Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0406/31729.html    Veröffentlicht: 14.06.2004 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/31729

Spieletest: Gangland - Mafia-Strategie für PC

Strategie-Titel mit Action-Einlagen

Vom harmlosen Kriminellen zum mächtigen Mafia-Paten - schon eine ganze Reihe von Spielen haben mehr oder weniger erfolgreich versucht, diesen Karriereweg nachzuzeichnen. Auch Gangland versucht sich auf diesem Terrain - und kann zumindest zeitweise mit seinem Mix aus Action und Strategie überzeugen.

Zu Beginn ist man natürlich nicht viel mehr als ein Laufbursche, der für den übermächtigen Paten ein paar Aufträge ausführen soll. Die Relevanz dieser Missionen nimmt aber beständig zu - ehe man sich versieht, darf man auch schon Schutzgelder erpressen, die Mitarbeiterzahl feindlicher Gangs minimieren oder Kneipen besetzen. Vor jedem Auftrag bekommt man dafür eine bestimmte Anzahl von Mitstreitern und Ausrüstung, mit der sich jedes "Problem" eigentlich recht schnell lösen lässt.

Screenshot #1
Screenshot #1
Die Bedienung von Gangland erinnert an ein Echtzeit-Strategiespiel - die Szenerie wird in bekannter ISO-Ansicht dargestellt. Auch die Action-Einlagen werden per simplem Klick erledigt: Schusswechsel sind so sehr komfortabel zu erledigen, werden Action-Fans auf Grund der mangelnden Einflussmöglichkeiten aber kaum begeistern. Strategen sind dagegen gefordert, wenn ein ganzes Team auf einmal befehligt werden muss; in diesen Situationen ist dann Taktik gefragt und die durchaus vorhandene Spieltiefe von Gangland offenbart sich.

Screenshot #2
Screenshot #2
Für spielerische Abwechslung sorgen kleinere Fahreinlagen, in denen man aus dem Auto heraus die feindlichen Schergen mit Blei füttern kann. Die Steuerung erweist sich hier allerdings als recht hakelig, was zusammen mit dem Speichersystem für einigen Frust sorgt - freie Save-Games können nicht angelegt werden, stattdessen wird immer nur nach dem erfolgreichen Erledigen einer Mission gesichert.

Screenshot #3
Screenshot #3
Hat man den Status eines Paten erreicht, geht es ans Gründen einer Familie und das Heranziehen eigener kleiner, potenzieller Mafiosi. Die einzelnen Missionsziele geben dabei leider sehr genau vor, was man wann und wie zu erledigen hat - besonders viel spielerischer Freiraum wird leider nicht gewährt. Zumindest darf man aber auch mal ganz ohne Druck durch die eigene Stadt wandeln, ein Schwätzchen mit den zahlreichen Bewohnern führen und sich so öfter auch einen kleinen Nebenverdienst erschließen.

Screenshot #4
Screenshot #4
Optisch wartet Gangland zwar mit einer Reihe witziger Details auf, einen Grafik-Preis wird der Titel aber sicherlich nicht gewinnen. Die Ohren werden ebenfalls nicht verwöhnt, gerade mal ein paar wenige und nicht sonderlich spektakuläre Effekte dringen aus den Lautsprechern nach außen. Das größere Problem ist allerdings die mit der Zeit schnell nachlassende Motivation: Hat man die prinzipielle Bedienung von Gangland erst mal verstanden, gibt es schon bald nichts wirklich Neues zu entdecken - die Luft ist so leider nach den ersten Spielstunden schnell wieder raus.

Gangland ist für PC bereits im Handel erhältlich. Die USK-Einstufung liegt bei 16 Jahren.

Fazit:
Zu Beginn kann Gangland angehende Mafiosi durchaus unterhalten - die Missionsziele scheinen recht abwechslungsreich gewählt, zudem wirkt die große Stadt so, als hätte man zahlreiche Optionen zur Auswahl. Leider stellt sich schon bald die erste Ernüchterung ein: Dank zu starker Linearität und mangelnder Spieltiefe fehlt dem PC-Titel die Fähigkeit, auch lange zu überzeugen - da hängt man den Gangster-Job schnell wieder an den Nagel.  (tw)


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