Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0408/33276.html    Veröffentlicht: 31.08.2004 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/33276

Spieletest: Sudeki - Rollenspiel mit Action-Shooter-Anleihen

Spiel erscheint exklusiv für die Xbox

Komplexe Rollenspiele wie die Final-Fantasy-Reihe haben zwar einen großen Fankreis, schrecken aber auch unzählige Spieler ab - ausufernde Dialoge, komplexe Charakterwerte und vielschichtige Kampfsysteme sind nun mal nicht jedermanns Sache. Sudeki, das seit dem 27. August 2004 exklusiv für die Xbox erhältlich ist, wählt da einen deutlich zugänglicheren Weg - und versucht, Anhänger klassischer Japano-RPGs ebenso zu überzeugen wie Rollenspiel-Neulinge.

Über die Hintergrundgeschichte sollte man lieber einen Mantel des Schweigens hängen - die Story von den zwei Welten, die einen Krieg miteinander ausfechten, weil Götter sich verschworen haben und eines der beiden Länder in vollkommene Dunkelheit hüllen wollen, ist weder kreativ noch wirklich spannend. Glücklicherweise scheinen die Macher von Sudeki allerdings Ähnliches gedacht zu haben, denn allzu lange muss man sich nicht mit dem Vorgeplänkel aufhalten - schon nach kurzer Zeit ist die eigene vierköpfige Party vollständig und der Kampf gegen das verfeindete Reich kann beginnen.

Screenshot #1
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Wie von anderen Rollenspielen gewohnt sind natürlich auch die Charaktere, die man in Sudeki steuert, hinsichtlich ihrer Fähigkeiten sehr unterschiedlich: Der Krieger Tal macht meist kurzen Prozess und ist der kräftigste in der Gruppe, die Zauberin Ailish hingegen verlässt sich auf ihr magisches Können und heilt auch mal die Wunden der verletzten Mitstreiter. Buki ist als Katzenfrau sehr wendig und geschickt, der Wissenschaftler Elco schließlich ist für die Technik und wilde Erfindungen zuständig - viel klarer könnte die Rollenverteilung also kaum sein.

Screenshot #2
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Die äußerst unterschiedlichen Skills der Charaktere sorgen auch dafür, dass die zahlreichen Rätsel meist "nebenbei" gelöst werden können - wenn irgendwo etwa Kisten verschoben werden müssen und deshalb große Kraft gefragt ist oder in einer Situation nur Magie weiterhelfen kann, muss man nicht lange überlegen, um herauszufinden, zu welchem Charakter man wechseln muss.

Screenshot #3
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Punkten kann Sudeki vor allem auf Grund des ungewöhnlichen Echtzeit-Kampfsystems: Während Tal und Buki sich immer auf den Nahkampf einlassen und durch gutes Timimg beim Knopfgedrücke zu beeindruckenden Combos und prügelspielartigen Angriffen getrieben werden, schaltet die Action bei der Steuerung der anderen beiden in die Ego-Sicht - und lässt einen aus der Ferne erstklassige Shooter-Momente erleben. Ärgerlich ist allerdings, dass sich die KI der Kollegen in Grenzen hält - wird man von zahlreichen feindlichen Monstern attackiert, ist häufiges Wechseln der Position gefragt, da sich oft keiner der vier wirklich überzeugend selbst verteidigt.

Screenshot #4
Screenshot #4
Für einen Großteil der stimmungsvollen Atmosphäre sorgt die wunderschöne Grafik - die abwechslungsreichen Szenarien wie etwa malerische Dörfer, düstere Höhlen oder auch weite gründe Landschaften sind malerisch in Szene gesetzt und die Charaktere stehen in puncto Animation und Detailgrad der schicken Umgebung in nichts nach. Die Sprachausgabe hingegen nervt von Zeit zu Zeit - vor allem, da viele der zahlreichen NPCs einen etwas gewöhnungsbedürftigen Humor haben und viele unnötige Kalauer von sich geben.

Fazit:
Sudeki wird gestandene RPG-Profis kaum begeistern können - zu plump ist die Story, zu offensichtlich die Rätsel und zu einfach das Skill-System. Wer einen simplen Einstieg in dieses Genre sucht und sich über Action-Elemente und schöne Grafiken freut, dürfte an dem Titel aber Gefallen finden.  (tw)


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