Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0311/28535.html    Veröffentlicht: 18.11.2003 09:30    Kurz-URL: https://glm.io/28535

Uni Leipzig: Suchprogramm für verwandte Links

Dienst will Alternative zu herkömmlichen Suchmaschinen sein

Informatiker der Universität Leipzig haben die kostenlose Windows-Software NextLinks vorgestellt, die dem Benutzer beim Surfen im Internet vollautomatisch inhaltlich ähnliche Seiten anbieten will.

NextLinks ist ein kleines im Vordergrund stehendes Fenster, das beliebig auf dem Bildschirm positionierbar ist und beim Surfen weitere Web-Adressen anzeigt, die nach einem ersten Kurztest der Software URLs mit einem verblüffend engen inhaltlichen Zusammenhang mit der gerade angesteuerten Internetseite aufweisen. Lediglich bei Seiten, die viele Verknüpfungen zu Werbe-Servern für die Anzeige von Bannern und Ähnlichem aufweisen, passiert es manchmal, dass als "verwandte" Links nun mal andere Werbe-Server angezeigt werden.

NextLinks
NextLinks
Möglich wird dies durch die Verwendung von Algorithmen zum Auffinden semantisch ähnlicher Strukturen, die in den letzten Jahren an der Abteilung Automatische Sprachverarbeitung am Institut für Informatik der Universität Leipzig entwickelt wurden. Wie bei einer Suchmaschine werden zunächst Webseiten ausgewertet. Mittels statistischer Verfahren werden daraus Ähnlichkeiten ermittelt und die Ergebnisse in einer Datenbank gespeichert, die jeweils von NextLinks abgefragt wird. Die Informationen beschränken sich momentan auf Webseiten aus Deutschland (also mit .de) und solche ausländischen Seiten, die auf deutschen Seiten oft zitiert werden.

Die Software erlaubt außer dem Anklicken dieser Links (zehn Stück werden angezeigt) keine weitere Eingabe oder Konfiguration - nicht einmal die Fenstergröße kann geändert werden. Versucht man, die Applikation zu schließen, verschwindet sie zunächst einmal in den Systray, von wo aus sie entweder wieder maximiert oder endgültig beendet werden kann. NextLinks funktioniert mit dem Internet Explorer, Mozilla, Opera und Netscape.

Unter http://wortschatz.uni-leipzig.de/nextlinks/abfrage.html kann man das Assoziationsnetz, das zu den jeweils angesurften Webseiten gehört, ansehen. Dazu muss man die Software nicht installieren, sondern gibt lediglich eine beliebige URL ein. Im Gegensatz zu NextLinks wird hier die Relevanz der einzelnen Adressen mit einem Wert beziffert. Die hier gezeigten Ergebnisse stimmen allerdings mit den Suchergebnissen der Software nicht überein und sind nach einem kurzen Test auch deutlich zusammenhangsloser.

NextLinks ist kostenlos für die Windows-Plattform erhältlich und ungefähr 400 KByte groß. Es kann unter wortschatz.uni-leipzig.de/nextlinks heruntergeladen werden.  (ad)


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