Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0402/29795.html    Veröffentlicht: 17.02.2004 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/29795

Spieletest: X2 - Handel und Action im Weltraum

Spiel von Egosoft für PC seit kurzem im Handel

Mit einiger Verspätung haben die deutschen Entwickler von Egosoft ihre Arbeiten an X2 fertig stellen können - und seit wenigen Tagen wartet die komplexe Space-Sim für den PC nun im Laden auf Käufer. Wer ein Faible für gut gemachte Science-Fiction-Szenarien hat, sollte sich den Titel unbedingt einmal ansehen - aber auch viel Zeit mitbringen.

Als Spieler schlüpft man in die Rolle eines zu Spielbeginn völlig abgebrannten Piloten, dem beinahe wie aus heiterem Himmel ein Schiff geschenkt wird - und dieses soll der Ausgangspunkt eines ganzen Imperiums werden. Von Beginn an lässt X2 dem Spiel immens viel Freiraum: Man kann entweder streng der in Zwischensequenzen erzählten Story folgen oder aber erst mal auf eigene Faust das riesige Weltall erkunden.

Screenshot #1
Screenshot #1
Da der eigene Raumgleiter zu Beginn sehr schwachbrüstig ist, sollte man von aggressiven Aktionen vorerst Abstand nehmen. Handeln ist angesagt - und hierzu kreuzt man auf tendenziell ungefährlichen Routen hin und her und richtet sich danach, was die ständig wechselnden Marktpreise gerade als lukrativ erscheinen lassen. Hat man dann ein paar erfolgreiche Transporte absolviert, was leider mehrere Stunden dauern kann, erlaubt der Geldbeutel nicht nur Waffen- und Geschwindigkeits-Updates für den eigenen Gleiter, sondern auch größere Raumschiffe - und fortan kann dann per Tastatur und Maus oder mit dem Joystick munter der Feuer-Knopf gedrückt werden.

Screenshot #2
Screenshot #2
Auch hier bieten sich wieder zahlreiche Möglichkeiten: Luft-Piraten lassen sich einfach aus dem All fegen, entführen oder auch in die eigene Flotte integrieren - mit der Zeit kann das eigene Raumschiff-Arsenal so auf eine beträchtliche Größe anwachsen, wobei sich die Raumschiff-Armada mit wenigen Befehlen recht gut automatisch steuern lässt. Hat man sich im All erst mal einen guten Ruf erarbeitet, kommen immer wieder neue Aufträge rein, die für Abwechslung und klingelnde Kassen sorgen. Alternativ kann aber auch weiter am eigenen Handelsimperium gefeilt werden, dem dann auch eigene Fabriken oder gar Raumstationen angegliedert werden können.

Screenshot #3
Screenshot #3
Da X2 alles andere als einsteigerfreundlich ist, sollte man das gute Tutorial keinesfalls überspringen - sonst wird man Probleme haben, sich im Wirrwarr unterschiedlicher Routen, Alien-Rassen, Handelswaren und Raumschiffen zurechtzufinden. Gleichzeitig sorgt diese Komplexität aber auch für eine enorme Spieltiefe sowie eine beachtliche Spieldauer - unter 40 Stunden wird man das auch als Endlos-Game einstellbare Spiel kaum wieder aus der Hand legen.

Screenshot #4
Screenshot #4
Im Vorfeld der Veröffentlichung von X2 sorgten vor allem die spektakulären Screenshots immer wieder für Begeisterung; das fertige Produkt zeigt allerdings, dass hier zwar keine Augenwischerei betrieben wurde, dennoch aber nicht alles so glänzt, wie man es gerne hätte. Den prinzipiell äußerst gelungenen Schiffsmodellen, die mit zahlreichen Effekten protzen, stehen eher mäßige Zwischensequenzen und unzählige karge Textmenüs gegenüber, die doch drastisch auf die Spielspaßbremse drücken. Zumindest hat sich die aufwendige Synchronisation gelohnt - die deutschen Stimmen können rundum überzeugen.

Screenshot #5
Screenshot #5
Während unsere Testversion die gesamte Spielzeit problemlos lief, haben viele Spieler offensichtlich große Probleme beim Installieren des Titels - wie den offiziellen Foren, aber auch diversen Fan-Sites zu entnehmen ist, sorgt der Kopierschutz hier wohl für einige unangenehme Probleme. Auch über zahlreiche Abstürze während des Spiels beschweren sich einige Zocker. Uns sind derartige Probleme allerdings wie angesprochen nicht aufgefallen.

Fazit:
X2 ist nicht ganz der Hit geworden, den man sich im Vorfeld erhofft hatte - dafür ist unter anderem die Anfangsphase, in der man ohne schlagkräftiges Schiff von der Action Abstand nehmen muss, zu langwierig, ungeduldige Spieler mit lockerem Ballerfinger sind mit Freelancer also besser bedient. Zudem wirkt die Optik an einigen Stellen lieblos und unfertig. Wer sich die Zeit nimmt, den Titel mit all seinen Möglichkeiten zu erforschen, wird aber stundenlang seinen Spaß an dem Spiel haben - unzählige Optionen und eine vorbildliche spielerische Freiheit sind die Pfunde, mit denen X2 wuchern kann.  (tw)


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Egosoft (.com): http://www.egosoft.com

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