Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0503/36782.html    Veröffentlicht: 09.03.2005 10:10    Kurz-URL: https://glm.io/36782

PhysX: Nach 3D-Chips kommen nun Physik-Beschleuniger

Ageia will Physik-Engines mit PhysX-PPU beschleunigen

Spezielle Grafikchips, auch GPU genannt, nehmen dem Hauptprozessor (CPU) nicht nur viel Arbeit ab, sondern haben zugleich ganz neue Möglichkeiten eröffnet - aktuelle Spiele wären ohne GeForce, Radeon und Co. kaum mehr denkbar. Geht es nach dem Chip-Hersteller Ageia, wird bald auch eine "Physics Processing Unit" (PPU) zur Standardausstattung von PCs gehören. Einen entsprechenden Chip mit Namen "PhysX" stellte Ageia jetzt auf der Game Developer Konferenz vor.

Zunehmender Realismus in Spielen erfordert nicht nur immer leistungsfähigere Grafikchips, auch an andere Bereiche werden zunehmend hohe Anforderungen gestellt. Vor allem die Physik und die Intelligenz der Gegner spielt dabei eine wichtige Rolle. Zwar kommen nicht selten spezielle Physik-Engines in Spielen zum Einsatz, beispielsweise die Havok-Engine, doch belasten diese Engines natürlich die CPU.

PhysX von Ageia
PhysX von Ageia
Genau hier will Ageia mit PhysX ansetzen und so die Möglichkeiten für Physik-Engines mit spezieller Hardware erweitern sowie zugleich die CPU entlasten. PhysX soll auch anspruchsvolle Physik-Simulationen in Echtzeit bewältigen und dabei auf Spieler und Umgebung reagieren. So sollen Spiele individueller auf Ereignisse reagieren und sie eine größere Realitätsnähe bieten können.

Ageia verspricht eine universelle Kollisionserkennung, starre und dynamische Körperbewegungen, intelligente Partikelsysteme, die Simulation von Kleidung und weiche Köperveränderungen auch mit Rissen. Dabei soll die PPU den Erfolg der GPU wiederholen.

Um im Markt Fuß fassen zu können, bietet Ageia ein spezielles Entwickler-Kit namens NovodeX SDK an, das laut Hersteller schon von einigen Spiele-Entwicklern eingesetzt wird. Bereits zu Weihnachten 2005 sollen erste Titel erscheinen, die eine Hardware-Beschleunigung der Physik-Engine unterstützen. Da NovodeX einen Multithreaded-Ansatz verfolgt, sollen entsprechende Spiele für die kommenden Generationen von Multi-Core-Prozessoren vorbereitet sein.

Gegründet wurde Ageia 2002 und konnte seitdem insgesamt mehr als 38 Millionen US-Dollar Risikokapital einsammeln. Zu den Investoren zählen Apex Venture Partners, Bank of America Ventures, HIG Ventures, Granite Global Ventures, CID Equity Partners und TSMC.

Zeigen will Ageia seine PhysX PPU erstmals auf der Game Developers Conference, unterstützt werden soll sie unter anderem von der Unreal Engine 3. Darüber hinaus zählen Alias, Airtight Games, Artificial Studios, Discreet, Epic, Bongfish Interactive Entertainment, Big Huge Games, RAD Games, SoftImage und Ubisoft zu Ageias Partnern.  (ji)


Verwandte Artikel:
Crytek: Großes Update für Cryengine mit neuen Editoren   
(16.12.2016, https://glm.io/125119 )
Duke Nukem Forever mit schwedischer Physik-Engine   
(29.09.2004, https://glm.io/33862 )

Links zum Artikel:
Ageia (.com): http://www.ageia.com/
Ageia - PhysX (.com): http://www.ageia.com/technology.html

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/