Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0311/28341.html    Veröffentlicht: 05.11.2003 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/28341

Spieletest: Banjo-Kazooie - Grunty's Revenge für GBA

Neuer Titel der Entwicklerschmiede Rare

Die britischen Entwickler von Rare sind zwar mittlerweile von Microsoft aufgekauft worden, dennoch erscheinen noch Spiele des Teams für Nintendo-Konsolen - wenn auch nicht für den GameCube, sondern "nur" für den Game Boy Advance. Seit kurzem ist nun Banjo-Kazooie - Grunty's Revenge erhältlich, eine Fortsetzung der populären Jump&Runs für das N64.

Die meisten N64-Besitzer dürften sich noch gut an die beiden Banjo-Kazooie-Spiele erinnern - damals setzte Rare in puncto Grafik, Einfallsreichtum und Gameplay neue Maßstäbe. Grunty's Revenge setzt nun da an, wo die Spiele damals auf dem N64 aufgehört hatten: Die böse Hexe Grunty, eigentlich unter einem Felshaufen begraben, kann durch die Hilfe eines ihrer Untergebenen zumindest ihre Seele befreien und mit eben dieser ein Roboterkostüm zum Leben erwecken. Ihr erster Gedanke ist Rache - Bär Banjo und die Möwe Kazooie sollen für ihren früheren Triumph bitter bezahlen, und so schnappt sich die Hexe zunächst einmal die Möwe und entführt sie.

Banjo-Kazooie (GBA)
Banjo-Kazooie (GBA)
In der Rolle von Banjo ist man zunächst also erst mal auf sich alleine gestellt, wenn man zwischen den großen und allesamt miteinander verbundenen bunten Welten hin- und herreist. Der zahlreichen Gegner entledigt man sich dabei zunächst einmal per gezieltem Schlag mit dem eigenen Rucksack oder mit einem schnellen Angriffspurzelbaum. Zudem sammelt man unzählige Noten, Jinjos (kleine Figuren) und Puzzlestücke ein, die sich dann als Bezahlung für neue Moves, die Eröffnung weiterer Welten oder - beim Magier Mumbo - für Zaubersprüche einsetzen lassen. Mit Mumbos Hilfe gelingt es so zum Beispiel, die Form von Banjo zu ändern und in andere Tierrollen zu schlüpfen - etwa in die einer Maus, die dann durch kleinere Eingänge passt und Kabel anknabbern kann. Sogar in einen Panzer lässt sich Banjo im Spielverlauf transformieren.

Banjo-Kazooie (GBA)
Banjo-Kazooie (GBA)
Hat man später dann Kazooie befreit, erweitert sich das Bewegungs- und Kampfspektrum nochmals beträchtlich: Der Vogel nimmt in Banjos Rucksack Platz und hilft zum Beispiel durch Flügelschläge dabei, höhere Plattformen zu erreichen. Gleichzeitig lässt er sich auch als Kanone einsetzen: Hat man genug Eier eingesammelt, können die per Knopfdruck auf die Gegner geschleudert werden.

Banjo-Kazooie (GBA)
Banjo-Kazooie (GBA)
In den Levels trifft man immer wieder auf sehr hübsch animierte, skurrile Charaktere, die dem Spieler über die normale Jump&Run-Action hinaus weitere Aufträge erteilen; oftmals handelt es sich auch hierbei um Sammelaufgaben, manchmal gibt es aber auch kleinere Mini-Spiele, in denen man zum Beispiel einen Abhang hinunterrast und schnell Hindernissen ausweichen muss oder aber ein Segelschiff bombardiert.

Banjo-Kazooie (GBA)
Banjo-Kazooie (GBA)
Rare hat nicht nur zahlreiche der aus den N64-Spielen bekannten Charaktere auf den GBA portiert und auch die witzige Lautsprache der Charaktere beibehalten, selbst die Optik erinnert stark an die N64-Vorgänger - auch wenn man es hier mit 2D-Sprites und nicht mit 3D-Polygonen zu tun hat, wirken die Szenerien, als ob es sich komplett um 3D-Landschaften handeln würde. Die Steuerung ist eingängig und simpel, zudem darf jederzeit gespeichert werden. Jump&Run-Profis könnten sich allerdings am recht niedrigen Schwierigkeitsgrad stören: Warteten die N64-Titel noch mit zahllosen kniffligen Passagen auf, präsentiert sich Grunty's Revenge eher mit moderaten Geschicklichkeitsaufgaben sowie einem starken Fokus auf dem Erkunden der bunten Welten und dem Einsammeln unzähliger Objekte.

Fazit:
Auch wenn Grunty's Revenge sicherlich nicht so unumschränkt begeistert wie frühere Banjo-Kazooie-Spiele, ist den Entwicklern von Rare hier doch ein äußerst spaßiges Jump&Run gelungen - das Erkunden der Welten sorgt in Kombination mit den Verwandlungsmöglichkeiten, den zahlreichen Moves und den Mini-Spielen für einige Stunden sehr abwechslungsreichen Spielspaß. Einsteiger werden sich zudem über den für Rare eher untypischen, recht niedrigen Schwierigkeitsgrad freuen.  (tw)


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