Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0403/30097.html    Veröffentlicht: 05.03.2004 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/30097

Spieletest: Autobahn Raser - Mieser Film, mieses Spiel

Spiel zum Film zum Spiel

Die Autobahn-Raser-Reihe gehört zu den zahlreichen Phänomenen der Spielebranche: Trotz einfallslosem Gameplay, liebloser Präsentation und miserablen Testergebnissen verkaufen sich die Spiele der Serie in Deutschland seit jeher unverschämt gut. Allein diese Tatsache scheint den Verantwortlichen bei Constantin Film dann auch schon gereicht zu haben, um einen Kinofilm aus der Spielvorlage zu machen, zu dem - wer hätte das gedacht - jetzt wiederum ein PC-Spiel erscheint.

Wer bereits einen Teil dieser mauen Rennspielreihe gespielt hat, braucht prinzipiell schon hier nicht mehr weiterzulesen - den Entwicklern von Davilex ist es nämlich erneut gelungen, sämtliche Schwächen der Reihe bravourös ins Jahr 2004 zu retten. Man rast durch mehr oder weniger realistisch abgebildete Städte wie München und Berlin, kann dabei seine den originalen Vorbildern grob nachempfundenen Wägelchen wie BMW und Smart allerdings nur mit Mühe auf der Straße halten, da das Wort schwammig zur Bezeichnung der Steuerung prinzipiell schon viel zu positiv ist.

Screenshot #1
Screenshot #1
Einzelne Missionen gaukeln dem Spieler ein abwechslungsreiches Gameplay vor - so soll man mal unter Zeitdruck oder aber gegen mehrere Konkurrenten ein Rennen siegreich beenden, der Polizei entkommen oder andere Fahrzeuge von der Straße rammen. Zwischendurch sammelt man Symbole wie blaue Pfeile und grüne Schraubenschlüssel ein, mit denen sich der Schaden des eigenen Wägelchens reparieren oder aber ein lächerlicher Boost aktivieren lässt.

Screenshot #2
Screenshot #2
Darüber hinaus wird auch ein Zwei-Spieler-Modus geboten, in dem an einem PC per Splitscreen gegeneinander gefahren wird - wahlweise verdingt sich dabei ein Spieler als Polizist, der andere versucht, unbeschadet davonzukommen. Im Missionsmodus muss man sich zwischendurch dann noch glücklicherweise abbrechbare Zwischensequenzen aus dem Kinofilm anschauen, die einen davon überzeugen, dass der Leinwandstreifen tatsächlich noch deutlich schlechter geworden ist als man es schon im Vorfeld befürchten musste - viel mehr billige Klischees und platte, einfallslose Witze kann man kaum auf Filmrolle bannen.

Screenshot #3
Screenshot #3
Der extrem niedrige Schwierigkeitsgrad dürfte Gelegenheitsspielern entgegenkommen, und zumindest der Preis treibt einem keine Zornesröte ins Gesicht - die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 19,95 Euro. In Anbetracht dessen, dass die ohnehin schon schwache Grafik auch noch zahlreiche Clipping-Fehler bereithält und man beständig von Musik von Scooter beschallt wird, sind aber selbst die knapp 20 Euro noch deutlich zu viel Geld für diesen Titel.

Fazit:
Auch die neue Auflage des Autobahn Raser bietet einem genau das, was man erwarten konnte - miese Grafik, schlechte Steuerung und praktisch keinen Spielspaß. Wer Wert auf hochqualitative Unterhaltung legt, macht einen großen Bogen um Film und Spiel; wer wissen will, was der Großteil der Gelegenheitsspieler zockt, kann aber zugreifen - und entgeistert den Kopf schütteln.  (tw)


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Links zum Artikel:
Davilex (.com): http://www.davilex.com

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