Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0401/29456.html    Veröffentlicht: 27.01.2004 11:03    Kurz-URL: https://glm.io/29456

Test: Muvo² mit 4 GByte - Kleiner Festplatten-MP3-Player

Hitachi MicroDrive im Format Compact Flash Type II verwendet

4-GByte-Kapazität ist derzeit das Ding der Stunde, wenn es um kleine Festplatten-MP3-Player geht - beispielsweise warten Apples neuer iPod Mini oder der Rio Nitrus mit dieser Kapazität auf. Als erster Hersteller kann nun allerdings Creative den Muvo² mit 4-GByte-Speicherplatz ausliefern.

Creative setzt dabei nicht mehr - wie beim 1,5-GByte-Vorgänger - auf die Mini-Festplatten von Cornice, sondern nutzt ein Hitachi MicroDrive im Format Compact Flash Type II, das fest im Gerät verbaut ist. Äußerlich hingegen hat sich im Vergleich zum weniger Kapazität bietenden Vorgänger wenig getan, die Abmessungen sind mit 6,5 x 6,5 x 2 cm recht kompakt - Form und Größe lassen ein wenig an Schokoladenriegel der Marke Hanuta denken. Auch das Gewicht ist mit 91 Gramm (inklusive Akku) erträglich.

Schließt man den Muvo² unter Windows ME, 2000 oder XP an, wird er automatisch als Wechseldatenträger erkannt, so dass sich problemlos per Drag & Drop Daten und Musik vom PC auf den Player oder andersherum übertragen lassen; das Installieren der beiliegenden MediaSource-Software ist also nicht unbedingt vonnöten, um den Muvo² mit Musik zu füttern. Die Installation empfiehlt sich aber trotzdem, da die Bedienfunktionen am Gerät sehr rudimentär sind; will man beispielsweise eine Playlist erstellen, ist dies nicht direkt am Gerät möglich. Stattdessen muss die Liste am PC erzeugt und dann überspielt werden.

Muvo² mit 4 GByte
Muvo² mit 4 GByte
Abgespielt werden, wie von anderen Creative-Playern bekannt, nur MP3- und WMA-Dateien. Unterstützung für andere Formate, wie etwa das freie Ogg Vorbis, wird leider nicht geboten. Die 4 GByte bieten Platz für gut 1000 mit 128 KBit pro Sekunde codierte MP3-Titel.

Am Muvo² finden sich insgesamt nur zwei Tasten: Während die eine - kleinere - als Play- und Pause-Taste dient sowie nach längerem Drücken das Ein- und Ausschalten in die Wege leitet, besorgt der größere Knopf, der sich etwas schwammig steuert, die restliche Bedienung. Ein Drücken nach oben oder unten variiert die Lautstärke, mit rechts bzw. links bewegt man sich in der Songliste vor und zurück. Drückt man hingegen auf die Mitte des Knopfes, öffnet sich das Menü, in dem sich die Unterpunkte "Play Mode" (Normal, Repeat, Shuffle), "EQ", "Browser" (Zum Auswählen der Ordner), "Delete" (Löschen einzelner Songs), "Settings" (Einstellungen zur Hintergrundbeleuchtung, Sprache und Kontrast) und "Lock" (Tastensperre) befinden. Personen mit großen Fingern dürften bei der Bedienung übrigens so ihre Probleme haben - auf Grund der kleinen Knöpfe kann eine gezielte Navigation teilweise leider eine recht nervenaufreibende Angelegenheit werden.

Creative-MediaSource-Software
Creative-MediaSource-Software
Der Muvo² ist in der Lage, Ordnerstrukturen einer Ebene zu verwalten. Kopiert man also diverse Ordner - etwa verschiedene Alben - auf das Gerät, werden diese alle hintereinander abgespielt, können aber auch einzeln angewählt und wiedergegeben werden. Allerdings hat man dann immer nur die Möglichkeit, einen Ordner auszuwählen und anzuhören - die Kombination mehrerer Ordner oder das Zusammenstellen mehrerer Tracks aus unterschiedlichen Ordnern kann nicht am Gerät selbst, sondern nur durch das Anfertigen einer Playlist am PC bewerkstelligt werden. Unterordner in den jeweiligen Ordnern kann der Player selbst nicht erfassen - dorthin kopierte Songs werden somit nicht wiedergegeben.

Auf dem mit 33 x 9 mm recht kleinen Display werden in einer Auflösung von 132 x 32 Bildpunkten Informationen über Interpret, Songtitel, Songlänge und Batteriestand angezeigt. Das kleine Sichtfenster macht es allerdings nötig, dass längere Songtitel, da sie nicht komplett gleichzeitig angezeigt werden, durchlaufen - wer Wert auf ein großes, übersichtliches Display legt, ist mit dem Muvo² also eher schlecht bedient.

Die 4 GByte Speicherplatz lassen sich dank USB-2.0-Unterstützung recht fix vom PC aus mit Daten belegen - für das Übertragen von 100 MByte brauchten wir im Schnitt etwa 17 Sekunden. Alternative Schnittstellen zum USB-Port werden nicht geboten. An Anschlüssen bietet der Muvo² ansonsten nur noch einen Eingang für den Kopfhörer sowie für das mitgelieferte Netzteil, mit dem auch der Akku aufgeladen wird.

Der Ladevorgang dauert etwa zweieinhalb Stunden; danach soll der problemlos austauschbare Lithium-Ionen-Akku laut Creative Saft für etwa zwölf Stunden kontinuierlichen Musikgenuss liefern. Im Testbetrieb wurden allerdings nur zwischen fünf und sieben Stunden erreicht.

Der Klang ist, wie von anderen mobilen Creative-Playern gewohnt, sehr klar und satt, sowohl Höhen als auch Basstöne werden zufrieden stellend wiedergegeben. Der Rauschabstand liegt bei 98 dB. Mit den Voreinstellungen des 4-Band-Equalizers (Pop, Klassik, Rock, Normal sowie Custom zum Selbereinstellen) lässt sich der Sound variieren, allerdings ist das hier eher Spielerei als wirklich interessant. Die mitgelieferten Creative-Ohrhörer überzeugen ebenfalls, wenn auch deren weiße Kabelfarbe nicht jedermanns Sache sein dürfte.

Zum Lieferumfang gehören neben dem Muvo² zwei USB-Kabel - ein kurzes und ein langes -, das Netzteil sowie eine Schnellstartanleitung und die Software-CD. Zudem wird auch eine kleine Tasche mitgeliefert, die allerdings ein wenig unpraktisch ist, da sie keine Aussparungen auf Höhe der Bedienknöpfe bietet - man muss den Player also wieder aus der Tasche rausholen, wenn man ihn ausschalten oder den Ordner wechseln möchte. Optional ist zwar auch eine Kabel-Fernbedienung im Online-Shop von Creative erhältlich, die schlägt allerdings mit satten 60 Euro zu Buche.

Der Muvo² mit 4 GByte ist seit kurzem im Handel verfügbar, der Verkaufspreis liegt bei 349,- Euro.

Fazit:
Viel Musik auf wenig Raum: Der Muvo² ermöglicht es, auf einem sehr kleinen und kompakten Gerät Tausende Songs mit sich herumzutragen - und diese in sehr guter Soundqualität wiedergeben zu können. Allerdings sollte man keine allzu hohen Ansprüche an den Bedienkomfort stellen: Display und Tasten sind klein und überbelegt, Playlisten können nur am PC erstellt werden. Zudem sollte man bedenken, dass größere Festplattenplayer mit 30 GByte Kapazität zum selben Preis erhältlich sind und nicht nur mehr Speicherplatz, sondern auch deutlich mehr Funktionen bieten. Diese kann man dafür aber nicht so problemlos in der Hemdtasche verschwinden lassen - als kleiner, unauffälliger Begleiter kann das neue Muvo-Modell also durchaus überzeugen.  (tw)


Verwandte Artikel:
Creative: Kleiner MP3-Player mit 4 GByte Kapazität (Update)   
(22.12.2003, https://glm.io/29034 )
Creative bringt USB-MP3-Player mit 512 MByte   
(06.01.2004, https://glm.io/29100 )
Test: NEX ia - MP3-Player mit Radio, Aufnahme und CF-Slot   
(11.07.2003, https://glm.io/26413 )
iPod-Klon: Neuer MP3-Player von Nextway   
(22.01.2004, https://glm.io/29408 )
Festplatten-MP3-Player Jukebox Zen Xtra mit 30 GByte   
(21.01.2004, https://glm.io/29380 )

Links zum Artikel:
Creative (.com): http://www.creative.com

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/