Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0408/33212.html    Veröffentlicht: 26.08.2004 17:00    Kurz-URL: https://glm.io/33212

Silent Hunter III - Keine Schönwetter-U-Boot-Simulation

Video zeigt Manöver bei schwerem Wellengang

Auf der Games Convention 2004 zeigte das rumänische Entwicklerteam von Ubi Soft der Presse bereits, dass seine U-Boot-Simulation Silent Hunter III im Gegensatz zur Konkurrenz nicht nur eine Schönwettersimulation ist. Nun veröffentlichte Ubi Soft ein Video, bei dem sich ein U-Boot durch stürmisches Wetter müht und welche Herausforderung durch Wellengang und schlechte Sicht geboten werden.

Screenshot #1
Screenshot #1
Silent Hunter III soll laut Lead-Designer Tiberius Astianax Lazar nicht nur für anspruchsvolle Fans von U-Boot-Simulationen, sondern auch für Einsteiger interessant sein. Aus diesem Grund kann man die Berechnungen für den Torpedo-Abschuss entweder dem Spiel überlassen oder selbst - und damit vielleicht genauer - durchführen. Zudem soll sich der Realismus-Grad je nach Wunsch einstellen lassen.

Screenshot #2
Screenshot #2
Die flexiblen Realitätseinstellungen erlauben es, das Spiel an ein großes Spektrum an Vorlieben anzupassen, vom weniger anspruchsvollen Modus mit nicht zu viel manueller Kontrolle über die detaillierten U-Boot-Mechanismen - Torpedos, Antrieb, Steuerung - bis hin zu den realistischen hardcoreorientierten Funktionen, die technisches und historisches Wissen über U-Boot-Kriegsführung voraussetzen. "Stell Dir vor, dass Du SH3 wie einen Shooter auf See mit einem U-Boot (mit nachsichtigem Mechanik- und Schadens-System, mittlerer Herausforderung durch die KI usw.) oder mit manueller Kontrolle spielst, mit jedem Detail des täglichen Betriebs eines historischen WKII-U-Boots", so Lazar gegenüber Golem.de.

Screenshot #3
Screenshot #3
Der Spieler durchpflügt in Silent Hunter III zurzeit des Zweiten Weltkriegs mit seinem deutschen U-Boot arktische und tropische Regionen sowie den Atlantik und das Mittelmeer; gesteuert werden können U-Boote der Typen II, VII, IX und XXI. Selbst bis vor New York kann man vordringen, dazu haben die Entwickler des Spiels gar die Freiheitsstatue und die damalige Skyline der Stadt in 3D modelliert. Schön anzusehen ist die im Vergleich zu Silent Hunter II deutlich verbesserte Grafik - vor allem auch dank einer gut gelungenen, externen, frei fliegenden Kamera, die Vollblut-Simulationsfans aber vermutlich verschmähen und sich voll auf Instrumente und die Geräuschkulisse verlassen werden.

Screenshot #4
Screenshot #4
Ubi Soft verspricht, dass Spieler die Atmosphäre von U-Boot-Kriegsfilmen geboten bekommen. Einen ersten Eindruck davon vermittelten die Entwickler auf der Games Convention und auch im nun veröffentlichten Videomitschnitt: Der Spieler kann sich im Inneren des U-Boots bewegen, seiner Besatzung zusehen und muss Moral sowie körperlichen Zustand im Auge behalten. Die Besatzungsmitglieder können dem Spieler einen Teil der Arbeit abnehmen und ihrerseits an Erfahrung gewinnen und bessere Fähigkeiten entwickeln. Auf der Spielemesse in Leipzig sah die 3D-Brücke schon recht vielversprechend aus, obwohl noch nicht alle Teile mit funktionierenden Instrumenten bestückt waren.

Screenshot #5
Screenshot #5
Das fertige Spiel soll neben einer Karriere-Kampagne mit Auszeichnungen und Fertigkeitsverbesserungen, fiktiven und historischen Patrouillen-Missionen auch einen Missions-Editor und einen Mehrspieler-Modus bieten. Den konnten die Entwickler zur GC 2004 noch nicht zeigen, aber immerhin in Aussicht stellen, dass wahrscheinlich auch Silent Hunter III und das später folgende Destroyer Command II - wie ihre Vorgänger - miteinander verbunden werden können. Dann heißt es im Mehrspieler-Modus 'Zerstörer gegen U-Boot'.

Screenshot #6
Screenshot #6
Während Silent Hunter III bei Missionen mit schönem Wetter schon recht gut aussieht, wird erst bei stürmischer See klar, was die Engine zu bieten hat. Das U-Boot schwankt, taucht in Wellenberge ein und selbst bei geringer Tauchtiefe berücksichtigt die Engine die Turbulenzen unter Wasser. Die Wellen bekommt man sowohl über als auch unter Deck zu spüren, im U-Boot schwankt es ganz gehörig, auf Deck fegen Wellen über die Mannschaft, während Blitze den Nachthimmel erhellen.

Screenshot #7
Screenshot #7
Das Zielen und die Sicht werden durch das simulierte Unwetter deutlich erschwert, so dass Silent Hunter III auch für gestandene Silent-Hunter-Experten eine Herausforderung darstellen könnte. Eine weitere Besonderheit der Engine ist das feinere Schadensmodell, das nun bei U-Booten, Schiffen und Flugzeugen wesentlich mehr Trefferzonen berücksichtigt, die sich unterschiedlich auf den weiteren technischen Betrieb und die Kampfkraft auswirken.

Screenshot #8
Screenshot #8
Die künstliche Intelligenz des Spiels, so versprechen es die Entwickler, wird sehr stark sein. In der Präsentation auf der GC 2004 konnte man zwar sehen, wie Zerstörer eines angegriffenen Geleitzuges nach dem U-Boot des Spielers zu suchen begannen, aber noch keine Rückschlüsse auf die wirkliche Spielstärke der KI ziehen.

Silent Hunter 3 soll im ersten Quartal 2005 auf den Markt kommen und erfordert mindestens 256 MByte RAM sowie eine DirectX-9-fähige Grafikkarte mit mindestens 64 MByte Speicher. Das Unwetter-Video findet sich auf der offiziellen Website des Spiels: www.silent-hunteriii.com.  (ck)


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Links zum Artikel:
Silent Hunter III - offizielle Website zur U-Boot-Simulation (.com): http://www.silent-hunteriii.com
Ubisoft: http://www.ubisoft.de

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