Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0412/35388.html    Veröffentlicht: 28.12.2004 15:58    Kurz-URL: https://glm.io/35388

ESL schließt auch Amateur-Liga

Counter-Strike-Cheat kaum einzudämmen

Die "Electronic Sports League" (ESL) hat am Montag, dem 27. Dezember 2004, auch für die "ESL Amateur Series" den Spielbetrieb vorläufig eingestellt. Grund ist ein immer weiter verbreitetes Betrugsprogramm. Die Entscheidung kommt zu einem problematischen Zeitpunkt.

In den nächsten Wochen sollen die Relegationsspiele der EAS stattfinden, die über den Aufstieg in die prestige- und finanzträchtige "ESL Pro Series" entscheiden. Auch die gegenwärtige Rangliste wird vorerst nicht aktualisiert, da die Liga wie berichtet noch immer den anscheinend schon seit Wochen rege benutzten Cheat anhand eines Bugs in den Ergebnis-Screenshots nachzuweisen versucht. Die ESL hat sich für die Klärung der Situation eine Woche Zeit genommen.

Bis dahin bleibt zu hoffen, dass die Cheat-Epidemie in der Counter-Strike-Szene eingedämmt wird. Bisher sieht es jedoch nicht danach aus. Der Autor eines Programms, das die populäre Anti-Cheat-Software "Cheating Death" aushebelt, hat entgegen früheren Ankündigungen bereits zwei Updates seines Machwerks veröffentlicht. Dies geht aus seinem eigenen Diskussionsforum hervor, zu dem wir an dieser Stelle aus verständlichen Gründen keinen Link veröffentlichen. Seinem Profil in diesem Forum nach zu urteilen, handelt es sich um einen 20-jährigen Mann aus Nordrhein-Westfalen.

Einen Grund für sein Tun gibt der Programmierer in diesem Forum nicht an. Ebenso ist noch ungeklärt, warum der Cheat vergleichsweise leicht zu entdecken ist und die ESL dem Vernehmen nach aus Kreisen der Cheat-Entwickler selbst auf diese Möglichkeit des Nachweises hingewiesen wurde.

Während die ESL von diesem Cheat besonders hart getroffen wird, kommen andere Ligen noch vergleichsweise glimpflich davon. So befindet sich etwa die GameStar-Liga (GSL) derzeit in der Winterpause. Die Liga startet frühestens Mitte Februar 2005 in die neue Saison.

Die Verzweiflung in der Spiele-Szene ist indes groß. Viele Gamer befürchten schon, dass der aktuelle Vorfall das Ende des immer noch beliebten Counter-Strike 1.6 darstellt, da Valve immer seltener Updates für seine eigene Anti-Cheat-Lösung "VAC" veröffentlicht. In den USA hatte die "Cyberathlete Professional League" (CPL), Veranstalter der größten und höchstdotierten Turniere weltweit, seinen Spielbetrieb bereits auf "Counter-Strike: Source" umgestellt. Dieses Spiel, das nur mit Half-Life 2 zu erwerben ist, ist bei den professionellen E-Sportlern aber wegen zahlreicher Bugs derzeit noch nicht sonderlich beliebt. [von Nico Ernst]  (ck)


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Links zum Artikel:
Electronic Sports League (.net): http://www.esl-europe.net

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