Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0403/30159.html    Veröffentlicht: 09.03.2004 12:03    Kurz-URL: https://glm.io/30159

Vorwärts: Stärkere Förderung für deutsche Nanotechnologie

Deutschland investiert 200 Millionen Euro von 2005 bis 2009

Im Rahmen der "Innovationsinitiative" der Bundesregierung hat Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn die nationale Strategie zur Nanotechnologie vorgestellt, die gezielt bestimmte Marktbereiche fördern soll. Der im internationalen Vergleich vorhandene Vorsprung Deutschlands in der Nanotechnologie soll damit weiter ausgebaut werden, erklärte Bulmahn am 9. März 2004 im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin.

Nanotechnologie bietet die Möglichkeit, Produkte auf molekularer und atomarer Basis herzustellen. Zudem verspricht sie laut Bundesregierung Lösungsansätze für künftige Herausforderungen unserer Gesellschaft, etwa im Gesundheitswesen durch bessere Diagnostik- und Therapie-Möglichkeiten.

Die Projektförderung des Bundesforschungsministeriums für die Nanotechnologie wird sich zukünftig auf die Automobilbranche, die optische Industrie, die Pharma- und Medizintechnik sowie die Elektroniksparte konzentrieren. Für diese "in enger Abstimmung mit Wirtschaft und Wissenschaft" gewählten Bereiche stehen in den Jahren 2005 bis 2009 rund 200 Millionen Euro zur Verfügung, so Bulmahn.

"Für die Bundesregierung hat diese wichtige Zukunftstechnologie bereits heute Vorrang. Allein die im Rahmen der Projektförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung jährlich bereitgestellten Fördermittel für Nanotechnologie von rund 100 Millionen Euro konnten seit 1998 fast vervierfacht werden. Wir dürfen uns auf unseren Lorbeeren aber nicht ausruhen. Ziel ist es, für den Haushalt 2005 der Nanotechnologie eine deutliche Priorität zu geben", betont die Bundesforschungsministerin.

Gefördert werden etwa eine in der Region Dresden entstehende moderne Elektronik-Produktionsstätte ("NanoFab"), effiziente Licht- bzw. Strahlquellen auf Halbleiterbasis ("Nanolux"), Nanomaterialien und Nanobiologie für den Gesundheitsbereich ("NanoForLife"), die Förderung kleinerer und mittlerer Unternehmen im Nanotech-Bereich ("NanoChance") sowie die Entwicklung sichererer und umweltfreundlicher Autos ("NanoMobil"). Für Letzteres sollen innerhalb von vier Jahren insgesamt 32,5 Millionen Euro bereitgestellt werden.

Abschließend erklärte die Bundesforschungsministerin auf der Pressekonferenz in Berlin: "Für viele in Deutschland wichtige Industriebranchen wie Automobilbau, Informationstechnik, Chemie, Pharma und Optik hängt die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte auch von der Erschließung der Nanotechnologie ab. Konkurrenzfähigkeit wird in zunehmendem Maße durch die Faktoren Technologie und Innovation bestimmt, so dass neue Technologietrends wie die Nanotechnologie einen deutlichen Einfluss auf die Arbeitsmärkte des 21. Jahrhunderts erwarten lassen, die zur Sicherung des Wohlstands am Standort Deutschland genutzt werden müssen".

Das Bundesforschungsministerium stellt nähere Informationen zur Innovationsinitiative Nanotechnologie unter www.nanonet.de zur Verfügung.  (ck)


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Links zum Artikel:
Bundesministerium für Bildung und Forschung: http://www.bmbf.de
Nanonet.de - Deutsche Innovationsinitiative Nanotechnologie: http://www.nanonet.de

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