Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0310/27944.html    Veröffentlicht: 15.10.2003 10:14    Kurz-URL: https://glm.io/27944

ClearSpeed: Neuer Chip soll PCs zu Supercomputern machen

ClearSpeed soll 25 Gigaflops bei 2,5 Watt Stromverbrauch erreichen

Der Chiphersteller ClearSpeed Technology kündigte jetzt mit dem ClearSpeed einen Multi-Threaded-Array-Prozessor an, der bei geringem Stromverbrauch eine hohe Leistung - insbesondere bei Fließkommaberechnungen - bieten soll. Der ClearSpeed verspricht eine maximale Leistung von 25 Gigaflops bei einem Stromverbrauch von einem Watt pro 10 Gigaflops, wobei der Chip ohne aktive Kühlung auskommen soll.

Der CS301 basiert dabei auf einer Multi-Threaded-Array-Processing-Architektur (MTAP) und enthält 64 Recheneinheiten, 384 KByte SRAM-Cache auf dem Chip und I/O-Ports zur Verbindung über ClearSpeeds ClearConnect-Bus, einem Packet-Switched-Network, das für hohe Bandbreiten sorgen soll. Jede Recheneinheit verfügt dabei über eigene Floating Point Units (FPUs), lokale Speicher- und I/O-Fähigkeiten.

Mit dem Chip sollen sich komplexe mathematische Applikationen deutlich schneller ausführen lassen, die beispielsweise in den Bereichen Biologie und Medizinforschung, Digital-Content-Creation, Nanotechnologie, Forschung und Finanzen vorkommen.

Der CS301 kann dabei sowohl als Co-Prozessor zusammen mit einer Intel- oder AMD-CPU als auch als eigenständiger Prozessor für Embedded-DSP-Applikationen genutzt werden. Wird der Chip als Co-Prozessor eingesetzt, sollen dynamische Bibliotheken dafür sorgen, dass Applikationen ihre inneren Schleifen auf den CS301 auslagern. Zudem lässt sich der Chip laut ClearSpeed vollständig in C programmieren.

Ein normaler PC, der mit sechs PCI-Karten mit jeweils vier CS301-Chips ausgestattet ist, könnte so rund 600 Gigaflops erreichen, was ihn bei einem Preis von rund 25.000 US-Dollar in die Liste der derzeit 500 schnellsten Supercomputer katapultieren würde. Noch liegt der Chip aber nicht als Prototyp vor, auch wenn ClearSpeed davon ausgeht, ihn noch in diesem Jahr auf den Markt bringen zu können.  (ji)


© 1997–2021 Golem.de, https://www.golem.de/