Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0406/31919.html    Veröffentlicht: 23.06.2004 13:35    Kurz-URL: https://glm.io/31919

Kein DDR2 667: Intel-Chipsätze verhindern Übertakten

Nur zwei Hersteller sollen Intels Übertaktungsschutz bisher überlistet haben

Wenn schon in wenigen Wochen DDR2-Speicher mit 667 MHz (166 MHz x 4) auf den Markt kommen, werden die meisten neuen Grantsdale- und Alderwood-Mainboards nur DDR2-533-Speicher ausnutzen können. Laut Toms Hardware hat Intel die Chipsätze mit einem Übertaktungsschutz für den Systembus versehen.

Intels neue Chipsätze sollen ab etwa 10-prozentiger Übertaktung reagieren, die eingestellte Taktfrequenz nicht mehr annehmen und das System zum Absturz bringen. Einige Mainboards starten automatisch neu und erlauben weitere Versuche. Nur Asus und Gigabyte sollen es bis jetzt geschafft haben, die Intel-Chipsätze zu überlisten.

Den meisten Mainboards bleibt damit DDR2-Speicher jenseits von DDR2-533 verwehrt. Erst ab dem für das dritte Quartal 2004 erwarteten Intel-Chipsatz 925XE, der im Gegensatz zum Vorgänger 925X Express auch mit ECC-Speicher klarkommen soll, wird Intel Toms Hardware zufolge offiziell DDR2-667 unterstützen.

Dies ergibt für Intels Konkurrenten Via Technologies und SIS die Möglichkeit, sich mit eigenen Lösungen vom Rest des Feldes abzuheben. Allerdings sind die Spezifikationen für DDR2-667 vom Speicherindustrie-Gremium JEDEC noch nicht abgesegnet, so dass man gespannt sein darf, wie schnell DDR2-667 seinen Weg in PCs finden wird.

Wichtiger ist aber die Frage, ob in den nächsten Wochen überhaupt DDR2-533-Speicher in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Denn glaubt man der Analyse von DRAMeXchange, sind DDR2-Bauteile derzeit nicht nur deutlich teurer als ihre nicht unbedingt langsamere DDR1-Konkurrenz, sondern auch Mangelware. Viele DRAM-Hersteller sollen ihre Prognosen für die DDR2-Verbreitung zurückgefahren haben, nicht nur wegen der verspätet erfolgten Einführung von Intels Chipsätzen, sondern auch auf Grund der bisher nur geringen DDR2-Liefermenge, die nicht einmal die zurzeit noch extrem niedrige Nachfrage decken soll.

Während Mainboard-Hersteller MSI das Problem mit Paketangeboten aus Mainboards und zwei DDR2-Speicherriegeln dämpfen will, gehen einige Hersteller - wie bereits zur Grantsdale- und Alderwood-Einführung erwähnt - den Weg, auch Grantsdale-Boards mit DDR1-Speicher-Steckplätzen zu bestücken. Dazu zählen etwa Abit bei seinem Intel-915P-basierten ATX-Mainboard LGA775, DFI mit seinem Lanparty 915P-T und Gigabyte mit seinem ebenfalls mit Intel 915P ausgestatteten GA-8GPNXP Duo, welches je zwei DDR1- und DDR2-Speichersteckplätze (kein Mischbetrieb möglich!) bietet.  (ck)


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