Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0503/36951.html    Veröffentlicht: 15.03.2005 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/36951

IBM bietet sich als Produkt-Design-Center an

Erfolgreich umgesetzte und mögliche Produktideen auf der CeBIT 2005 präsentiert

IBM ist immer wieder für ein paar spannende Design-Konzepte und interessante Technik gut, sei es der PC mit PDA-Abmaßen ("Metapad"), der Terabyte-Speicherwürfel Ice Cube oder das lippenlesende Headset. Anlässlich der CeBIT 2005 verkündete IBM, sein geballtes Know-how künftig in Form des Beratungsangebots "IBM Design Innovation Services" verstärkt Dritten anzubieten - und zeigte auch einige neue und bereits umgesetzte Projekte.

MP3-Player-Design von IBM
MP3-Player-Design von IBM
IBMs Chef-Designer Lee Green verspricht, dass man ihm Rahmen des noch 2005 startenden IBM Design Innovation Service die Kunden nicht nur beim Produktdesign unterstützen, sondern ihnen auch bei der Konzeption für die richtige Marktstrategie helfen will. Profitieren sollen vor allem Unternehmen, deren Erfolg von einem ausgeprägten Kunden-, Technologie- und Marktverständnis abhängt. Die Design-Entwicklung neuer elektronischer Produkte wird von IBM vom ersten Konzept bis hin zum marktfähigen Angebot begleitet.

Mini-MRT von Mayo und IBM
Mini-MRT von Mayo und IBM
Einigen Produkten haben die IBM-Designer bereits auf den Markt geholfen: Das US-amerikanische Unternehmen Mayo Medical Ventures hat mit Unterstützung von IBM einen etwa schuhkartongroßen Kernspintomographen entwickelt, der sich speziell für Kernspin-Aufnahmen der Hand und des Handgelenkes eignet. Auch an die Datenübertragung von Messungen der Puls- oder Herzfrequenz sowie des Blutzuckers denken die Partner bereits nach.

NYSE-Handcomputer
NYSE-Handcomputer
Lee Green zufolge soll es der kompakte Kernspintomograph den Patienten ersparen, wegen Hand- oder Armuntersuchungen in einen großen, sehr lauten und mitunter beängstigenden Tomographen geschoben zu werden. Auf die benachbarte High-End-Worksation kann man auf Grund der hohen Datenmenge aber bisher noch nicht verzichten. Erfolgreich im Krankenhaus-Einsatz ist der kleine Kernspintomograph in einer Mayo-Klinik bereits seit ungefähr sechs Monaten, erklärte Green gegenüber Golem.de.

Erst seit etwa drei Monaten nutzt die New York Stock Exchange (NYSE) etwas größere Handcomputer, für deren Design IBM verantwortlich zeichnet. Die rund 3.000 Geräte mit Touchscreen sollen Aktienhändlern dabei helfen, Aktien schneller und vor allem fehlerfreier kaufen und verkaufen zu können.

Vor allem Unternehmen der Automobil- und Telekommunikationsbranche sollen zukünftig mit dem Beratungsangebot Wettbewerbsvorteile erzielen, indem sie früh neue Technik in ihre Produkt- und Design-Entwicklung integrieren. Im Fokus stehen dabei die drahtlose Kommunikation oder auch digitale Spracherkennung, bei denen IBM seit Jahren mitmischt.

MP3-Player-Design für Asien
MP3-Player-Design für Asien
Auch im asiatischen Markt ist IBMs Design-Team auf Kundensuche - ein auf der CeBIT erstmals zu sehendes MP3-Player-Design soll sich abheben vom grauen bis kreischend bunten Plastikprodukt. Die von IBM gezeigte MP3-Player-Attrappe ist rund und flach, zum Aufladen wird das Gerät in eine Ladeschale gelegt und landet dank eines Magnets automatisch an der richtigen Position. Ob, ab wann und von wem das Design umgesetzt wird, verriet Lee Green im Gespräch mit Golem.de noch nicht. Außerdem zeigte IBM noch einige weitere MP3-Player-Designs, darunter ein als "Schmuckstück" um den Hals tragbares Gerät.

Communication Hub mit mobilen Geräten
Communication Hub mit mobilen Geräten
Weiterhin arbeitet IBM auch noch an seiner Vermittlungszentrale für die Hosentasche: Per WLAN, Bluetooth und GSM soll sie in Zukunft Geräte und Dienste verbinden und unter anderem auch für den Gesundheitsbereich interessant sein.

MP3-Player als Hals-Schmuck
MP3-Player als Hals-Schmuck
Die IBM Design Innovation Services werden gemeinsam von den IBM-Geschäftsbereichen Business Consulting Services und Engineering & Technology Services angeboten. Dabei gelte es, Technologie- und Designberatung für die digitale Produktentwicklung auf Basis einer PLM-Strategie (Product Lifecycle Management) zu vereinen. Mit PLM steuern und überwachen Ingenieure den gesamten Produktlebenszyklus eines Produktes von den Anforderungen über das erste Design und die Fertigung bis hin zu Vertrieb und Marketing.

"Unsere Kunden fragen immer häufiger nach Beratungsleistungen, die einerseits zu innovativen Produkten führen und andererseits echte Wettbewerbsvorteile im Markt versprechen", erklärt Americo Machado, Director IBM Electronics Industry EMEA, den stärkeren Einstieg als Produkt-Design-Dienstleister. "Deshalb betrachten wir IBM Design Innovation Services als wertvolle Ergänzung zu unserem bisherigen Angebotsportfolio, das wir unseren weltweiten Kunden innerhalb der Elektronikbranche bereits anbieten."  (ck)


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