Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0310/27927.html    Veröffentlicht: 14.10.2003 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/27927

Spieletest: Amplitude - Motivierendes Musikspiel für PS2

Nachfolger von Frequency seit kurzem im Handel erhältlich

Musik- und Rhythmusspiele sind - zumindest in Deutschland - immer noch eine Nischenerscheinung und finden zumeist nur eine begrenzte Anzahl von Käufern. Mit Amplitude könnte sich das endlich ändern - der PlayStation-2-Titel hat das Zeug dazu, auch Spieler mit bisher untrainiertem Rhythmusgefühl von seinen Qualitäten zu überzeugen.

Wie schon beim Vorgänger Frequency ist das Spielprinzip denkbar simpel: Man steigt in eine Art futuristischen Raumgleiter und "fährt" dann über die diversen Spuren eines Songs. Die Aufgabe dabei ist es, die einzelnen Spuren für Gesang, Gitarre, Bass, Drums etc. nacheinander freizuschalten und so zum Klingen zu bringen. Um die Musik zu aktivieren, muss man im richtigen Moment die richtige Taste drücken - links, in der Mitte und rechts sind in unregelmäßigen, aber auf die Musik abgestimmten Abständen kleine Markierungen gesetzt, die man genau im Moment des Darüberfahrens durch Knopfdruck auslöst.

Screenshot #1
Screenshot #1
Um eine Spur vollständig zum Klingen zu bringen, muss eine bestimmte Passage hintereinander fehlerfrei durch Drücken der L1-, R1- und R2-Tasten aktiviert werden. Hat man dies erledigt, wechselt man mit dem Steuerkreuz auf die nächste Spur und erledigt dort dasselbe - bis der ganze Song mit allen Feinheiten wiedergegeben wird. Schafft man es, zwischen den Spuren zu wechseln, ohne dabei aus dem Takt zu kommen, erhält man Multiplikatoren, mit denen sich die eigene Punktzahl erhöht. Zusätzlich erleichtern gelegentliche Power-Ups, mit denen sich etwa eine ganze Spur automatisch aktivieren lässt, das Spiel. Kommt man hingegen aus dem Takt und drückt zum falschen Zeitpunkt, sinkt die eigene Energieleiste immer weiter - schafft man es dann nicht rechtzeitig zum nächsten Checkpoint zum Energie-Tanken, ist die Runde verloren.

Screenshot #2
Screenshot #2
Besonders schön: Im Vergleich zu vielen anderen Musikspielen haben die Entwickler von Frequency die unterschiedlichen Musikgeschmäcker der Spieler berücksichtigt und nicht nur elektronische Musik, sondern auch viel Rock integriert. Unter den über 20 Songs finden sich so unter anderem auch Titel von Garbage, POD oder David Bowie.

Screenshot #3
Screenshot #3
Per Mehrspieler-Modus können mehrere Personen vor einer Konsole gegeneinander antreten, zudem ist via Netzwerk-Adapter aber auch das Online-Spiel möglich. Ein ebenfalls integrierter Remix-Modus sorgt ebenfalls für Dauer-Motivation: Die Songs lassen sich durch neue Markierungen verändern, nach ein wenig Einarbeitungszeit gelingen einem so recht interessante Variationen der bekannten Hits.

Screenshot #4
Screenshot #4
Optisch ist Amplitude - wie die meisten anderen Musikspiele auch - sicherlich nicht gerade überwältigend. Die fast schon esoterisch anmutenden Grafiken sorgen in Verbindung mit dem beständigen Beat der Musik aber dafür, dass man schon nach kurzer Zeit dem Sog des Spiels erliegt und beinahe in einen tranceartigen Zustand verfällt.

Fazit:
Amplitude belegt einmal mehr, dass oftmals die einfachsten Spielkonzepte die faszinierendsten sind: Prinzipiell muss man nicht viel mehr machen als im richtigen Moment eine von drei Tasten zu drücken, das fordernde Punktsystem und die gute Musik sorgen aber dafür, dass man sich immer wieder an den einzelnen Songs versucht, um neue High Scores aufzustellen. Derzeit gibt es zweifellos kaum ein besseres und motivierenderes Musik- und Rhythmusspiel als Amplitude.  (tw)


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