfahren, der nun mit einem überarbeiteten IMAP4-Support versehen ist. Im E-Mail-Client wurde zudem der Umgang mit Anhängen überarbeitet, so dass nun auch mehrere angehängte Dateien mit einem Befehl gespeichert werden können. Angehängte Bilder werden außerdem in den Nachrichtentext eingeblendet und es wurde der Umgang mit Kontakten verbessert, die mehrere E-Mail-Adressen enthalten. Außerdem trägt Opera automatisch die notwendigen Werte ein, wenn ein Anwender ein Gmail-Konto in Opera einträgt. Eine Reihe kleinerer Änderungen hat auch der im Browser enthaltene IRC-Client erfahren.

Opera 8.0
Opera 8.0
Großen Missmut könnte sich Opera bei Nutzern zuziehen, welche die Tastensteuerung des Browsers intensiv nutzen. Denn einige der Standardbefehle wurden umbelegt und lassen sich über die bisherigen Kürzel nicht mehr aufrufen. So kann der Bild-Lade-Modus nicht mehr durch Druck auf die Taste "g" gewechselt werden, sondern man muss nun Shift+i betätigen. Eine Reihe anderer Befehle wurde ebenfalls umbelegt, worüber ein Knowledge-Base-Artikel auf den Opera-Seiten informiert.

Zudem wurden verschiedene kleine Änderungen an Opera vorgenommen. So wurde das Webseiten-Kontextmenü aufgeräumt, in dem keine Frame- und Hintergrund-Menüs mehr erscheinen, wenn die betreffende Seite keine Frames oder Hintergrundbilder enthält. Erweitert wurde zudem die Favicons-Unterstützung, die nun entsprechende Seitenbilder auch in den Suchfeldern, im globalen Verlauf sowie im Adressverlauf einblendet. Der Download-Manager kann nun so konfiguriert werden, dass er sich bei einem Download in den Hintergrund legt. Bislang gab es nur die Möglichkeit, den Download-Manager in den Vordergrund springen zu lassen oder ihn ganz auszublenden.

Opera 8.0
Opera 8.0
Opera 8.0 versteht auch das Vektorformat SVG 1.1 Tiny, womit Opera nach eigenen Angaben der erste Browser ist, der diese W3C-Entwicklung unterstützt. Für die Demonstration der Möglichkeiten von SVG 1.1 Tiny hat Opera eine spezielle Webseite mit einer entsprechenden Vektordatei bereitgestellt, die mit der aktuellen Version begutachtet werden kann. Beim Ausdruck ist nun standardmäßig die Option "Fit to Width" aktiviert, was das Abschneiden von Druckinformationen verhindern soll. Zudem sieht die Standardeinstellung vor, dass Hintergrundbilder mit zu Papier gebracht werden.

Opera 8.0
Opera 8.0
Im Hilfe-Menü wurde außerdem ein Eintrag hinzugefügt, worüber Nutzer Webseiten an die Norweger melden können, die mit Opera Probleme haben. Zudem erhielt der Browser eine automatische Überprüfung auf neue Versionen, die einmal pro Woche durchgeführt wird oder manuell über das Hilfe-Menü vorgenommen werden kann. Wählt man in den Spracheinstellungen für die Oberfläche eine Sprache, für die eine Sprachdatei von Opera angeboten wird, wird diese automatisch geladen.

Opera 8.0
Opera 8.0
Außerdem wurde der Menüpunkt "Mit Bildern speichern unter" eingespart, so dass diese Funktion nun über den Menüpunkt "Speichern unter" zu finden ist. Will man also eine Webseite mit Bildern in Opera 8.0 abspeichern, muss man die Option "HTML-Datei mit Bildern" unter dem Punkt "Dateityp" auswählen.

Opera 8.0
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Opera 8.0 steht ab sofort für Windows unter anderem in deutscher Sprache und für Linux, FreeBSD sowie Solaris in englischer Sprache in einer kostenlosen Version mit eingeblendeten Werbebannern mit und ohne Java-Engine zum Download bereit. Direkt nach der Ankündigung von Opera 8.0 waren die Web-Server auf den Opera-Seiten stark überlastet, so dass ein Download derzeit sehr zeitaufwendig sein kann. Alternativ kann man es auf den offiziellen Opera-Mirrors versuchen, wie etwa dem von rrbone.net. Zur Abschaltung der Werbebanner in der Software fällt eine Registrierungsgebühr von 34,- Euro an. Registrierungen aus Opera 7.x können auch für Opera 8.0 weiterverwendet werden, so dass beim Wechsel keine Update-Gebühren anfallen.

Auf der Shareware-CD der c't-Ausgabe 8/2005 befindet sich im Übrigen ein kostenloser Schlüssel für Opera 7.x, mit dem es möglich ist, zum Sonderpreis von 8,- Euro einen vollwertigen Schlüssel für Opera 8.0 zu beziehen.  (ip)


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Links zum Artikel:
Opera (.com) - Opera für FreeBSD: http://www.opera.com/products/user/index.dml?platform=freebsd
Opera (.com) - Opera für Linux: http://www.opera.com/products/user/index.dml?platform=linux
Opera (.com) - Opera für Solaris: http://www.opera.com/products/user/index.dml?platform=solaris
Opera (.com) - Opera für Windows: http://www.opera.com/products/user/index.dml?platform=windows
Opera Software (.com): http://www.opera.com/

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