Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0312/28797.html    Veröffentlicht: 04.12.2003 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/28797

Spieletest: XIII - Comic-Shooter mit Unreal-Technik

Action-Spiel im ungewöhnlichen Cel-Shading-Look

Nur wenigen Shootern ohne großen Namen gelingt es bereits im Vorfeld, im großen Rahmen auf sich aufmerksam zu machen. XIII ist eine dieser Ausnahmen - und vor allem der ungewöhnliche Cel-Shading-Look dürfte der Grund für das gesteigerte Interesse sein.

Dabei ist es durchaus verständlich, warum die Entwickler diesen im Shooter-Genre bis jetzt nicht gesehenen Grafik-Stil nutzen - schließlich handelt es sich bei XIII um eine Comic-Umsetzung, und da wollte man so dicht wie möglich an der Optik der Vorlage bleiben. Comic-Fans ist die Geschichte des Titels somit unter Umständen schon ein Begriff: Ohne große Vorworte wird man zu Beginn des Spiels vollkommen erschöpft an einem Strand angespült - und weiß leider weder wer man ist noch wo man sich befindet.

Screenshot #1
Screenshot #1
Schnell realisiert man allerdings, dass unzählige Leute hinter einem her sind - angefangen bei mysteriösen Gangstern über Geheimagenten bis hin zu Mitarbeitern des FBI scheint einem die ganze Welt auf den Fersen zu sein. Kein Wunder, schließlich wird man unter anderem des Mordes am amerikanischen Präsidenten verdächtigt; und da man sein Gedächtnis verloren hat, fällt es erst mal schwer nachzuvollziehen, ob an den Vorwürfen nun etwas dran ist oder nicht.

Screenshot #2
Screenshot #2
Während der nun folgenden Hetzjagd gibt es immer wieder kurze Sequenzen, die ein wenig Licht in die Sache bringen; so lösen etwa bestimmte Gegenstände Erinnerungen aus, die dann in kurzen Schwarz-Weiß-Sequenzen dargestellt werden und zurückliegende Ereignisse präsentieren.

Screenshot #3
Screenshot #3
Die Suche nach der eigenen Identität führt den Spieler an die unterschiedlichsten Schauplätze - so ist man unter anderem in einem Bankgebäude, einer Eislandschaft, einem Irrenhaus, den Straßen von New York und sogar in einem U-Boot unterwegs. Die einzelnen Level haben dabei unterschiedliche Missionsaufgaben: Mal muss man einfach nur unerkannt fliehen, ein anderes Mal soll man eine vermeintliche Freundin sicher eskortieren oder bestimmte Gegenstände ausfindig machen.

Screenshot #4
Screenshot #4
Die Comic-Grafik bringt natürlich zahlreiche Besonderheiten mit sich; so leuchtet etwa über Gegnern, die den Spieler entdeckt haben, ein Ausrufe- oder Fragezeichen auf. Versteckt man sich hingegen hinter Regalen, kann man trotzdem sehen, was dahinter vorgeht - die immer näher kommenden "TapTapTap"-Zeichen warnen einen vor der ankommenden Gefahr. Zu Boden gehende Kontrahenten verabschieden sich stellenweise stilecht dann auch mit einem großen "Arrgghhh"-Schriftzug.

Screenshot #5
Screenshot #5
Auf eine sehr gute deutsche Sprachausgabe und stimmungsvolle Sounduntermalung muss natürlich trotzdem nicht verzichtet werden. Auch wenn die Texturen teilweise auf Grund des Comic-Stils etwas detailarm wirken, kann man sich über mangelnde Effekte also nicht beklagen, zumal die verwendete Unreal-Engine unter anderem äußerst flüssige und sehenswerte Animationen garantiert.

Screenshot #6
Screenshot #6
Mal abgesehen von der schicken Optik ist XIII allerdings über weite Strecken ein recht typischer Ego-Shooter; man besitzt ein recht großes Arsenal an Waffen und kann seine Gegner unter anderem mit Pistolen, Maschinen- und Scharfschützengewehr, aber auch mit Granaten, einer Mini-Armbrust oder sogar einem Raketenwerfer gegenübertreten. Bekommt man in einer Mission die Aufgabe gestellt, keinen der Kontrahenten umzubringen - etwa, da es sich um Wachpersonal oder FBI-Mitarbeiter handelt - erfüllt auch ein gut platzierter Schlag mit einem Stuhl oder Aschenbecher seinen Zweck.

Zudem lassen sich Personen als Geisel und menschliches Schutzschild nehmen, um so relativ gefahrlos auch an größeren Ansammlungen von Polizisten vorbeizukommen. Der Rätselanteil ist relativ gering, nur selten müssen typische Schalter-Aufgaben bewältigt werden.

Screenshot #7
Screenshot #7
Auch wenn mehrere Schwierigkeitsgrade geboten werden, ist XIII nicht unbedingt einfach. Das liegt einerseits daran, dass die Gegner immer mehrere Treffer verkraften; nur mit gut platzierten Kopfschüssen verkürzen sich die Gefechte. Zudem ist aber auch die Speicherfunktion nicht gerade glücklich. Einen echten Quicksave gibt es nicht, stattdessen beginnt man nach dem virtuellen Ableben immer wieder am letzten Checkpoint - und der liegt im ungünstigsten Fall einige Zeit zurück, so dass man sich die Zwischensequenzen und viele Orte mehrmals ansehen darf.

Screenshot #8
Screenshot #8
Hat man die Kampagne durchgespielt und ist des Rätsels Lösung auf die Schliche gekommen, bietet sich noch der Multiplayer-Modus für weitere Gefechte an. Hier wird größtenteils Bekanntes geboten - unter anderem kann man Modi wie Deathmatch, Team Deathmatch oder Capture the Flag auswählen.

XIII ist neben der hier getesteten PC-Version auch für GameCube, Xbox und PlayStation 2 erhältlich. Die USK-Freigabe für das Spiel liegt bei 16 Jahren.

Fazit:
Auch wenn spielerisch eher gewohnte Shooter-Kost geboten wird, gehört XIII zu den klaren Action-Highlights der letzten Monate - neben der spannenden und mit vielen überraschenden Wendungen gespickten Story ist insbesondere die ungewöhnliche und vollkommen konsequent umgesetzte Comic-Grafik eine Klasse für sich. Die zahlreichen unterschiedlichen Schauplätze, das abwechslungsreiche Level-Design und die Waffenvielfalt lassen die Suche nach der eigenen Identität zu einer immens kurzweiligen und faszinierenden Angelegenheit werden.  (tw)


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