Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0310/27966.html    Veröffentlicht: 16.10.2003 09:08    Kurz-URL: https://glm.io/27966

Liberty Alliance führt Zertifizierungsprogramm ein

Lizenzen für Liberty-kompatible Produkte und Dienste

Das Liberty Alliance Project hat ein neues Programm zur Zertifikation von Produkten und Services angekündigt, die die Liberty-Alliance-Standards für Federated Network Identity erfolgreich implementiert haben. Das neue Zertifizierungsprogramm soll Anbietern, Integratoren und Anwendern helfen, die Interoperabilität zwischen Liberty-fähigen Lösungen zu garantieren.

Die ursprünglich von Sun initiierte Liberty Alliance forciert eine offene, verteilte Netzwerkidentifikation. Im Gegensatz zu Microsofts gescheitertem Passport-Ansatz setzt die Liberty Alliance auf ein offenes, verteiltes System. Der Nutzer entscheidet, welcher Anbieter seine Daten verwalten soll und ist nicht auf eine zentrale Instanz festgelegt. So werden die Identifikations- und Autorisierungsdaten in einer heterogenen Systemlandschaft erfasst, die dann für mehrere Dienste und Anbieter innerhalb so genannter "Circles of Trust", also innerhalb eines Verbundes von Unternehmen, die sich vertrauen, genutzt werden können.

Laut Michael Barrett, President des Liberty Alliance Management Board und Vice President für Internetstrategien bei American Express, legen Unternehmen, Behörden und andere Organisationen Wert auf offene, ausgereifte Industriestandards, die zur Reduzierung von Integrationskosten beitragen und die langfristige Rentabilität von Investitionen garantieren. "Standards lassen sich oft frei interpretieren, was dem Vertrauen in die vollständige Interoperabilität schaden kann. Auf Grund der Weiterentwicklung und des zunehmenden Einsatzes von Spezifikationen des Liberty Alliance Projects müssen wir uns auf die Reduzierung der Komplexität bei der Implementierung von Federated Network Identity konzentrieren", so Barrett.

Das Liberty-Alliance-Programm für Interoperabilitätszertifizierung bietet die Verwendung des Liberty-Alliance-Interoperabilitätslogos für Produkte und Services an, die mit einer veröffentlichten Version der Liberty-Spezifikationen kompatibel sind. Anbieter, die mit dieser Kompatibilität werben, müssen an einer von Liberty geförderten Interoperabilitäts-Veranstaltung teilnehmen, bei der mittels veröffentlichter Richtlinien die Kompatibilität mit anderen Liberty-fähigen Produkten und mit dem Standard nachgewiesen wird. Teilnahmeberechtigt an diesem Programm sind sowohl Mitglieder als auch Nichtmitglieder.

Die Spezifikationen und Implementierungsrichtlinien von Liberty Alliance umfassen spezielle Funktionen, mit denen Organisationen identitätsbasierte Web Services erstellen können, die effizienter, sicherer und zuverlässiger sind. Die Implementierung einer Umgebung, in der das Vertrauen von Mitarbeitern, Partnern und Kunden gefördert wird, unterstützt auch die Realisierung von Single Sign-on und Web Services.

"Wir konnten in zahlreichen branchenspezifischen Märkten eine wachsende Nachfrage nach Konformität mit Liberty Alliance feststellen", meinte Roger Sullivan, President und CEO von Phaos Technologies und Vorsitzender der Liberty-Arbeitsgruppe zum Thema Certification. "Wir glauben, dass die nachweisliche Unterstützung des Liberty-Standards für potenzielle Käufer und Benutzer von Bedeutung sein wird."

"Globale Unternehmen müssen auf Grund der wachsenden Zahl der Benutzer von Webanwendungen in zunehmendem Maße mehr Sicherheit bei der Verwaltung vielfältiger Produkte und Systeme bieten", sagte Ray Wagner, Research Director von Gartner Inc. "Mit Initiativen zur Erstellung und Einhaltung von Standards, die die anbieterübergreifende Interoperabilität fördern, können Anwender ihre Gesamtkosten senken und das Potenzial von Web Services besser ausschöpfen. Auf Standards basierende Produkte fördern das Vertrauen von potenziellen Käufern und Partnern und sind deshalb auch für Anbieter von Vorteil."

Die Liberty Alliance veranstaltet vom 11. bis 14. November 2003 in Madrid das erste Event für die Interoperabilitätszertifizierung. Interessenten können sich für diese und weitere Zertifizierungs-Veranstaltungen unter www.projectliberty.org anmelden.  (ad)


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