Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0407/32272.html    Veröffentlicht: 09.07.2004 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/32272

Spieletest: Ballance - Komplexe Marble-Madness-Variante

Geschicklichkeitsspiel für PC von Cyparade und Atari

Der Atari-Klassiker Marble Madness sorgte in den Achtzigern für Begeisterung unter Freunden von Geschicklichkeitsspielen. Zahlreiche Variationen des populären Spielprinzips - wie etwa das gelungene Super Monkeyball - waren aber auch in den letzten Jahren dafür verantwortlich, dass immer wieder Spieler ihr Bestes gaben, um mit viel Geschick eine Kugel über schmale und variantenreiche Kurse zu dirigieren. Mit "Ballance" erlebt das Ganze jetzt ein neuerliches Revival am PC.

Generell ist das Prinzip von Ballance recht schnell erklärt: In zwölf sehr umfangreichen Leveln muss eine Kugel an diversen Objekten vorbei über einen mit unzähligen Hindernissen gespickten Parcours bis zum Ziel geführt werden. Rampen, Fallen, Kisten, aber natürlich auch die Schwerkraft machen einem das Leben dabei schwer - da sich sämtliche Kurse in einem Fantasie-Szenario irgendwo im Himmel befinden, ist ein Abkommen von der Bahn gleichbedeutend mit einem Absturz ins Nichts.

Screenshot #1
Screenshot #1
Ballance erweitert das bekannte Marble-Madness-Prinzip allerdings um eine fordernde Puzzle-Komponente - hier ist nicht nur Fingerspitzengefühl beim Dirigieren der Kugel mit den Pfeiltasten gefragt, sondern auch eine gute Portion Gehirnschmalz. Von Zeit zu Zeit befindet man sich etwa auf einer Plattform und weiß zunächst gar nicht, wo es weitergeht - bis man dann durch das Rollen gegen eine Wand einen Schalter für einen Fahrstuhl umlegt. Auch witzig: Die Kugel, die man steuert, kann ihren Zustand ändern - an diversen Stellen lässt sich der Ball wahlweise in Holz, Stein oder Papier transformieren. Während die Steinkugel viel Schwung besitzt und so etwa Kisten knackt, lässt sie sich über brüchige Brücken kaum gefahrlos hinüberführen - hier ist Papier dann die bessere Wahl.

Screenshot #2
Screenshot #2
Da die Level wie angesprochen recht komplex sind, gibt es diverse Checkpoints innerhalb der Kurse, an denen man bei einem Absturz neu beginnen darf. Sind alle Leben aufgebraucht, muss allerdings von ganz vorne begonnen werden. Ebenfalls ärgerlich: Gespeichert wird immer nur am Level-Ende - wer an einer bestimmten Stelle nicht weiterkommt, kann nicht nach einem Neustart am letzten Checkpoint wieder anfangen, sondern muss den ganzen Level von vorne beginnen. Zu Beginn steht übrigens auch nur ein Level zur Auswahl - erst durch das erfolgreiche Beenden einer Aufgabe wird jeweils die nächste freigeschaltet.

Screenshot #3
Screenshot #3
Optisch bietet Ballance soliden Durchschnitt - für ein Geschicklichkeitsspiel kann sich das Ganze aber durchaus sehen lassen, zudem läuft der Titel auch auf älterer Hardware noch recht flüssig. Die etwas enthoben klingende Musik sollte das Himmels-Szenario wohl passend untermalen, wer von spirituellen Klängen wenig angetan ist, dürfte hier aber schon bald entnervt zum Lautstärke-Regler greifen.

Screenshot #4
Screenshot #4
Gesteuert wird Ballance komplett mit der Tastatur - wer etwa die Möglichkeiten des Analog-Sticks bei Konsolenspielen wie Super Monkeyball zu schätzen gelernt hat, wird sich daher erst an die nicht so präzise Tastenbedienung gewöhnen müssen. Prinzipiell ist aber auch per Pfeiltaste ein gefühlvoller Umgang mit der Kugel möglich. Zur besseren Übersicht lässt sich die Ansicht zudem drehen, was ebenfalls per Tastendruck erledigt wird.

Besonders umfangreich ist Ballance sicherlich nicht - nach vier bis fünf Stunden dürfte wirklich jeder den Abspann zu sehen bekommen. Dafür wird der PC-Titel im Handel allerdings auch zu einem recht fairen Preis von etwa 15,- Euro verkauft.

Fazit:
An ernst zu nehmenden Geschicklichkeitsspielen gab es auf dem PC in letzter Zeit nicht viel Erwähnenswertes, Ballance erscheint also genau zum richtigen Zeitpunkt - und dürfte Freunden von Marble Madness und Konsorten auch recht viel Spaß bereiten. Präsentation und Umfang sind zwar verbesserungswürdig, dafür ist der Verkaufspreis mit gerade mal 15,- Euro aber auch wirklich fair ausgefallen.  (tw)


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Links zum Artikel:
Atari: http://www.atari.de
Ballance (.org): http://www.ballance.org/

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