Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0404/30697.html    Veröffentlicht: 08.04.2004 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/30697

Spieletest: Max Payne - Zeitlupen-Action auch für den GBA

Umsetzung des Shooter-Klassikers für Nintendos Handheld

An die Tatsache, dass der Game Boy Advance auf Grund zahlloser SNES-Umsetzungen zum Eldorado für 16-Bit-Konsolenfans avanciert ist, hat man sich bereits gewöhnt, mittlerweile schaffen aber auch immer mehr Umsetzungen von PC-Spielen den Sprung auf Nintendos Handheld. Take 2 hat jetzt den Shooter-Klassiker Max Payne, der für PC bereits 2001 erschien, für den GBA umgesetzt - und dabei vor allem in technischer Hinsicht Großes geleistet.

Inhaltlich ist das Spiel identisch mit der drei Jahre alten PC-Vorlage: Man schlüpft in die Rolle des New Yorker Cops Max Payne, dessen Frau und Kind von Junkies brutal ermordet werden. Sofort macht man sich auf, um den Drogenring auszuheben - und wird durch ein Missverständnis plötzlich auch noch zu einem Hauptverdächtigen in einem Mordfall, so dass man neben zahlreichen Gangstern auch gleich noch die Polizei auf dem Hals hat.

Screenshot #1
Screenshot #1
Der Kontrahenten entledigt man sich meist ohne großes Vorgeplänkel mit den eigenen Schusswaffen - gleich mehrere Pistolen und Gewehr-Arten sorgen dafür, dass man immer den passenden Schießprügel zur Hand hat. Ärgerlich ist nur, dass die Iso-Ansicht immer nur einen Teil der jeweiligen Level darstellt - viel zu oft betritt man neue Räume oder vorher nicht besuchte Teile von größeren Arealen und wird schon beschossen, bevor man überhaupt die Kontrahenten sehen kann. Der Schwierigkeitsgrad wird so auf recht unfaire Art und Weise in die Höhe getrieben.

Screenshot #2
Screenshot #2
Eigentlicher Clou ist auch auf dem GBA natürlich die so genannte "Bullet Time": Durch Drücken der rechten Schultertaste verlangsamt man die Zeit und kann sich beständig schießend mit beeindruckenden Sprüngen und Rollen der Feinde entledigen, während die Kontrahenten nur in Zeitlupe agieren. Eine Sanduhr zeigt an, wie viel von der eigenen Bullet Time noch übrig ist - ist sie leer, kann diese Option auch nicht mehr genutzt werden.

Screenshot #3
Screenshot #3
Die Optik ist für GBA-Verhältnisse recht detailliert und hübsch anzusehen, hat allerdings auf Grund der Iso-Perspektive auch manchmal ihre Tücken - da glaubt man etwa, sicher hinter einer Wand zu stehen und wird trotzdem von feindlichen Kugeln erwischt. Oder aber man braucht eine ganze Weile, um durch eine Tür zu gehen - weil man mit Max beständig an deren Rahmen vorbeiläuft.

Screenshot #4
Screenshot #4
Die Hintergrundmusik ist leider wenig abwechslungsreich und wiederholt sich sehr schnell, dafür wurde aber beachtlicherweise zumindest in den Zwischensequenzen die (englische) Sprachausgabe beibehalten, die ein wenig krächzend, aber sehr gut verständlich aus den Lautsprechern dröhnt. Nichtsdestotrotz ist der Umfang auf Grund einiger gekürzter Level nochmals geringer als beim ohnehin schon sehr kurzen PC-Vorbild: Nach etwa fünf bis sechs Stunden hat man das erste GBA-Abenteuer von Max siegreich hinter sich gebracht.

Max Payne Advance ist bereits zum Preis von knapp 40,- Euro im Handel erhältlich; die USK-Einstufung liegt bei 16 Jahren.

Fazit:
Technisch ist Max Payne auf dem GBA sicherlich beachtlich, der Spielspaß kann allerdings nicht mit dem PC-Original mithalten: Die oftmals etwas unglückliche Perspektive und der beständige Beschuss von Gegnern, die man noch gar nicht sieht, drücken doch erheblich auf die Motivation. Auch in der Handheld-Version bleibt Max Payne alles in allem ein sehr stimmungsvoller Shooter, eine neue Action-Referenz ist den Entwicklern mit diesem Titel aber keinesfalls gelungen.  (tw)


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Take 2: http://www.take2.de

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