Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0403/30585.html    Veröffentlicht: 31.03.2004 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/30585

Spieletest: Counter-Strike: Condition Zero

Einzelspieler-Shooter endlich fertig gestellt

Über vier Jahre wurde an Counter-Strike: Condition Zero, einer Singleplayer-Variante des populären Multiplayer-Taktik-Shooters Counter-Strike, gearbeitet - eine lange Zeit, in der mehrmals die zuständigen Entwickler ausgetauscht wurden und sich gleich mehrere Teams erfolglos an der Entwicklung versuchten. Jetzt ist das Spiel tatsächlich erschienen - und man fragt sich ernsthaft, warum das Ganze bloß so lange gedauert hat.

Die Thematik von Counter-Strike dürfte den meisten PC-Spielern bekannt sein: Zwei Teams - eine Gruppe von Terroristen und eine gegnerische Spezialeinheit - stehen sich gegenüber und kämpfen auf unterschiedlichen Maps um den Sieg. Während die Terroristen Bomben anbringen und Geiseln nehmen, muss die Anti-Terror-Einheit die Geiseln befreien und die Bomben entschärfen. Gleichzeitig liefert man sich natürlich auch taktisch geprägte Feuergefechte - ist das gegnerische Team mit Hilfe von Scharfschützen- und Maschinengewehren, Granaten oder auch Defensiv-Waffen wie einem kugelsicheren Schutzschild bezwungen, gewinnt man auch die jeweilige Runde.

Screenshot #1
Screenshot #1
Condition Zero bietet im Grunde genau dasselbe - nur, dass man hier nicht mit menschlichen Kameraden unterwegs ist, sondern die Teamkollegen ebenso wie die feindlichen Terroristen von der CPU gespielt werden und neben dem "Dienstzeit-Modus" unter dem Namen "Deleted Scenes" noch eine Kampagne gestrickt wurde, um dem Ganzen eine mehr oder weniger zusammenhängende Hintergrundgeschichte zu spendieren. Vor jeder Mission wählt man aus einer Reihe möglicher Recken die jeweils passendsten Kämpfer aus, wobei sie sich nach Geschick, Teamfähigkeit und Bewaffnung unterscheiden. Dabei stehen nicht alle von Beginn an zur Verfügung - einige kosten mehr Credits und können erst nach ersten Erfolgen "angeworben" werden.

Screenshot #2
Screenshot #2
Vor jeder Mission darf man zudem die für die jeweilige Mission geeigneten Waffen kaufen. Hat man darauf keine Lust, reicht aber auch ein Druck auf die F1-Taste - dann werden die Gewehre und Pistolen automatisch bestimmt. Um eine Mission für sich zu entscheiden, muss jedes Team mindestens drei Siege auf seinem Konto haben und zudem noch wenigstens mit zwei Siegen im Vorsprung liegen. Zudem gibt es jeweils noch Unterziele wie etwa "Befreie eine Geisel" oder "Schalte einen Terroristen aus", die der Spieler erfüllen muss, um die Map komplett für sich zu entscheiden.

Screenshot #3
Screenshot #3
Neben dem Gameplay dürften Counter-Strike-Veteranen auch die Karten, auf denen gespielt wird, bekannt vorkommen - eine Reihe von ihnen fanden bereits in den bisherigen Counter-Strike-Veröffentlichungen Verwendung und wurden nur minimal - etwa mit neuen Objekten wie zusätzlichen Kisten - modifiziert. Nichtsdestotrotz bieten die Maps in den USA, im Irak, Russland und Japan natürlich immer noch genug Raum für spannende Gefechte, Counter-Strike ist schließlich vor allem auf Grund seines genialen Level-Designs immer noch eines der meistgespielten PC-Programme.

Screenshot #4
Screenshot #4
Die KI ist im Großen und Ganzen gelungen - sowohl die Team-Kameraden als auch die Kontrahenten verhalten sich recht geschickt und passend auf der jeweiligen Karte. Zudem geben sie über Funk beständig Rückmeldung über ihre Position oder ihre Entdeckungen. Per Tastendruck gibt man ebenfalls simple Befehle wie "Zurück zur Basis" oder "Position Halten", auf die die AI-Gefährten dann auch prompt mit entsprechenden Handlungen oder manchmal auch ablehnenden Antworten reagieren.

Screenshot #5
Screenshot #5
Optisch hinkt Condition Zero auf Grund der langen Entwicklungszeit natürlich hoffnungslos hinterher. Wer etwa Far Cry gespielt hat und dann Condition Zero anschaut wird das Gefühl haben, in eine frühere Ära des PC-Gaming zurückversetzt worden zu sein - detailarme Texturen und kantige Charakter-Modelle bestimmen das Bild.

Sämtliche neuen Waffen und Karten von Condition Zero lassen sich auch für den mitgelieferten Multiplayer-Part von Counter-Strike nutzen, ansonsten ist dieser aber identisch mit dem Spiel, das seit Jahren weltweit online gespielt wird - und kostenlos zum Download steht.

Counter-Strike: Condition Zero ist ab sofort für PC im Handel erhältlich und hat von der USK keine Jugendfreigabe bekommen, darf also nur an Personen ab 18 Jahren verkauft werden. Der Preis liegt bei knapp 30,- Euro. Wer Probleme hat, sich auf den Karten zurechtzufinden, sollte einen Blick in das ansprechend gestaltete offizielle Lösungsbuch von Prima Games werfen (ISBN 0-7615-4398-8), das zum Preis von 14,95 Euro zudem zahlreiche Tipps und Tricks liefert.

Fazit:
Condition Zero ist eigentlich genau das geworden, als das es angekündigt wurde: eine Einzelspieler-Version von Counter-Strike mit ein paar neuen Waffen, modifizierten Karten und recht intelligent agierenden AI-Bots. Fraglich ist nur, wer das technisch antiquierte Spiel noch kaufen soll - natürlich macht es immer noch Spaß, wer aber bereits seit Jahren Counter-Strike spielt, wird die geforderten 30,- Euro kaum aufbringen wollen, um jetzt auch offline üben zu können. Höchstens Einsteiger, die noch nie Counter-Strike gesehen haben und vor dem Online-Spiel zurückschrecken, könnte der Titel wirklich interessieren - nur fraglich, ob die auf Grund der veralteten Technik nicht lieber zu aktuellen Perlen wie etwa Far Cry greifen.  (tw)


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Links zum Artikel:
Valve (.com): http://www.valvesoftware.com/
Vivendi Universal Games: http://de.vu-games.com

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