Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0405/31173.html    Veröffentlicht: 06.05.2004 16:30    Kurz-URL: https://glm.io/31173

Musikindustrie prellt Künstler um ihre Tantiemen

Ersatzzahlung von 50 Millionen US-Dollar vereinbart

In den letzten Jahren hat die Musikindustrie immer wieder demonstriert, wie entschlossen sie gegen Anwender vorgeht, die angeblich durch die Nutzung von Tauschbörsen den Umsatz der großen Plattenfirmen beeinträchtigen. Wenn es darum geht, selbst Geld auszugeben, nimmt man es bei den Unternehmen aber offensichtlich nicht mehr so genau: Wie der US-Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer herausfand, wurden über Jahre hinweg zahlreichen Künstlern nicht die Tantiemen ausgezahlt, die ihnen zugestanden hätten.

Spitzer hatte sich über zwei Jahre mit diesem Fall beschäftigt und dabei ermittelt, dass unzählige Künstler nicht die ihnen zustehenden Gelder erhielten - angefangen bei bekannten Superstars wie David Bowie, Dolly Parton, Liza Minelli und Harry Belafonte bis hin zu zahlreichen weniger renommierten Bands und Musikern. Begründet wurden die nicht erfolgten Zahlungen damit, dass die Plattenfirmen die Kontakte zu den jeweiligen Künstlern verloren und daher die Bezahlung eingestellt hätten.

Nach Verhandlungen mit der Industrie konnte Spitzer nun durchsetzen, dass die beachtliche Summe von 50 Millionen US-Dollar nachträglich an die betreffenden Künstler ausgezahlt werden soll. Die großen Plattenfirmen Sony Music, Warner Music Group, Universal Music, EMI und BMG sicherten zudem zu, dass sie zukünftig stärker mit Industriegruppen und Gewerkschaften zusammenarbeiten wollen, um Künstler, denen Gelder geschuldet werden, ausfindig zu machen. Auch untereinander will man die Weitergabe von Kontakten verbessern und die Auszahlung von Tantiemen generell transparenter gestalten.  (tw)


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