Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0404/30887.html    Veröffentlicht: 20.04.2004 11:50    Kurz-URL: https://glm.io/30887

Unternehmen wollen universelles 3D-Format entwickeln

Interaktive 3D-Inhalte sollen sich ebenso leicht nutzen lassen wie JPEG-Bilder

Intel, Boeing und Adobe haben zusammen mit mehr als 30 weiteren Unternehmen das 3D Industry Forum gegründet. Gemeinsam mit der Normungsorganisation Ecma International will man ein universelles 3D-Format entwickeln, das als Vorschlag für einen ISO-Standard dienen soll. Damit soll die Nutzung von interaktiven 3D-Inhalten ebenso leicht möglich sein wie heute die Nutzung von Fotos in Form von JPEG-Dateien.

Obwohl die Bandbreite und die Leistung der Computer in den Unternehmen gestiegen sei, verhindern fehlende Standards, dass die 3D-Inhalte breiten Einzug bei Technikern und Designern finden, so das Konsortium. Wären diese vorhanden, könnten 3D-Inhalte online genutzt und zwischen Standardanwendungen ausgetauscht werden.

Mit einem universellen Standard für die Nutzung von 3D-Inhalten, wie sie beispielsweise beim Produktentwurf anfallen, will man die Nutzung von interaktiven Simulationen unter anderem als Hilfsmittel in Schulungen fördern. Auch elektronische Bedienungsanleitungen könnten so interaktive Darstellungen für die Wartung und Reparatur von Autos, Flugzeugen und anderen Gegenständen anzeigen. Nutzer von Online-Katalogen könnten Produkte auf Basis von 3D-CAD-Modellen ausprobieren, die bei der Herstellung der Produkte entwickelt wurden.

"Jedes Mal, wenn sich ein neuer Medienstandard im Computer- und Kommunikationsbereich etabliert hat, führte dies zu einer Explosion neuer Einsatzbereiche und neuer Märkte", so Intels Chief Technology Officer (CTO) Pat Gelsinger. "Diese Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Industrien markiert einen bedeutenden Schritt hinsichtlich der Verfügbarkeit von 3D-Grafik in Form eines allgegenwärtigen Mediums. Ein gutes Beispiel dafür ist das .JPG-Dateiformat, das Bilder auf unsere PCs, in das Internet und sogar auf unsere Mobiltelefone gebracht hat."

Das 3D Industry Forum umfasst derzeit mehr als 30 Mitglieder. Neben der Schaffung eines allgemeinen Standards für die gemeinsame Nutzung interaktiver 3D-Inhalte will man auch Tools und Informationen für den Einsatz dieser Technologien anbieten, eine Gemeinde für laufende Industrie-Initiativen, die andauernde Entwicklung von 3D-Grafik etablieren und das Industriewachstums sowie die Entwicklung eines Ökosystems für den 3D-Grafikmarkt fördern.

Die erste Version eines offenen "Universal 3D Formats" soll später in diesem Jahr veröffentlicht werden. Auch ein Sample Player sowie Runtime-Libraries sollen dann zur Verfügung stehen. Zu den wichtigsten Merkmalen des Formats sollen Streaming und Komprimierung sowie Animation gehören. Außerdem sollen Anwender mit der Interaktion beginnen können, bevor die gesamte Datei auf den Zielrechner heruntergeladen wurde.  (ji)


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Links zum Artikel:
3D Industry Forum (.org): http://www.3dif.org

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