Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0311/28595.html    Veröffentlicht: 21.11.2003 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/28595

Spieletest: Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs

Action-Titel für nahezu alle Plattformen erhältlich

Auf den Kinostart des letzten Teils der Herr-der-Ringe-Trilogie muss man noch bis Mitte Dezember 2003 warten, zahlreiche Filmsequenzen gibt es aber schon jetzt im zugehörigen PC- und Videospiel von Electronic Arts zu sehen. Wie schon der Vorgänger "Die zwei Türme" orientiert sich der neue EA-Titel sehr eng am Film und wartet mit einem äußerst actionlastigen Gameplay auf.

Wer sich das Kinoerlebnis vollkommen spannend erhalten möchte, sollte von diesem Spiel lieber die Finger lassen, bis er den Film gesehen hat - da hier die Story parallel zum Leinwandstreifen verläuft, bekommt man schließlich schon einiges aus dem dritten Kinoteil präsentiert. Neu ist die Story natürlich nicht: Wie in der Literaturvorlage läuft die "Rückkehr des Königs" auf den letzten und ultimativen Kampf gegen Sauron und seine Mannen sowie die Zerstörung des letzten Rings in der Schicksalskluft hinaus.

Screenshot #1
Screenshot #1
Hat man im letzten Jahr "Die zwei Türme" gespielt, weiß man prinzipiell auch schon, was einen hier erwartet - Action, Action und nochmals Action. Die meiste Zeit ist man damit beschäftigt, sich wahlweise als Aragorn, Legolas, Gimli, Sam oder Frodo durch Horden von Orks und anderen Bösewichten zu kämpfen und immer mal wieder große Endgegner wie die Riesenspinne mit diversen Attacken zu konfrontieren. Die Entwickler haben allerdings Wert auf ein ausgefeiltes Kampfsystem gelegt - nur mit wildem Button-Drücken erreicht man hier eher selten sein Ziel.

Screenshot #2
Screenshot #2
Vor allem ist effizientes Vorgehen gefragt: Schaltet man innerhalb kurzer Zeit mit wenig Schlägen viele Gegner aus, füllt sich eine Anzeige am Bildschirm und man gewinnt Erfahrungspunkte hinzu, die sich in neue Kombis investieren lassen. Ist man dabei besonders erfolgreich, gibt es zeitweilig sogar die Möglichkeit, in den "Perfekt-Modus" zu schalten - hier fügt man seinen Kontrahenten vorübergehend besonders viel Schaden zu.

Screenshot #3
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Darüber hinaus haben die einzelnen Charaktere neben eigenen Finishing Moves auch Spezialfähigkeiten zu bieten: Sam etwa ist in der Lage, sich mit seinem magischen Mantel vorübergehend unsichtbar zu machen, Gandalf hingegen kann eine Art Schutzschild um sich selbst errichten. Diese Spezialfähigkeiten stehen zwar nur für begrenzte Zeit zur Verfügung, verleihen den Gefechten aber zumindest eine gewisse taktische Komponente.

Screenshot #4
Screenshot #4
Der Schwierigkeitsgrad ist wie schon beim letztjährigen Vorgänger recht hoch - selbst auf der niedrigsten Stufe wird einem schon einiges abgefordert. Erschwerend kommt hinzu, dass nur zwischen den Leveln und an einigen, oft recht weit voneinander entfernten Save-Points innerhalb der Szenerien gespeichert wird - zahlreiche Abschnitte des Spiels wird man also mehr als nur einmal sehen. In Anbetracht der auf allen Systemen überwältigenden Präsentation ist das allerdings nur halb so schlimm: Das Spiel begeistert ähnlich wie die Film-Reihe mit einer sehr dichten, prachtvollen Atmosphäre, sowohl die Musik als auch die Grafik werden selbst höchsten Ansprüchen gerecht. Schön zudem, dass man die Original-Synchronsprecher für die einzelnen Charaktere verpflichten konnte.

Screenshot #5
Screenshot #5
Sowohl am PC als auch an den Konsolen lässt sich das Spiel im Kooperativ-Modus zocken - man kann die einzelnen Kampagnen also zu zweit bestreiten. Vor allem die Gefechte gegen Boss-Gegner werden so zu einer großen taktischen Herausforderung, da gut abgestimmtes Vorgehen hier schneller zum Sieg führt. Allerdings wird keine Online-Option geboten - auch am PC müssen also beide Spieler am selben Monitor, einer mit Pad, einer mit Maus & Tastatur, zusammen antreten.

Screenshot #6
Screenshot #6
Obwohl die Level in sich komplett linear vorgebeben sind und praktisch keinerlei spielerische Freiheit zulassen, wirkt "Die Rückkehr des Königs" von Beginn an unglaublich lebendig und mitreißend. Vor allem zahlreiche gescriptete Ereignisse, aber auch das abwechslungsreiche Level-Design, benutzbare Objekte wie Katapulte und die häufigen Videosequenzen lassen das Spielerlebnis deutlich intensiver werden als bei vielen anderen Action-Adventures. Sogar an den Wiederspielwert wurde gedacht: Hat man die Schlacht das erste Mal erfolgreich bis zum Ende geführt, werden neue Charaktere und ein Bonus-Level freigeschaltet.

Screenshot #7
Screenshot #7
Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs ist ab sofort für PC, PlayStation 2, Xbox und GameCube im Handel erhältlich. Wie bereits angesprochen sieht der Titel auf allen Plattformen beeindruckend gut aus, auch inhaltlich ist das Spiel in allen Versionen praktisch identisch. Die USK-Freigabe liegt bei 16 Jahren.

Fazit:
In die Rolle eines Helden schlüpfen und die Armeen von bösen Gegnern niederringen - wer sich ein solches Szenario reizvoll vorstellt, wird an diesem Spiel seine wahre Freude haben. Zwar handelt es sich prinzipiell nur um ein recht lineares Action-Gemetzel, dank des ausgefeilten Kampfsystems und der grandiosen Präsentation werden Herr-der-Ringe-Fans aber zweifellos entzückt sein.  (tw)


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