Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0401/29492.html    Veröffentlicht: 28.01.2004 10:58    Kurz-URL: https://glm.io/29492

Nikon bringt digitale Spiegelreflexkamera für Einsteiger

Nikon D70 soll Canons EOS 300D Paroli bieten

Die schon länger erwartete digitale Einsteiger-Spiegelreflexkamera von Nikon ist nun offiziell vorgestellt worden. Die D70 erweitert die 1999 mit der Nikon D1 begonnene Produktlinie der digitalen Spiegelreflexkameras mit DX-Bildsensor um ein weiteres Modell, das zum gesamten Nikon-Systemzubehör kompatibel ist. Wechselobjektive werden an der D70 am F-Bajonett angeschlossen.

Der neue 6,1-Megapixel-Bildsensor im DX-Format bietet eine effektive Auflösung von 3.008 x 2.000 Pixel. Die Kamera speichert simultan im dualen Dateiformat (NEF [RAW] und JPEG). Die D70 soll im Gegensatz zu vielen anderen Digitalkameras nach Betätigung des Hauptschalters praktisch sofort aufnahmebereit sein. Auch die Auslöseverzögerung sei sehr gering - jedoch wird bei beiden Parametern derzeit kein Wert angegeben.

Screenshot #1
Screenshot #1
Der Autofokus misst die Entfernung in fünf Messfeldern. Das integrierte AF-Hilfslicht ermöglicht eine Autofokusmessung auch bei schwachem Umgebungslicht oder völliger Dunkelheit. Bei höchster Auflösung und Einstellung JPEG Normal (entspr. 8facher Datenkompression) sollen mindestens zwölf Bilder mit einer Bildfrequenz von drei Bildern pro Sekunde in Folge möglich sein. Je nach gewählter JPEG-Kompressionsstufe und Schnelligkeit der verwendeten CF-Speicherkarte sind sogar "endlose" Bildreihen bei dieser hohen Bildfrequenz möglich (nur begrenzt vom Speichervolumen der Karte).

Screenshot #2
Screenshot #2
Die Menüsteuerung erfolgt mit zahlreichen Tasten und Knöpfen und kann wie die Aufnahme auf dem Farbmonitor mit 130.000 Bildpunkten Auflösung kontrolliert werden. Die Kamera bietet Verschlusszeiten von 1/8.000 Sekunde bis 30 Sekunden und 25 Individualfunktionen, die sogar mittels Hilfetaste über den Kameramonitor kommentiert werden können. Hinzu kommt die Möglichkeit der Blitzsynchronisation auf den 2. Verschlussvorhang sowie das einblendbare Suchergitter zur leichteren Bildkomposition. Der eingebaute Blitz weist eine Reichtweite von 0,5 bis 4,1 m im Weitwinkel- und 0,5 bis 2,7 m im Telebereich auf.

Screenshot #3
Screenshot #3
Für die Blitzlichtfotografie bei Tageslicht bietet die Kamera eine Blitzsynchronzeit von nur 1/500 Sekunden. Für die Blitzlichtsteuerung kommt die neue i-TTL-Steuerung zum Einsatz, die mittels Messblitzen kurz vor der Aufnahme das Motiv auswertet. Diese neue, verbesserte Blitzlichtsteuerung ist mit dem eingebauten und den beiden Nikon-Blitzgeräten SB-600 und SB-800 anwendbar. Diese beiden Blitzgeräte können auch von der Kamera drahtlos ferngesteuert werden.

Screenshot #4
Screenshot #4
Die TTL-Weißabgleichsautomatik der D70 basiert auf den Messergebnissen des 1.005-Pixel-Belichtungsmess-Sensors, der auch für die aus Nikon-Profimodellen bekannte 3D-Color-Matrixmessung genutzt wird. Darüber hinaus stehen auch sechs manuelle Weißabgleichseinstellungen mit vordefinierten Farbtemperaturen und ein Messwertspeicher für eigene Messungen zur Auswahl.

Der Akku EN-EL3, mit dem Nikon bereits bei D100-Fotografen auf ein erfreulich positives Echo stieß, liefert nach Herstellerangaben pro Ladung die Energie für bis zu 2.000 Aufnahmen. Außerdem ist im Lieferumfang der D70 ein Batteriehalter enthalten, der drei Lithium-Batterien vom Typ CR2 aufnimmt und anstelle des EN-EL3 in die Kamera eingesetzt wird. Die Kamera speichert auf CompactFlash und bietet eine USB-1.1-Schnittstelle.

Zoom-Nikkor AF-S DX 18 bis 70 mm
Zoom-Nikkor AF-S DX 18 bis 70 mm
Zudem bietet Nikon ein neues, speziell für digitale Spiegelreflexkameras entwickeltes Objektiv, das eine Brennweite von 18 bis 70 mm bietet, was 27-105 mm Zoom an einer Kleinbildkamera entspricht. Das neue Zoom-Nikkor wiegt 385 g, verfügt dabei über eine Lichtstärke von 1:3,5-4,5 und besteht aus ED-Glaslinsen (Extra-low Dispersion), die die chromatische Aberration und optische Brechungsfehler auf ein Minimum reduzieren sollen. Ein asphärisches Glaselement sorgt für eine gleichmäßige Lichtverteilung über den gesamten Bildkreis und hält die Verzeichnung in engen Grenzen.

Wie bei G-Nikkoren üblich, kommt das AF-S 18-70 mm ohne Blendenring aus. Mit dem Einstellrad des Kamera-Bodys lässt sich die Blende auf Drittelstufen genau bestimmen.

Der Autofokus wird von einem Silent-Wave-Motor gesteuert, der schnelle Reaktion und geräuschlosen Betrieb verspricht. Durch die Innenfokussierung bleibt die Objektivlänge und auch die Gewichtsverteilung beim Scharfstellen konstant.

Das Gehäuse der 111 x 140 x 78 mm messenden Kamera wiegt ohne Akku 595 Gramm und soll ab März 2004 für 1.099,- Euro erhältlich sein. Ein Kit mit dem Objektiv AF-S DX 18 bis 70 mm soll 1.399,- Euro kosten, während die Zusammenstellung mit einem Objektiv mit 28 bis 80 mm bei F3,3 bis 5,6 für 1.199,- Euro zu haben sein soll. Das neue Zoom-Nikkor AF-S DX 18 bis 70 mm allein soll 399,- Euro kosten.  (ad)


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