Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0503/36987.html    Veröffentlicht: 16.03.2005 16:33    Kurz-URL: https://glm.io/36987

VMD: Alternative zu HD-DVD und Blu-ray?

Neue Disc mit bis zu 20 Layern auch für normale DVD-Laufwerke

Während der Formatkrieg um den DVD-Nachfolger auf der CeBIT noch mit Demos und halbfertigen Produkten tobt, kommt eine weitere Schachfigur ins Spiel: die VMD. Sie benötigt, anders als HD-DVD und Blu-ray, keinen blauen Laser, weshalb die Player sehr günstig sein sollen.

Die "Versatile Multilayer Disc", kurz VMD, wird bisher nur von ihrem Erfinder unterstützt. Das Unternehmen NME unterhält Büros in Großbritannien, USA und Israel. Anfang 2004 hatte sich NME die Rechte an optischen Speichertechnologien von den Forschungsunternehmen MultiDisc und TriGm gesichert, nun soll die VMD nahezu serienreif sein.

Die VMD soll im üblichen Formfaktor einer CD oder DVD mit 12 Zentimetern Durchmesser hergestellt werden. Anders als bei den konkurrierenden DVD-Nachfolgern beträgt die Kapazität pro Layer jedoch weiterhin die DVD-üblichen 5 GByte. Mehr Daten bringt die VMD unter, indem die Layer besonders dünn gestaltet und nicht auf eine Reflektionsschicht angewiesen sind. Der lesende Laser muss dabei die einzelnen halbdurchsichtigen Schichten aber sehr genau fokussieren können.

Das - und hier liegt der Clou des Formats - soll aber bereits mit den heute gebräuchlichen Pickups von DVD-Laufwerken möglich sein. Um bespielsweise aus einem Player für DVD-Videos ein Gerät für VMDs mit HD-Filmen zu machen, sei lediglich eine Änderung der Servo-Software nötig, verspricht NME in seiner FAQ.

Auch die Discs selbst sollen in der Herstellung billiger und einfacher sein als etwa die Blu-ray Disc mit ihren 25 GByte pro Layer. NME meint, seine VMDs auf bisherigen DVD-Anlagen fertigen zu können. Woraus die sehr dünnen Layer bestehen und wie sie aneinander mit der nötigen Präzision befestigt werden, verrät das Unternehmen auf seiner Webseite nicht. Von anfangs vier Layern mit 20 GByte pro Disc will man aber schon Ende 2005 auch acht, später sogar 20 Layer mit insgesamt 100 GByte auf einer VMD unterbringen.

Doch selbst wenn die VMD technisch realisierbar und sogar günstiger sein sollte - die Hollywood-Studios entscheiden sich im Moment fröhlich mal für HD-DVD, mal für Blu-ray. Bisher kann NME weder einen Hardware- noch einen Content-Partner vorweisen, der sich für die VMD interessiert. [von Nico Ernst]  (ji)


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