Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0408/32871.html    Veröffentlicht: 09.08.2004 12:50    Kurz-URL: https://glm.io/32871

Musik-Industrie bewegt sich im Streit um Künstlervergütung

Keine Annäherung im Streit um Vergütung für Online-Vertrieb

Im Streit mit der GEMA um die Höhe der Abgaben für Musikangebote im Internet machen die Phonoverbände (IFPI) jetzt einen kleinen Schritt auf die GEMA zu. Der Streit um die Höhe der Abgaben war zum Start des Online-Musik-Dienstes der Phonoverbände, PhonoLine, eskaliert.

"Wir haben die feste Absicht, uns mit der GEMA so schnell wie möglich auf eine Lizenzvereinbarung zu verständigen", erklärt Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände. "Nach überaus verständnisvollen Gesprächen mit Vertretern der Rechteinhaber hat der Vorstand der Deutschen Landesgruppe der IFPI deswegen entschieden, die ohne Vorbehalt an die GEMA zu leistenden Lizenzzahlungen um einen Prozentpunkt zu erhöhen."

Im Streit mit der GEMA hatte die IFPI Deutschland in Bezug auf sämtliche Auswertungsformen für Musik die Schiedsstelle, das Deutsche Patent- und Markenamt, angerufen. Die Musik-Industrie hält die von der GEMA geforderten Tarife für unangemessen hoch.

Die GEMA verlange für Musikangebote im Internet 15 Prozent oder eine Mindestlizenz von 0,20 Euro. Diese liegt über der Lizenz für die CD-Auswertung von 9,009 Prozent, aber auch diese halten die Phonoverbände für zu hoch.

Der unstrittige Lizenzbetrag wird zurzeit von den Musikfirmen zwar gezahlt, bis die Differenzen zwischen den Forderungen der GEMA und den Vorstellungen der Musikfirmen geklärt sind, werden die Gelder aber auf Sperrkonten hinterlegt.

Mit der aktuellen Ankündigung zahlen die Tonträgerhersteller für die mechanischen Auswertungen auf Tonträgern künftig 6,6 Prozent statt bisher 5,6 Prozent direkt an die GEMA. Sie verzichten auf den Prozentabzug, der für eine gemeinsame Pirateriebekämpfung gedacht gewesen ist. Gleichzeitig fordert die IFPI die GEMA aber auf, sich an den Kosten einer intensiven Bekämpfung von Musikpiraterie, die zurzeit nahezu ausschließlich von der IFPI finanziert werde, zu beteiligen.

"Im Übrigen erwartet die IFPI, dass nun auch die GEMA endlich einen Schritt tut, der eine Einigung über die Autorenvergütung ermöglicht", heißt es dazu in einer Presseerklärung.  (ji)


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