Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0408/33127.html    Veröffentlicht: 23.08.2004 12:49    Kurz-URL: https://glm.io/33127

Drohen Preiserhöhungen bei DSL?

Telekom will nutzungsabhängige Gebühren für DSL-Reseller erhöhen

Bis Ende September 2004 muss die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) über neue Vorleistungspreise der Deutschen Telekom entscheiden, die für alternative DSL-Angebote der Wettbewerber im Privatkundenmarkt ausschlaggebend sind. Der VATM befürchtet nun, die Preise für DSL könnten in diesem Zusammenhang deutlich steigen und fordert zudem die Einführung eines Bitstream-Access zum DSL-Netz der Telekom für Anbieter.

Die Telekom fordere, die breitbandigen Zugangsleistungen ZISP (Zuführung zum ISP) im bundesweiten DSL-Wettbewerb um mehr als 130 Prozent zu erhöhen, was sich nach Ansicht des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM) in "anhaltend überhöhten Entgelten in den Endkundenpreisen" niederschlagen könne.

Im Vergleich mit Belgien, Frankreich, Italien, Niederlande, Spanien und Großbritannien zeige sich, so der VATM, dass die breitbandigen Zuführungsentgelte im Rahmen von "ZISP" in Deutschland deutlich zu hoch seien. "Um im europäischen Umfeld wettbewerbsfähig zu sein, muss die Regulierungsbehörde bei der Preisermittlung für ZISP statt der von der Telekom beantragten Preiserhöhung für die nutzungsabhängigen ZISP-Entgelte eine Senkung um mindestens 20 bis 30 Prozent anordnen", fordert Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM.

Die DSL-Vorleistung "ZISP" sei dabei heute sowohl in Kombination mit T-DSL- als auch mit Resale-DSL-Anschlüssen das einzig verfügbare und damit entscheidende Zuführungsprodukt im bundesweiten DSL-Wettbewerb. "Da der Ex-Monopolist weiterhin darauf beharrt, freiwillig keine Alternative in Form weiterer Bitstream-Produkte anzubieten und zur Durchsetzung solcher Angebote voraussichtlich zeitintensive Regulierungs- und Gerichtsverfahren anstehen, behält ZISP weiterhin seine weichenstellende Funktion für das Breitbandwachstum in Deutschland", so Grützner weiter.

Der Verband appelliert daher an den Regulierer, neben einer "konsequenten Regulierung der ZISP-Entgelte" auch in Deutschland unverzüglich mit der Durchsetzung eines Bitstream-Access-Produktes zu beginnen. Im europäischen Ausland, unter anderem in Spanien, England, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Belgien, sei der Bitstream-Access schon seit Jahren verfügbar.

Bitstream-Access bietet alternativen Anbietern die Möglichkeit, über die DSL-Leitungen anderer, in diesem Fall der Telekom, den direkten Zugang zum Endkunden zu bekommen und eigene Internetdienste anzubieten. Ein Netzbetreiber stellt dabei breitbandige Übertragungskapazität zwischen dem Endkunden und einem definierten Übergabepunkt im Netz eines weiteren Anbieters bereit. Dieser kann dann den kompletten Bitstrom übernehmen und eigene, differenzierte Produkte dem Endkunden direkt anbieten.

Nachdem die Reg TP der Telekom vor knapp einem Jahr erstmals genehmigte, von den Wettbewerbsunternehmen zusätzlich zu festen monatlichen Beträgen für die Bereitstellung der Zusammenschaltung an den Übergabepunkten als zusätzliche Komponente auch nutzungsabhängige Entgelte zu verlangen, befürchtet der VATM nun eine deutlich Steigerung dieser nutzungsabhängigen Gebühren: Aktuell liegt der Preis bei 0,6325 Euro pro 10 KBit/s. Ab dem 1. Oktober 2004 will die Telekom die Preise auf 1,55 Euro je 10 KBit/s erhöhen.

Am 24. August 2004 findet die öffentliche Anhörung zur Entgeltgenehmigung für die breitbandige DTAG-Vorleistung "ZISP" statt.  (ji)


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Links zum Artikel:
Deutsche Telekom: http://www.dtag.de
Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post: http://www.regtp.de
VATM: http://www.vatm.de/

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