Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0411/34922.html    Veröffentlicht: 29.11.2004 15:44    Kurz-URL: https://glm.io/34922

Drei der Top-10-PC-Hersteller bis 2007 am Ende?

Gartner erwartet schwachen PC-Markt zwischen 2006 und 2008

Laut einer Prognose des Marktforschungsunternehmens Gartner werden sich bis 2007 drei der Top-10-PC-Hersteller vom Markt zurückziehen. Als Gründe werden die sinkenden Margen und das geringe Wachstum des Marktes angeführt.

So liege laut Gartner das Wachstum des PC-Marktes in den Jahren 2003 bis 2005 bei etwa 11,3 Prozent, doch für die kommenden Jahre 2006 bis 2008 erwarten die Marktforscher eine Halbierung auf 5,7 Prozent. Auch die Umsätze sollen sich von 4,7 auf 2 Prozent mehr als halbieren. Im Jahr 2005 sollen die PC-Hersteller zwar noch vom Rechneraustausch seitens der Kundschaft profitieren, doch das von Gartner erwartete Ende des Austauschzyklus im Jahr 2006 soll selbst die größten PC-Hersteller nicht unberührt lassen.

Die weltweit größten PC-Hersteller nach Stückzahl sind Dell, HP, IBM, Fujitsu, Fujitsu Siemens, Toshiba, NEC, Apple Computer, Lenovo Group und Gateway. Davon soll Dell in den vergangenen Jahren als einziger dauerhaft profitabel gewesen sein. Die PC-Töchter von HP und IBM beurteilt Gartner als gefährdet, da die Muttergesellschaften sie bei nicht ausreichender Marge und Gewinn abstoßen könnten.

Der hart umkämpfte, eher schwache Markt wird den PC-Preiswettkampf laut Gartner weiter vorantreiben. Entsprechend seien die Anbieter gezwungen, ihre Supply-Chain-Effizienz weiter zu maximieren und letztlich auch alle Versuche zur Differenzierung von Mitbewerbern sein zu lassen - einzig Preis und Service würden eine Rolle spielen. Zudem erwartet Gartner, dass sich PC-Hersteller stärker auf zusätzliche Märkte konzentrieren werden, wie etwa den Unterhaltungselektronikmarkt. Andere könnten versuchen, mit Rivalen zu verschmelzen, um die Margen durch höhere Stückzahlen zu verbessern - dies gelte auch im lokalen Bereich.

Für globale Hersteller, denen die Profite zerschmelzen und die erfolglos um Marktanteile ringen, könnte der Ausstieg aus dem PC-Bereich zur einzigen Alternative werden. Große Chancen prognostiziert Gartner vor allem asiatischen Herstellern wie dem chinesischen Unternehmen Lenovo, die aus einem starken lokalen Markt heraus kostengünstig fertigen und in alle Welt liefern können.

Kunden werden Gartner zufolge durch den Preiskampf zwar profitieren, doch müssten sie in Zukunft stärker darauf achten, wie sicher der jeweilige Hersteller im Sattel sitzt.  (ck)


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Links zum Artikel:
Gartner Group (.com): http://www.gartner.com/
Gartner-Studie: "Predicts 2005: PC Technologies Due for Transition" (.com): http://www3.gartner.com/DisplayDocument?ref=g_search&id=458912

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