Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0407/32625.html    Veröffentlicht: 28.07.2004 11:22    Kurz-URL: https://glm.io/32625

AMD Sempron: Drei Kerne für Aschenbrödel

Abgespeckter Athlon 64, Barton und Thoroughbred für Low-End-Systeme

Mit dem Sempron liefert AMD nun neue Desktop- und Notebook-Prozessoren für den unteren Preisbereich, womit die Marken Athlon XP und der sowieso schon nicht mehr offiziell gelistete und nur noch vereinzelt zu findende Duron langsam abgelöst werden. Wurde zuvor vermutet, dass hinter dem Sempron eine abgespeckte Version des Athlon-64-Prozessor-Kerns steckt, ist dies nur die halbe Wahrheit - die Sempron-Familie beherbergt auch noch zwei alte Bekannte...

Sempron-Logo
Sempron-Logo
Seinen Namen erhält der Sempron laut AMD vom lateinischen Wort "semper", welches "tägliche Nutzung, praktisch, und Teil des täglichen Lebens" bedeute. Dies zeigt schon, dass der Sempron, wie auch der von AMD noch bis voraussichtlich 2005 vertriebene Athlon XP und dessen abgespeckte Variante Duron, hauptsächlich in praktischen stationären und mobilen Arbeitsrechnern sein Zuhause finden wird und weniger in High-End-Spielemaschinen.

Nur im aktuellen Desktop-Prozessor-Topmodell von AMDs neuer Budget-Familie, dem Sempron 3100+ (1,8 GHz) für den neuen Sockel 754, kommt ein abgespeckter Athlon-64-Kern mit 256 statt 512 KByte Level-2-Cache zum Einsatz. Ihm fehlen auch die 64-Bit-Erweiterung sowie der No-Execution-(NX)-Speicherschutz von AMD. Den Hypertransport-Controller (1,6 GHz) hat AMD nicht abgespeckt, auch die Cool'n'Quiet-Stromspartechnik wurde nicht angetastet. Im vierten Quartal 2004 soll noch der 3000+ folgen, vermutlich ebenfalls für den Sockel 754.

Sempron-CPU
Sempron-CPU
Die Sempron-Modelle 2200+ (1,5 GHz), 2300+ (1,583 GHz), 2400+ (1,667 GHz), 2500+ (1,75 GHz), 2600+ (1,833 GHz) und 2800+ (2.0 GHz) basieren hingegen auf Athlon-XP-Kernen mit 256 KByte Level-2-Cache und 166-MHz-Systembus für den alten Sockel A. Zum Einsatz kommen entweder Thoroughbred- oder Barton-Kerne, Letztere mit halbiertem Level-2-Cache - der Athlon XP lebt also im Sempron noch für einige Monate weiter. Erst ab 2005 soll der Name Athlon XP dann in der Versenkung verschwinden - und mit ihm vermutlich auch der Sockel A.

Sockel-A-Mainboards müssen laut AMD mit neuem BIOS versehen werden, um den Sempron zu erkennen. Hier gilt es, sich beim jeweiligen Mainboard-Hersteller schlau zu machen. Sowohl für die Sockel-754- als auch die Sockel-A-Varianten des Sempron nennt AMD eine Thermal Design Power (TDP) bzw. eine Abwärme von 62 Watt.

Mobile-Sempron-Logo
Mobile-Sempron-Logo
Bei datenintensiveren Anwendungen und Spielen wird der größere Cache der Athlon-64- und Athlon-XP-Prozessoren (mit normalem Barton-Kern) eine spürbar höhere Leistung erbringen als die der Sempron-Prozessoren. Für normale Büroanwendungen dürfte der Sempron aber mehr als genug Leistung bieten. Die 64-Bit-Erweiterung und die von AMD als Antivirus-Schutz beworbene NX-Funktion des Athlon 64 werden ab dem für August 2004 erwarteten Windows XP Service Pack 2 unterstützt - dann werden die weiteren Unterschiede zwischen Athlon 64 und dem Sempron 3100+ deutlicher.

Für dünne und leichte Notebooks hat der Prozessorhersteller den als "Low Power Mobile Sempron" klassifizierten Mobile Sempron 2600+ (1,6 GHz, 128 KByte L2-Cache) und den Mobile Sempron 2800+ (1,6 GHz, 256 KByte L2-Cache) vorgesehen. Beide stecken in einem 754-Pin-Lidless-Micro-PGA-Chip-Gehäuse, haben eine Abwärme von 25 Watt und werden per Hypertransport angebunden.

Die Mainsteam-Mobile-Sempron-Prozessoren Mobile AMD Sempron 2600+ (1,6 GHz, 128 KByte L2-Cache), 2800+ (1,6 GHz, 256 KByte L2-Cache), und 3000+ (1,8 GHz, 128 KByte L2-Cache) sind für normale Notebooks in voller Baugröße gedacht. Sie stecken im gleichen Chip-Gehäuse wie die Modelle des Low-Power-Mobile-Semprons, haben ebenfalls einen abgespeckten Mobile-Athlon-64-Kern, aber mit 62 Watt die gleiche Abwärme wie die Desktop-Semprons, was in einer höheren Kernspannung begründet ist. Alle Mobile-Semprons verfügen über AMDs Stromspartechnik PowerNow.

Mobile-Sempron-CPU
Mobile-Sempron-CPU
Alle Sempron-Prozessoren mit Ausnahme des nur in einer AMD-FAQ erwähnten Sempron 3000+ sollen bereits in Dresden (FAB 30) gefertigt werden. Dabei kommt jeweils ein 130-nm-Fertigungsprozess zum Einsatz. Sempron-Systeme wurden unter anderem von Acer, Asus, HP und Lenovo angekündigt, erste Notebooks mit den mobilen Semprons erwartet AMD ab August 2004.

Die Mainstream-Notebook-Prozessoren Mobile Sempron 2600+, 2800+ und 3000+ sollen preislich bei 84,-, 108,- bzw. 120,- US-Dollar liegen, die Low-Power-Mobile-Sempron-CPUs 2600+ und 2800+ sind mit 107,- und 134,- US-Dollar vergleichsweise etwas teurer. Die Desktop-Modelle des AMD Sempron - der 2200+, 2300+, 2400+, 2500+, 2600+, 2800+ und 3100+ - kosten 39,-, 45,-, 61,-, 74,-, 85,-, 109,- bzw. 126,- US-Dollar.

Zur Übersicht die AMD-Preisliste (Stückpreise ab 1.000 CPUs) vom 28. Juni 2004:

Die mit (*) markierten Prozessoren sind nicht mehr gelistet, es handelt sich um die alten Preise.  (ck)


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Links zum Artikel:
AMD Deutschland: http://www.amd.de

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