Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0411/34848.html    Veröffentlicht: 24.11.2004 14:12    Kurz-URL: https://glm.io/34848

Spieletest: Need for Speed Underground 2 - Neuer Tuning-Spaß

EA wertet Rennspiel durch spürbare Neuerungen auf

Die Need-for-Speed-Reihe ist seit Jahren ein garantierter Umsatzbringer für Electronic Arts, NFS Underground markierte Ende 2003 allerdings dennoch einen neuen kommerziellen Höhepunkt für die Reihe - die Möglichkeit, an illegalen Straßenrennen teilzunehmen und sein Fahrzeug dabei immer weiter aufzumotzen, traf offensichtlich exakt den Nerv unzähliger Spieler. Gut ein Jahr später steht nun die Fortsetzung in den Startlöchern - und die kann mit mehr Neuerungen aufwarten, als man es von EA eigentlich gewohnt ist.

Need for Speed Underground 2
Need for Speed Underground 2
Der eigentliche Spielinhalt hat sich natürlich nicht geändert: Wieder schlüpft man in die Rolle eines Nobodys, der sich im Laufe der Zeit durch ansprechende Fahrleistungen einen Namen in der illegalen Straßenrennszene machen will. Dazu kauft man zu Beginn einen eher unspektakulären Kleinwagen von der Stange wie zum Beispiel einen Ford Focus, einen Peugeot 106 oder einen Opel Corsa. Mit dem gilt es dann, die ersten Herausforderungen zu meistern - und Schritt für Schritt an der eigenen Untergrund-Karriere zu basteln.

Screenshot #1 (PC)
Screenshot #1 (PC)
Während man im ersten Teil recht lieblos in Menüs Schritt für Schritt von einer Rennaufgabe zur nächsten geführt wurde, steht einem diesmal die virtuelle Stadt Bayview praktisch vollkommen frei zur Verfügung - hier kann nach Lust und Laune herumgefahren werden, wobei eine Karte am linken unteren Bildschirmrand anzeigt, an welchen Stellen neue Rennherausforderungen auf einen warten. Wer nun denkt, dass Need for Speed Underground 2 nicht so linear ist wie der Vorgänger, hat allerdings nur teilweise Recht: Zwar kann nun selbst bestimmt werden, welches Rennen man als nächstes fährt; ausgelassen werden kann allerdings keine Aufgabe - sind nicht alle Missionen innerhalb eines Bezirkes erfüllt, werden die nächsten Aufgaben nicht freigeschaltet.

Mit den gewonnenen Preisgeldern lässt sich das eigene Vehikel Schritt für Schritt zu einem wirklich beeindruckenden Fahrzeug aufmotzen - unzählige Shops, die in der ganzen Stadt verteilt sind, halten die unterschiedlichsten Tuning-Teile wie neue Stoßstangen, Neon-Scheinwerfer oder gar Stereoanlagen bereit. Vinyl-Aufkleber sorgen zudem dafür, dass auch das Design der Karosserie immer ausgefallener wird.

Screenshot #2 (PC)
Screenshot #2 (PC)
Je ausgefallener das Design, desto mehr Style-Punkte bekommt man - und die helfen wiederum dabei, Sponsorenverträge zu ergattern oder Einladungen zu supergeheimen Spezialrennen zu bekommen. Im Laufe der Zeit wächst dann auch der eigene Fuhrpark an - wer will, kauft sich später so unterschiedliche Fahrzeuge wie einen Audi TT, einen Ford Mustang oder einen Hummer.

Die Rennvarianten wurden im Vergleich zum ersten Teil ebenfalls erweitert. Wie bisher gibt es so Rundkurs- und Sprintrennen, Drift Races und die (von vielen Spielern wenig geliebten) Drag-Rennen, bei denen es darauf ankommt, im richtigen Moment zu schalten. Neu sind die Modi Outrun, wo es gilt, die Verfolger abzuhängen, Street X, wo im besten Burnout-Stil gerempelt wird, und die Underground Racing League, bei der auf interessanten Teststrecken gerast wird.

Screenshot #3 (PC)
Screenshot #3 (PC)
Einer der am häufigsten genannten Kritikpunkte an Need for Speed Underground war, dass viele das Gefühl hatten, beständig denselben Kurs zu fahren - Abwechslung in der Szenerie gab es nur wenig. Das löst Need for Speed Underground 2 deutlich besser: Zwar finden auch hier alle Rennen nachts statt, Bayview wartet aber mit unterschiedlichen Stadtteilen auf - da gibt es etwa eine Industriezone, ein Villenviertel oder das geschäftige Stadtzentrum. Wie bisher muss natürlich beständig mit Gegenverkehr gerechnet werden, der wurde allerdings etwas reduziert - ganz so viele frustrierende und unverschuldete Crashs wie im letzten Jahr gibt es also nicht.

Überhaupt ist der Schwierigkeitsgrad etwas moderater - der Anfang ist recht simpel, aber auch die späteren Missionen werden nie wirklich unfair schwer.

Screenshot #4 (PC)
Screenshot #4 (PC)
Grafisch halten sich die Unterschiede zum ersten Teil in engen Grenzen - Stadt und Autos sehen toll, aber kaum anders als im letzten Jahr aus. Nett sind ein paar Effekte wie etwa Regen, der in Tropfen von der Frontscheibe abperlt, allerdings natürlich kaum Einfluss auf das erneut extrem arcadelastige Fahrgefühl hat. Ein Schadensmodell gibt es übrigens erneut nicht direkt, beim Crash muss also keine Angst um das hochgerüstete Tuning-Monster gehabt werden - mehr als Zeit verliert man nicht.

Aufatmen können auch alle die, die EA dafür verflucht hatten, den Netzwerkmodus einfach wegzulassen - neben Online-Partien sind nun auch LAN-Rasereien wieder möglich.

Screenshot #5 (PC)
Screenshot #5 (PC)
Neben der PC-Version ist Need for Speed Underground 2 auch für Xbox, PlayStation 2 und GameCube erhältlich. Die Unterschiede zwischen den Konsolenversionen sind stellenweise doch erheblich - so muss man sich sowohl auf dem Cube als auch auf der PS stellenweise über ruckelnde Grafik und Kantenflimmern ärgern, die Xbox macht hier ein deutlich besseres Bild. Xbox und PS2 warten im Gegensatz zur GameCube-Version übrigens auch mit einem Online-Modus auf.

Fazit:
Auch wenn die Unterschiede zwischen Need for Speed Underground 2 und dem Vorgänger nicht bahnbrechend sind, wirken sie sich doch erheblich aufs Spiel aus - allein die Tatsache, dass nun frei in der Stadt herumgefahren werden darf, ist sehr angenehm, die zusätzlichen Spiel-Modi sind ebenfalls gelungen. Wer den Vorgänger mochte, wird somit vom zweiten Teil erst recht begeistert sein.  (tw)


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Links zum Artikel:
EA - Need for Speed Underground 2 (.com): http://www.eagames.com/official/nfs/underground2/de/home.jsp
Electronic Arts: http://www.electronicarts.de/

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