Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0408/33113.html    Veröffentlicht: 23.08.2004 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/33113

Spieletest: Gotcha! - Farbiges Geballer

Ego-Shooter der anderen Art für PC

Während viele Ego-Shooter auf Blut, abgetrennte Körperteile und zahlreiche Schockmomente setzen, geht Gotcha! von Gathering und Take 2 einen anderen Weg: Hier stehen sich immer zwei Teams mit farbigen Markern gegenüber - und versuchen, durch platzierte Schüsse mit Farbkugeln den Sieg zu erringen.

Kern des Einzelspieler-Modus sind die Ligen, in denen man im Modus Capture The Flag auf unterschiedlichen Karten das gegnerische Team markieren muss und gleichzeitig versucht, die gegnerische Flagge zu erobern. Wird man selber von den Farbgeschossen erwischt, scheidet man zwar aus der jeweiligen Runde aus, darf aber wahlweise ein anderes Mitglied des Teams übernehmen - bis die Runde beendet ist. Zwar stehen unterschiedliche Teams und Gefährten zur Verfügung, allerdings unterscheiden sich die nur rein optisch - hinsichtlich ihrer Fähigkeiten sind alle Charaktere identisch.

Screenshot #1
Screenshot #1
Das Spielprinzip bringt es mit sich, dass in puncto Waffenvielfalt nicht allzu viel geboten wird. Zwar gibt es unterschiedliche Marker, die dann zum Teil auch schneller reagieren oder mit denen der Kontrahent besser anvisiert werden kann, die Vielfalt üblicher Ego-Shooter-Schießprügel erreichen die Farbpistolen und -gewehre aber natürlich nicht. Dafür hinterlassen schlecht platzierte Schüsse deutlich sichtbare Farbkleckse in der Umgebung, und auch die Kleidung der Spieler sieht bald recht bunt aus.

Screenshot #2
Screenshot #2
Deutlich auf den Spielspaß drückt die äußerst miese KI: Sowohl die Team-Kollegen als auch die Kontrahenten verhalten sich nur selten taktisch, zudem treffen sie oft auch aus kürzester Entfernung nicht oder merken gar nicht, dass ein Gegner direkt vor ihnen steht. Auf längere Sicht bietet also der Multiplayer-Modus die einzige wirkliche Herausforderung, zumal hier auch weitere Modi wie (Team) Deathmatch, Last Man Standing oder Kill The King zur Auswahl stehen.

Screenshot #3
Screenshot #3
Auch optisch ist Gotcha! alles andere als eine Meisterleistung. Die Areale, wie etwa ein Schrottplatz, eine Burgruine oder ein verlassenes Dorf, sind zwar sehr abwechslungsreich, wirklich hübsch und detailliert ist aber keine der Karten. Hinzu kommt, dass die Animationen der Charaktere unfreiwillig komisch wirken, da die Spieler oft wie Geister über den Boden gleiten - wer gerne das aktuelle Unreal Tournament oder vergleichbare Team-Shooter spielt, wird über diese Mankos nur den Kopf schütteln können.

Fazit:
Eigentlich war es ja eine gute Idee, das Gotcha-Prinzip auch für den PC umzusetzen, allerdings fehlt diesem Spiel hier mehr als nur das Fein-Tuning - weder die KI noch die Präsentation können wirklich mit zeitgemäßen Shootern mithalten. Einzig der Multiplayer-Modus lässt zumindest für ein paar Stunden ein bisschen Spielspaß aufkommen.  (tw)


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Take 2: http://www.take2.de

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