Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0311/28685.html    Veröffentlicht: 27.11.2003 09:36    Kurz-URL: https://glm.io/28685

Internetnutzung bei Kindern steigt weiter an

Mädchen auf der Überholspur

Computer und Internet sind auch bei Kindern weiter auf dem Vormarsch. So haben bereits 70 Prozent der 6- bis 13-Jährigen in Deutschland erste Erfahrungen mit dem Computer gesammelt. Und wenn Kinder Computer nutzen, lernen sie dabei immer häufiger auch das Internet kennen. Waren im Jahr 2002 bereits mehr als die Hälfte der Kinder mit Computererfahrung auch schon einmal im Internet (53 Prozent), ist dieser Anteil im Jahr 2003 auf 60 Prozent angestiegen.

Während bei Jungen mit Computererfahrung der Anteil an Internetnutzern nur um fünf Prozentpunkte angestiegen ist, fiel der Zuwachs bei Mädchen doppelt so stark aus (plus elf Prozentpunkte). Somit zählen erstmals mehr computererfahrene Mädchen (62 Prozent) als Jungen (58 Prozent) zu denen, die zumindest selten das Internet nutzen. Zieht man den Vorjahresvergleich nach Altersgruppen, so weisen vor allem die 10- bis 11- Jährigen mit Computererfahrung einen überdurchschnittlichen Zuwachs bei der Internetnutzung auf (plus elf Prozentpunkte).

Dies ist ein Ergebnis der Studie "KIM 2003 - Kinder und Medien" des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (MpFS), in dem die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), die Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter Rheinland-Pfalz (LPR) und der Südwestrundfunk (SWR) kooperieren.

6- bis 13-Jährige in Deutschland wachsen immer stärker in Haushalten auf, die mit Computer und Internet ausgestattet sind. Bei Computern liegt die Haushaltsdurchdringung (mindestens ein Gerät) bei 74 Prozent, beim Internet ist sie von 47 Prozent im Jahr 2002 auf 57 Prozent im Jahr 2003 angestiegen.

Zu den regelmäßigsten (mindestens einmal pro Woche) Anwendungen am Computer zählen nach wie vor Spiele, 70 Prozent der computererfahrenen Kinder spielen mit dieser Intensität alleine, 53 Prozent gemeinsam mit anderen. 46 Prozent nutzen den Computer nach eigenen Angaben regelmäßig für die Schule, 44 Prozent nutzen mindestens einmal pro Woche ein Lernprogramm. 30 Prozent surfen mit dieser Häufigkeit im Internet - im Jahr 2002 waren es nur 25 Prozent, zwei Jahre zuvor sogar erst 15 Prozent.

Ein Drittel der Kinder, die ins Internet gehen, tut dies meist alleine, 39 Prozent surfen meist gemeinsam mit den Eltern, 18 Prozent mit Freunden. Dabei sind Jungen (37 Prozent) häufiger alleine online als Mädchen (25 Prozent). Bei den Jüngsten (6 bis 7 Jahre) surfen nach eigenen Angaben 16 Prozent meist alleine, bei den Ältesten (12 bis 13 Jahre) sind es bereits 46 Prozent. Die Liste der regelmäßigen Internettätigkeiten (mindestens einmal pro Woche) wird von der Suche nach Informationen für die Schule (42 Prozent) angeführt, es folgt dicht die Suche nach Informationen zu bestimmten Themen (41 Prozent) und das Versenden und Empfangen von E-Mails (40 Prozent).

Die Liste der liebsten Freizeitaktivitäten der Kinder wird von "Freunde treffen" (46 Prozent) angeführt, "draußen spielen" (43 Prozent) liegt auf dem zweiten Platz. Fernsehen erreicht mit 34 Prozent den dritten Platz und ist nach wie vor trotz leichtem Rückgang (2002: 39 Prozent) die beliebteste Medienbeschäftigung der Kinder. Das Spielen oder Arbeiten mit dem Computer wird von 19 Prozent genannt - ein Plus von zwei Prozentpunkten im Vergleich zum Jahr 2002. Während für jeden vierten Jungen der Computer zur liebsten Freizeitbeschäftigung zählt, geben dies nur 13 Prozent der Mädchen an.

Zum vierten Mal hat der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (MpFS) im Rahmen einer Studie das Medienverhalten der 6- bis 13-Jährigen in der Bundesrepublik untersucht. Hierzu wurden von Mai bis Juli 2003 über 1.200 Kinder und deren Mütter befragt. Im Mittelpunkt der Untersuchung "KIM 2003" standen die Medien Computer und Internet. Eine ausführliche Studien-Dokumentation soll zum Jahresende 2003 vorliegen.  (ad)


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