Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9905/3346.html    Veröffentlicht: 20.05.1999 07:30    Kurz-URL: https://glm.io/3346

O'Reillys Buch "Open Sources" frei im Internet

Der US-Verlag O'Reilly veröffentlicht das erst im Januar '99 erschienene Buch "Open Sources: Voices From the Revolution" komplett und kostenlos im Internet. "Open Sources" ist eine Sammlung von Texten, die sich mit dem Thema OpenSource, also frei verfügbarer Software, beschäftigt und versucht, Einblicke in die OpenSource-"Bewegung", ihre Erfolge und ihre Zukunft zu geben.

Die im Buch zu findenden Texte stammen von folgenden OpenSource-Pionieren: Brian Belendorf (Apache), Scott Bradner (Internet Engineering Task Force), Jim Hamerly (Netscape), Kirk McKusick (Berkeley Unix), Tim O'Reilly (O'Reilly & Associates), Tom Paquin (mozilla.org), Bruce Peren (Open Source Initiative), Eric Raymond (Open Source Initiative), Richard Stallman (Free Software Foundation), Michael Tiemann (Cygnus Solutions), Linus Torvalds (Linux), Paul Vixie (Bind), Larry Wall (Perl) und Bob Young (Red Hat).

"Natürlich wird die gebundene Version des Buches weiterhin in den Buchläden verkauft", sagte Tim O'Reilly, Präsident von O'Reilly & Associates, "aber wir fühlten, daß diese Stimmen gerade jetzt gehört werden müssen. Ein Schlüssel für den Erfolg von OpenSource liegt in der leichten Verbreitung von Informationen über das Internet, was es den Menschen möglich macht, die Texte frei weiterzuveröffentlichen und die gute Botschaft zu verbreiten. Allerdings wollen wir nicht, daß die Leute das Quell-Material verändern, also erlaubt die Lizenz nur eine Weitergabe ohne Veränderung."

Dazu wurde jeder der einzelnen Autoren vorher gefragt und alle stimmten - was wenig verwundert - der Weitergabe als "Open Source" zu, solange die Texte nicht verändert würden. "Open Sources: Voices From the Revolution" ist ab sofort unter www.oreilly.com/catalog/opensources/book/toc.html zu finden.

Kommentar:
Daß O'Reilly durch die kostenlose Weitergabe des Buches Geld verschenkt, dürfte übrigens wenig wahrscheinlich sein, Bücher lesen sich nunmal nicht so angenehm über das Netz. Entweder druckt man das Buch aus oder kauft es sich dann schließlich doch, und sei es, um Drucker und die Tintenpatrone zu schönen. Nichtsdestotrotz ist die Aktion, wenn auch kein Novum im Buchmarkt, doch immerhin ein interessanter Schritt, um der OpenSource-Bewegung mehr Verständnis und Öffentlichkeit zu verschaffen.  (ck)


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