Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0401/29515.html    Veröffentlicht: 29.01.2004 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/29515

Spieletest: Ogallala - Populäres Kartenspiel für PC

Umsetzung des Kartenklassikers von Outline Development

Nicht nur zahlreiche Brettspiele wurden in den letzten Jahren für den PC umgesetzt, auch Kartenspiele erfreuen sich unter Computerspielern beständiger Beliebtheit. Koch Media und die Entwickler von Outline Entertainment haben sich jetzt das populäre Ogallala von Rudi Hoffmann (u.a. Café International) vorgeknöpft und in ansprechender Form auf den Monitor gebracht.

Die Regeln von Ogallala erscheinen für ein Kartenspiel zunächst recht komplex, sind aber schnell erlernt. Zwei bis vier Spieler bauen gegeneinander Boote und versuchen, in diesen neben wertvoller Beute auch schlagkräftige Indianer zu platzieren, die die Beute beschützen. Hat man Boote fertig gebaut, kann man mit diesen die Kanus anderer Spieler angreifen; wer eine Lasso- oder Bogenschützen-Karte zieht, darf bei den Kontrahenten darüber hinaus Beute stibitzen oder Indianer in die ewigen Jagdgründe schicken.

Screenshot #1
Screenshot #1
Neben ein wenig strategischem Geschick beim Legen der Karten spielt allerdings auch das Glück eine dominierende Rolle: Wer zum Beispiel eine Totem-Karte zieht, darf eines seiner Boote damit vor feindlichen Attacken schützen, bekommt man hingegen die Karte "Wilde Axt", hat man Pech - dem Spieler bleibt dann nur noch die Wahl, welches der eigenen Schiffe er zum Zerstören freigibt.

Screenshot #2
Screenshot #2
Zwei bis vier Spieler können bei Ogallala antreten, wobei man die Wahl hat, wie viele davon vom Computer und wie viele von menschlichen Mitspielern gesteuert werden. Tritt man gegen Computergegner an, kann man für jeden von ihnen einen von drei Schwierigkeitsstufen auswählen - auf dem niedrigsten Level legen die Gegner recht wahllos ihre Karten an, wer "Schwierig" anwählt, muss hingegen mit recht durchdachtem und oft recht gemeinem Vorgehen rechnen.

Screenshot #3
Screenshot #3
Da auch die Computer-Gegner einen Mauszeiger haben, der sich automatisch über den Bildschirm bewegt, lassen sich gegnerische Aktionen recht gut nachvollziehen. Wer daran nicht interessiert ist, kann die Zuggeschwindigkeit aber auch hochsetzen und erreicht so, dass man nur kurze Zeit warten muss, bis man selbst wieder am Zug ist.

Screenshot #4
Screenshot #4
Die technische Umsetzung ist unspektakulär, aber gelungen: Optisch werden ein paar nette Hintergrund- und Menübilder geboten, die Soundkulisse beschränkt sich allerdings auf wenige Effekte, die einem schon nach ein paar Runden ziemlich auf die Nerven gehen. Hinsichtlich der Bedienung gibt die Maus-Steuerung keinen Grund zur Klage.

Die Entwickler haben zusätzlich noch einen nicht besonders umfangreichen Story-Modus eingebaut, der das Spiel in eine kleine Hintergrundgeschichte einbettet und dem Spieler weitere Aufträge stellt - hier müssen beispielsweise nicht nur mindestens drei Boote fertig gestellt werden, sondern auch ein Häuptling ins Boot gesetzt oder Dynamit sicher bis zum Spielende im Boot gehalten werden.

Ogallala ist für Windows-PC bereits im Handel erhältlich; der Preis liegt bei sehr fairen 9,99 Euro.

Fazit:
Fans von guten Kartenlegespielen sollten bei Ogallala zugreifen - für günstige 9,99 Euro bekommen sie eine sehr ansprechende Umsetzung des durchdachten Kartenspiels. Eine spaßige Runde mit Freunden kann der Titel sicherlich nicht ersetzen - hat man gerade keine Mitspieler zur Hand, ist diese PC-Umsetzung aber eine sehr gelungene Alternative.  (tw)


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Links zum Artikel:
Koch Media (.com): http://www.kochmedia.com/

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