Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0503/36889.html    Veröffentlicht: 11.03.2005 17:22    Kurz-URL: https://glm.io/36889

CeBIT: Asus zeigt Grafikmonster mit zwei GeForce 6800 Ultra

Grafikkarte mit zwei Grafikchips kommt im Juni 2005 für 1.200,- Euro

Nicht nur die schnellste, sondern auch die größte GeForce-Karte aller Zeiten hat Asus entwickelt. Zwei GeForce FX 6800 Ultra sitzen auf einem riesigen Board, das so viel kostet wie ein guter Mittelklasse-PC.

EN6800 Ultra Dual
EN6800 Ultra Dual
Die 30 x 15 Zentimeter große Karte hört auf den profanen Namen "EN6800 Ultra Dual". Auf dem Board hat Asus neben den beiden Grafikprozessoren auch je 256 MByte Speicher untergebracht. Da das zwei bisherigen Ultra-Karten entspricht, sind auch zwei getrennte Stromkabel, am besten aus wiederum separaten Schienen des Netzteils, für die Stromversorgung nötig. Die Stecker sind als PCIe-Versionen ausgeführt, Adapter für herkömmliche Floppy-Stecker werden mitgeliefert.

Um den Doppel-Whopper zu kühlen, ist massiver Aufwand nötig. Asus bezeichnet die in Hannover gezeigte Lösung bisher als noch nicht endgültig. Problematisch erscheint vor allem die Tatsache, dass der 92 Millimeter durchmessende Lüfter nur die Abwärme einer Karte über die zwei Slots belegende Blende nach außen pustet.
EN6800 Ultra Dual
EN6800 Ultra Dual


Der rechts sitzende GeForce heizt über den zentral angeordneten Rotor den PC-Innenraum. Ein Blick ins Hinterzimmer über das Board ohne Kühlung zeigt auch, dass Asus zwei Anschlüsse für Lüfter vorgesehen hat, von denen bisher nur einer genutzt wird. Beide Lüfterbuchsen verfügen jedoch nicht über einen Pin zur Drehzahlsteuerung, so dass man auf die Nvidia-Treiber angewiesen ist, wenn man den PC bei 2D-Anwendungen halbwegs leise betreiben möchte.

Durch ihre schiere Breite stellt die Asus-Karte aber auch einen echten thermischen Raumteiler im Rechner dar, so dass in manchen Gehäusen jetzt auch Lüfter im unteren Bereich aktuell werden, insbesondere wenn dort Festplatten montiert sind. Dennoch ist ein solches Design für eine Grafikkarte noch im Rahmen der ATX-Spezifikation. In großen Towern wie der beliebten CS601-Serie von Chieftec sind kaum Probleme zu erwarten, den Einsatz in kompakten Barebones wird man aber wohl vergessen können.

EN6800 Ultra Dual
EN6800 Ultra Dual
Anders als Gigabytes erste Karte mit zwei GeForce 6600GT, die 3D1, soll das neue Asus-Produkt in allen Motherboards laufen. Asus will die Karte aber dennoch im Bundle mit einem Mainboard anbieten, aber auch einzeln.

Bedingt durch den exorbitanten Preis winken andere Hersteller bei der Idee der Dual-Ultras gelassen ab: "Wer soll das denn kaufen?", meinte MSIs Produktmanager Dirk Neuneier.

Asus ist sich jedoch sicher, dass sich genügend leistungshungrige Gamer finden, so dass die EN6800 Ultra Dual nicht nur als Technologie-Demo und Marketing-Gag abgehakt wird. Zwar will man weltweit zunächst nur 1.000 Exemplare fertigen - doch die, so meint Asus, könne man nach der Resonanz auf der CeBIT auch schon alleine in Deutschland verkaufen.

Preis hin, Hitze her - einer dürfte sich über die Karte wohl nur wenig freuen: Nvidia. Denn, so Asus-Sprecher Holger Schmidt: "Damit ist man bestimmt zwei bis drei Jahre der Schnellste." Das gilt allerdings nur für Anwendungen, die vom SLI-Modus überhaupt profitieren. Zudem ist der Wertverlust einer solchen Grafikkarte durchaus höher, als wenn man für die geforderten 1.200,- Euro im Juni einen Mittelklasse-Rechner kauft.

Update:

Nach zahlreichen Anfragen von Händlern und Kunden hat sich Asus noch während der Messe entschlossen, nach der ersten Serie von 1000 Stück zumindest eine weitere Auflage der Karte zu fertigen. Die soll dann sogar mit einem SLI-Connector versehen werden, so dass sich zwei der EN6800 Ultra Dual zusammenschalten lassen. Da es solche Lösungen bisher noch nicht gibt, ist dafür aber ein neuer Treiber von Nvidia nötig. Frühestens im August 2005 soll diese zweite Serie erscheinen. Ob derartige Systeme dann noch mit einem einzelnen Netzteil betrieben werden können, ist derzeit unklar. Selbst 600-Watt-Modelle dürften mit der enormen Last auf den 12-Volt-Schienen überfordert sein. [von Nico Ernst]  (ji)


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