Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9906/3530.html    Veröffentlicht: 07.06.1999 19:08    Kurz-URL: https://glm.io/3530

Spieletest: Heroes of Might & Magic 3 - für Strategen

"Es ist wieder Zeit, ein Held zu sein." Dieser Ausspruch ist Programm bei New World Computings neuestem Fantasy-Spektakel "Heroes of Might and Magic 3" (HoMM3), das ganz in der Tadition seiner Vorgänger steht und den Spieler mit einer bunten, spannenden und abwechslungsreichen Geschichte um das Königreich Erathia fasziniert.

Die Story ist mit einer schönen Videosequenz schnell erzählt: Der gute König ist tot, von Verrätern ermordet. Gefangen in einem untotem Körper kehrt er nunmehr sehr verstimmt nach Erathia zurück und führt eine blutige Invasion an, der man sich wacker entgegenstellen muß.

Das Programmpaket ist gut ausgestattet. Neben einem Faltblatt zu den einzelnen Kreaturengenerationen gibt es ein umfangreichen Handbuch, mit dem man schnell in die Tiefen des Spieles eindringt. Für Spieler mit einem Dash-Board von Saitek liegt eine eigene Dash-Card bei, mit der die Bedienung des Spieles erheblich vereinfacht wird. Natürlich gehört zum Programmumfang auch ein Map-Editor, mit dem man sich seine Karten und Szenarien selber entwerfen kann.

Die Installation gestaltete sich leider problematisch, anfangs bekamen wir die Setup-Routine gar nicht zum Laufen. Der Grund: Auf einigen Rechnersystemen ruft die Datei CHKREQS.DLL eine Fehlermeldung hervor, die zum Abbruch der Installation führt. Auf der deutschen Heroes-Seite wurden wir auf der Suche nach einer Lösung jedoch schnell fündig und die Installation geht schließlich reibungslos vonstatten.

Der Spieler taucht mit HoMM3 in eine märchenhafte Welt ein, die er schon von den Vorgängern her kennt. An ihm liegt es nun, seine Spielperson auszurüsten, Söldner anzuwerben, seine Städte und Festungen auszubauen und in gewaltige Schlachten gegen das Böse zu ziehen. Dabei kann er aus 48 Szenarien wählen, in denen ihm 8 verschiedenen Städte und 127 Helden zur Verfügung stehen. Diese Helden werden dann mit Truppen ausgestattet, die so klangvolle Namen haben wie: Troglodyten, Harpyen, Zentauren, Medusen, Drachen und Untote, aber auch Hellebardenträger, Scharfschützen, Schwertkämpfer und Ritter zu Pferd finden sich hier.

Mit einer Vielzahl von Charakteren ausgestattet bewegt sich der Spieler in diesem rundenbasierten Epos, erforscht die Umgebung und trifft auf Feinde und Freunde. Die einzelnen Runden sind tageweise aufgebaut: Jede Spielfigur hat bei HoMM3 ein bestimmtes Bewegungspensum, das sie an einem Tag, bzw. in einer Runde aufbraucht. Am Ende der Runde speichert das Spiel automatisch den Spielstand ab, was besonders Speichermuffel freuen wird, die sonst gut und gern noch mal von vorne anfangen könnten.

Die Level sind in verschiedenen Schwierigkeitsstufen zu spielen. Auch die Kartengröße läßt sich variieren. Außerdem stehen drei Kampagnen zur Auswahl bereit, für den Neuling steht ein Übungsspiel mit einigen Schlachten auf dem Programm. Dieses führt ihn schnell in die verschiedenen Spielzüge ein.

Alle Spiele lassen sich im Multiplayer-Modus spielen, wobei neben den Standardverbindungen wie IPX, TCP/IP, Modem oder Direktverbindung auch die Möglichkeit besteht, über einen Online-Service zu spielen oder ganz einfach über Hot-Seat mit mehreren Spielern an einem Computer, doch bei letzterer Option muß man sehr viel Geduld mit den Mitspielern besitzen.

Grafisch muß man das Spiel aus zwei Blickwinkeln betrachten. Zum einen gibt es den normalen Spielbetrieb, bei dem man seine Hauptcharaktere auf der Karte bewegt und zum anderen die Schlachten, die auf einem extra Bildschirm stattfinden. Der Hauptbildschirm ist grafisch nett gelöst, die Figuren sind bewegt und die Landschaft recht einfallsreich aufgebaut. Besonders wird das grafische Erlebnis aber erst im Schlachtenbildschirm. Dort treten die einzelnen Truppen und Kreaturen gegeneinander an. Jede Figur ist voll animiert und führt die gewünschte Bewegung mit einer gewissen Glaubwürdigkeit aus.

Der Sound ist sehr vielseitig und läßt sich je nach Geschmack in der Lautstärke verändern oder ganz abschalten. Die Ritter klingen zwar, als würde man einen Beutel mit Blechdosen schütteln, das stört aber nicht wirklich.

Fazit: Alles in Allem macht das Spiel einen sehr guten Eindruck und gehört sicherlich zu den ganz heißen Tips in diesem Sommer. Dem Spieler wird eine gut durchdachte und spannende Geschichte geboten, die viele Stunden Spielfreude bereiten wird. Die grafische Umsetzung ist für ein Strategiespiel auf gewohntem Niveau. Schade nur, daß während der Installation Probleme auftraten - Enthusiasten wird hier ein schwerer Dämpfer versetzt, doch nach erfolgreicher Hilfe steht dem Spielspaß dann nichts mehr im Wege.  (ht)


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