Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0310/28095.html    Veröffentlicht: 23.10.2003 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/28095

Spieletest: Tony Hawks Pro Skater 4 - Endlich für PC und Mac

Aspyr und Application Systems Heidelberg kümmern sich um Umsetzung

Trotz zahlreicher Forderungen seitens der PC-Spielerschaft wollte Activision das aktuelle Skate-Spiel Tony Hawk 4 nicht für PC umsetzen - die im Vergleich zu den Konsolen niedrigen Verkaufszahlen der Vorgänger machten das Ganze für den Publisher uninteressant. Aspyr hatte allerdings ein Erbarmen, erwarb die Lizenz und bringt nun gut ein Jahr nach den Konsolenspielern auch PC-Besitzer in den Genuss der grandiosen Trendsport-Umsetzung.

Inhaltlich ist die PC-Umsetzung mit dem Konsolen-Vorbild identisch, wer den Titel also bereits auf Xbox, PlayStation 2 oder GameCube gespielt hat, wird die Level allesamt sofort wiedererkennen. Natürlich ist das grundsätzliche Gameplay ähnlich wie bei den Vorgängern: Man wählt aus einer Reihe bekannter Skater seinen eigenen Favoriten aus. Neben den 14 im Spiel integrierten Profi-Skatern wie Chad Muska, Steve Caballero oder natürlich Tony Hawk kann man mit dem Editor auch seinen eigenen Charakter erzeugen. Danach geht es auf den Parcours, wo man natürlich versucht, so viele Punkte wie möglich zu erzielen.

Screenshot #1
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Hierzu kann man unter anderem möglichst umfangreiche Tricks inklusive zahlreicher Ollies, Flips und Grinds vollführen, oder aber man erledigt die typischen Sammelaufgaben, etwa indem man nacheinander die Buchstaben S-K-A-T-E aufklaubt. Tony Hawk 4 bietet allerdings weitaus mehr: Von Passanten oder anderen Skatern erhält man diverse Aufträge, die oft recht ungewöhnlich sind - schließlich grindet man mal durch die belebte Innenstadt von San Francisco, sammelt Tiere im Zoo ein oder ist gar in Alcatraz unterwegs.

Screenshot #2
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Prinzipiell alle Objekte in den einzelnen Gegenden lassen sich für Tricks benutzen, insofern ist es recht erfreulich, dass man diesmal ohne das von früheren Tony-Hawk-Spielen bekannte Zeitlimit auskommt und es auch möglich ist, erst mal längere Zeit an den Schauplätzen umherzufahren und die Gegend zu erkunden.

Screenshot #3
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Erfolgreiches Erfüllen der Aufgaben bringt entweder Geld oder Statuspunkte. Während man mit Letzteren die Fähigkeiten seines Alter Egos stetig verbessert und so zu immer komplexeren Tricks in der Lage ist, lassen sich die Banknoten gegen neue Boards, Kleidung oder auch Cheats eintauschen. Zudem schaltet man so auch beständig neue Level frei. Neue Tricks gibt es natürlich auch - so sorgen etwa Spine Transfers für längere Combos und zahlreiche aufeinander folgende Tricks ohne Unterbrechung. Wer will, kann sich jetzt auch an ein vorbeifahrendes Auto ranhängen und dies in seine Aktionen miteinbeziehen.

Screenshot #4
Screenshot #4
Optisch bietet Tony Hawk 4 allerdings nur Mittelmaß - die Engine ist nicht mehr die allerfrischeste und lässt von Zeit zu Zeit Details vermissen; zudem wirken einige Animationen alles andere als geschmeidig. Der bekannt rockige Soundtrack hingegen begeistert wie eh und je.

Screenshot #5
Screenshot #5
Wichtig: Wer Tony Hawk 4 auch am PC in allen seinen Feinheiten erleben möchte, sollte unbedingt ein gutes Gamepad benutzen; die Steuerung per Tastatur ist zwar möglich, auf Grund der zahlreichen benötigten Tasten aber eine ziemlich verrenkende Angelegenheit. Zudem sollte man vor einem immens hohen Schwierigkeitsgrad nicht zurückschrecken: Wer Tony Hawk noch nie gespielt hat, wird schon im ersten Level viel Zeit brauchen, bis die meisten Aufgaben erledigt sind, das Spiel richtet sich ziemlich eindeutig an erfahrene Videospiel-Skater.

Das Spiel erscheint übrigens am 29. Oktober 2003 im Dual-Format - die Verkaufsversion lässt sich sowohl auf Windows-PCs als auch auf dem Mac installieren.

Fazit:
Was auf den Konsolen gilt stimmt auch am PC: Tony Hawk ist und bleibt das faszinierendste und beste Trendsport-Spiel, auch wenn die Optik nicht ganz mit dem Gameplay mithalten kann. Zahlreiche inhaltliche Neuerungen machen den Titel auch für Besitzer des Vorgängers zur Pflichtanschaffung, allerdings sollte man sich auf einen deutlich gesteigerten Schwierigkeitsgrad gefasst machen - Anfänger werden zweifelsohne oftmals gefrustet das Pad zur Seite legen.  (tw)


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