Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0312/28835.html    Veröffentlicht: 10.12.2003 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/28835

Spieletest: Tony Hawk's Underground - Skater on the Road

Insgesamt fünftes Spiel der Skate-Reihe für Xbox, PS2 und Cube

Nach vier Teilen sollte Schluss sein mit der bisherigen Tony-Hawk-Reihe, stattdessen wollte Activision mit Tony Hawk's Underground eine ganz neue Skatespiel-Erfahrung vorstellen. Dafür implementierten die Entwickler eine Reihe neuer Spieleelemente, von denen viele allerdings eher den Spielspaß drücken als ihn anzuheben.

Kernstück des Spiels ist der Story-Modus - hier beginnt man als unbekannter Underdog und muss sich an diversen Schauplätzen durch gute Leistungen nach oben kämpfen. Auf bekannte Skate-Stars muss dennoch nicht verzichtet werden, Chad Muska und Co. sind über die Level verstreut und geben dem Spieler diverse Tipps und Aufgaben.

Screenshot #1
Screenshot #1
Zunächst muss allerdings erst mal den eigenen Vorlieben entsprechend ein skatendes Alter-Ego erschaffen werden, und diese Charaktermodellierung hat fast schon Rollenspiel-Qualität. Nicht genug damit, dass eine Vielzahl unterschiedlicher weiblicher und männlicher Typen ausgewählt werden darf, zusätzlich lässt sich praktisch alles in unzähligen Stufen variieren - angefangen bei der Hose über die Tattoos, die Frisur, die Mütze oder die Hautfarbe. Hat man dann den perfekten Skater erschaffen, darf man in den Hinterhöfen von New Jersey seine Karriere beginnen - um dann später einmal um den Titel des Superskaters mitspielen zu dürfen.

Screenshot #2
Screenshot #2
Trotz anderslautender Ankündigungen von Activision ist der grundsätzliche Spielablauf bekannt: An den einzelnen Schauplätzen darf man wie in Tony Hawk 4 relativ frei umherfahren und Tricks durchführen; diverse Passanten warten zudem darauf, dem Spieler Aufträge zu geben. So liefert man sich Skate-Duelle, soll bestimmte Stunts in einem vorgegebenen Zeitrahmen schaffen oder aber diverse Gegenstände einsammeln.

Screenshot #3
Screenshot #3
Neu hingegen ist, dass man bei diesen Aufträgen jetzt auch öfter mal vom Board absteigt - und entweder zu Fuß oder hinter dem Steuer eines von diversen Fahrzeugen wie einem Laster oder einem Polizeiauto Platz nimmt. Was im ersten Moment durchaus spannend klingt, entpuppt sich leider im Spielablauf immer wieder als nervtötend. Zu Fuß muss man etwa die Dächer von einzelnen Häusern erklimmen, um dort Objekte aufzuklauben. Dummerweise gibt sich die Steuerung hier immens störrisch - springt man nicht genau an der von den Entwicklern gewünschten Stelle ab, scheitert man und darf es erneut versuchen. Die Fahrsequenzen hingegen wirken einfach nur billig, da die einzelnen Autos sich äußerst schwammig steuern und zudem teilweise auch noch wirklich hässlich animiert sind.

Screenshot #4
Screenshot #4
Die reine Skate-Action bleibt also weiterhin das Highlight und ist auch immer noch über jeden Zweifel erhaben - ein besseres Trendsportspiel als Tony Hawk gibt es weiterhin nicht, die unterschiedlichen Szenarien mit ihren zahlreichen Objekten bieten immens viel Möglichkeiten für diverse Fahrmanöver. Schade nur, dass es diesmal praktisch keine neuen Tricks gibt und das meiste schon aus Tony Hawk 4 bekannt ist. Dasselbe gilt übrigens für die Optik - auch hier hat sich im Vergleich zum letzten Jahr wenig getan. Immerhin wartet der Sound wieder mit zahlreichen grandiosen Punk- und Rock-Highlights auf. Auch der Editor wurde erweitert und bietet nun das nicht ganz einfach zu bedienende, aber durchaus interessante Feature, selbst neue Tricks erstellen zu können.

Tony Hawk's Underground ist für GameCube, PlayStation 2 und Xbox erhältlich, die Versionen unterscheiden sich nur minimal. Allerdings hat man auf der PlayStation 2 die Möglichkeit, sein eigenes Gesicht ins Spiel zu bringen, wenn man Sony ein digitales Foto schickt und über einen Netzwerkadapter verfügt, um das integrierte Bild dann wieder herunterzuladen.

Fazit:
Tony Hawk's Underground ist eine etwas zwiespältige Angelegenheit: Die Skate-Passagen sind gewohnt grandios, die neu integrierten Fahr- und Laufelemente hingegen stören eher und wirken recht uninspiriert. Wer noch keinen Tony-Hawk-Teil besitzt, sollte also eher auf das mittlerweile kostengünstig erhältliche Tony Hawk 4 zurückgreifen.  (tw)


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Activision: http://www.activision.de/

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