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Spieletest: Blitzkrieg Rolling Thunder - Pattons Feldzüge

WK-II-Echtzeitstrategiespiel in Fortsetzung

Mit "Blitzkrieg: Rolling Thunder" ist ein eigenständiges Spiel aus der Blitzkrieg-Reihe erschienen, das sich in einer Einzelspieler-Kampagne mit den Feldzügen auf dem europäischen Kontinent beschäftigt, bei denen der berühmte US-General George S. Patton im Zweiten Weltkrieg beteiligt war.

Blitzkrieg: Rolling Thunder
Blitzkrieg: Rolling Thunder
Auf Grund der Thematik sind mehrere neue Kartentypen wie zum Beispiel Nordafrika, die Ardennen und einige neue Einheiten-Typen hinzugekommen. Außer der Kampagne sind noch Szenarien für den spanischen Bürgerkrieg, Kämpfe in Norwegen, Australisch-Guinea und Sibirien hinzugefügt worden. Zu den neuen Einheiten zählen arabische Scharfschützen, norwegische Infanterie und russische Partisanen.

Screenshot #1 (PC)
Screenshot #1 (PC)
Es handelt sich bei dem Spiel um eine Vollversion, man muss also keine andere Blitzkrieg-Version besitzen. Das Gameplay wurde gegenüber dem Original- Blitzkrieg kaum verändert, nur die Missionen sind andere. Zwar sichert nun der Besitz von Bahnhöfen, Häfen, Fabriken und Flughäfen den fortwährenden Nachschub für den Spieler bzw. dessen Gegner, doch ist diese Option bislang auch kaum vermisst worden. Allerdings ergeben sich daraus einige strategische Überlegungen um die Ressourcen, die man bislang in Blitzkrieg nicht anstellen musste.

Screenshot #2 (PC)
Screenshot #2 (PC)
Wie schon bei Blitzkrieg sind einzelne Missionen innerhalb der Kampagnen so verbunden, dass man einige Einheiten und ihre wachsende Erfahrung von Mission zu Mission übernimmt, sofern sie überleben. Darüber hinaus kann man Bonuseinheiten erlangen, wenn man besonders erfolgreich war. Upgrade-Möglichkeiten innerhalb von Einheiten der Kernarmee erlauben, passend zum Szenario geeignete Waffentypen auszuwählen.

Screenshot #3 (PC)
Screenshot #3 (PC)
Die Briefings sind ausführlich und mit geschichtlichem Hintergrundmaterial aufgefüttert, was angesichts der thematischen Konzentration auf einen Feldherren auch sinnvoll ist. Besondere Erfolge werden mit Auszeichnungen und Beförderungen belohnt. Die 18-Missionen-Kampagne führt von der Landung in Casablanca durch sieben Länder. Neben dem Kampf um Nordafrika wird die Operation Husky (Landung auf Sizilien) und die Operation Cobra (Ausbruch aus der Normandie nach D-Day) thematisiert.

Screenshot #4 (PC)
Screenshot #4 (PC)
Außerdem gibt es Missionen zur Kesselschlacht von Falaise, den Kampf um Frankreich und die Ardennenschlacht und den Kampf um Echternach (Luxemburg). Sogar das Kommandounternehmen Hammelburg ist berücksichtigt worden, bei dem Patton anordnete, ein Kriegsgefangenenlager in Hammelburg, etwa 80 km hinter der Front, im Handstreich zu nehmen, um seinen Schwiegersohn John Waters zu befreien.

Screenshot #4 (PC)
Screenshot #4 (PC)
Das Gameplay selbst ist gegenüber den Vorgängerspielen nicht verändert worden. Wie gehabt gehen Versorgungseinheiten und Reparaturtrupps ihrer Arbeit weitestgehend autonom nach und kümmern sich um die Einheiten in ihrer Nähe. Die mechanisierten Einheiten und die Infanterie, die nun vorselektiert als Gruppe auftritt, weichen bei Angriffen des Gegners automatisch leicht zurück. Zudem kann man Schützengräben und Sperren bauen.

Screenshot #6 (PC)
Screenshot #6 (PC)
Die Grafik wurde bis auf die neuen Karten und Einheiten nicht verändert und wirkt auf Grund der nur angetäuschten 3D-Darstellung mittlerweile etwas antiquiert. Auch beim Sound gibt es keine Neuerungen.

Blitzkrieg läuft auf Windows 98/2000/ME/XP und erfordert stolze 1,5 GByte freien Festplattenspeicher. Auf Grund der etwas veralteten Spiele-Engine tut es allerdings schon ein Pentium III mit 800 MHz und 256 MByte RAM. Das Spiel hat eine USK-16-Freigabe und kostet zwischen 28,- und 39,- Euro.

Fazit:
Blitzkrieg: Rolling Thunder eignet sich zwar, um Fans die Wartezeit bis zum Erscheinen des Nachfolgers Blitzkrieg 2 zu verkürzen. Für den verlangten Preis sind die neuen Einheiten, die 18-Missionen-Kampagne und die Hand voll von weiteren Einzelmissionen des eigenständigen Add-Ons allerdings eher dürftig. Neueinsteiger sind mit einer Vollversion des ersten Blitzkrieg-Spiels besser bedient.  (ad)


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Links zum Artikel:
Blitzkrieg: http://www.blitzkrieg.de

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