Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0408/33023.html    Veröffentlicht: 17.08.2004 11:59    Kurz-URL: https://glm.io/33023

ATI Catalyst 4.8 - nicht nur für Far Cry und Doom 3 wichtig

Neues Radeon-Treiberpaket bringt auch besseren Absturzschutz mit sich

Wie versprochen hat ATI sein nun erhältliches Radeon-Treiberpaket Catalyst 4.8 um Unterstützung für Geometry Instancing erweitert und seine OpenGL-Treiber überarbeitet - Ersteres ist wichtig für Far-Cry- und Letzteres für Doom-3-Fans. Verbessert wurde zudem ATIs Schutzmechanismus VPU Recover, der nun bei Treiber- und 3D-Software-Abstürzen weniger oft in den Software-Rendering-Modus wechselt.

Mittels Geometry Instancing nehmen ATIs DirectX-9-fähige Grafikchips der PC-CPU einiges an Arbeit ab, indem sie in 3D-Szenen ständig wiederkehrende Objekte wie Bäume und Gras in einem Rutsch generieren und diese somit beliebig oft (wieder-)verwendet werden können. Dadurch wird es auch möglich, weit entfernte Objekte auch wirklich als Objekte zu rendern und nicht einfach durch 2D-Sprites (Billboard) zu ersetzen. Bisher profitiert davon nur der aus Deutschland stammende 3D-Shooter Far Cry, der ab der Version 1.2 nicht nur Optimierungen für Nvidias GeForce-6x00er-Serie, sondern auch für Radeon-Grafikchips mit sich bringt. Allerdings hat Crytek die Geometry-Instancing-Unterstützung nicht als Standardeinstellung aktiviert - man sieht den Effekt erst, wenn man die "draw distance" in Far Cry durch ein Konsolenkommando erweitert.

Die Verbesserung von VPU Recover, mit dem sich der bei einem Absturz aus dem Tritt geratene ATI-Treiber wieder fangen kann, gilt nur für Windows XP. Hier soll der Grafiktreiber sich nun deutlich öfter vollständig erholen und damit seltener nur im Software-Rendering-Modus landen.

Der Catalyst-4.8-Treiber kann dank unterstützter "EIA 861B Timing Specification" nun unter Windows 2000/XP DVI-basierte Fernseher besser ansteuern. Dazu werden die Ansteuerungsinformationen (E-EDID/DTV-Timings) ausgelesen. Werden diese von den Standardauflösungen nicht unterstützt, passen sich die ATI-Treiber automatisch an. Geboten werden folgende Digitalfernseher-Auflösungen:

640 x 480p bei 60 Hz und 25.2 MHz pclk
720 x 480p bei 59.94 Hz und 27.0 MHz pclk
720 x 576p bei 50 Hz und 27.0 MHz pclk
1.280 x 720p bei 60 Hz und 74.25 MHz pclk
1.280 x 720p bei 50 Hz und 74.25 MHz pclk
1.920 x 1.080i bei 60 Hz und 74.25 MHz pclk
1.920 x 1.080i bei 50 Hz und 74.25 MHz pclk
1.920 x 1.080p bei 60 Hz und 148.5 MHz pclk
1.920 x 1.080p bei 50 Hz und 148.5 MHz pclk

Weiterhin verspricht ATI effizientere Direct3D-Treiber und entsprechende Leistungssteigerungen in CPU-lastigen Fällen wie 3DMark2001, Aquamark 3, Comanche4, Dungeon Siege und Unreal Tournament 2003 sowie 2004. Zwischen 1 bis 5 Prozent soll hier der Geschwindigkeitszuwachs betragen.

Für den lange vernachlässigten und nun effizienteren OpenGL-Treiber verspricht ATI in Verbindung mit Doom 3 einen doch beachtlichen Leistungsanstieg um bis zu 12 Prozent. Weniger deutlich fällt die Leistungssteigerung von älteren OpenGL-Spielen wie "Quake III Arena" und "Wolfenstein - Enemy Territory" aus - hier werden nur 1 bis 2 Prozent in kleinen Auflösungen hinzugewonnen, doch bei den mittlerweile erreichten Bildraten dürfte das eher unwichtig sein. Bei Call of Duty liegt die Leistungssteigerung bei etwa 4 Prozent.

Um die Beseitigung von Fehlern hat sich ATI auch beim neuen Treiberpaket bemüht. Unter anderem behoben wurden Darstellungsprobleme beim 3D Mark03 (Trolls Lair Test 3 unter Windows XP), mit Divinity (Kantenglättung), High Heat Baseball 2003 (Radeon X800 und Windows XP), Madden NFL 2003 (Radeon 9800 XT mit aktiviertem Truform), Need for Speed Underground (Radeon 9000/9200 unter Windows XP), Splinter Cell Pandora Tomorrow (Multiplayer-Modus unter Windows XP mit Radeon 9200), Thief 3 (Licht- und Schattenfehler unter Windows XP) und Unreal Tournament 2004 (Radeon X600 und Windows XP).

Das Treiberpaket Catalyst 4.8 ist für Windows 2000/XP (26 MByte) sowie die Windows XP Media Center Edition (22 MByte) zum Download erhältlich. Unterstützt werden jeweils alle Radeon-Chip-Serien von 7000 bis X800 inkl. etwaiger All-in-Wonder-Versionen mit integriertem TV-Tuner. Auch für ATIs Mainboard-Chipsätze mit Onboard-Grafik sind Treiber enthalten. Für Windows-9x/ME gibt es seit Ende Juli 2004 immerhin den Catalyst 4.7.  (ck)


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Links zum Artikel:
ATI (.com): http://www.ati.com
ATI (.com) - Treiber: http://www.ati.com/support/driver.html

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