Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0310/27891.html    Veröffentlicht: 13.10.2003 10:36    Kurz-URL: https://glm.io/27891

Affe steuert Roboterarm mit seinen Gedanken

"Affen nutzen Roboterarm wie ihren eigenen"

Forschern der Medizinischen Fakultät der Duke-Universität ist es gelungen, Rhesusaffen so zu trainieren, dass diese einen Roboterarm allein mit ihren Gedanken und einem visuellen Feedback in Echtzeit bedienen können. Den Forschern zufolge bedienten die Affen den Roboterarm als wäre es ihr eigener.

Die Wissenschaftler sehen dies als einen weiteren Schritt in Richtung einer Technologie, die es eines Tages gelähmten Menschen ermöglichen könnte, "Neuroprothesen" oder auch sich frei bewegende Neuroroboter mit Gehirnsignalen zu bedienen. Aber auch Schlaganfallpatienten könnte eine solche Technologie zugute kommen, da Mediziner so in der Lage wären, bessere Rehabilitationsmethoden oder Medikamente zu entwickeln.

In ihren Experimenten implantierten die Forscher zwei Rhesusaffen 96 bzw. 320 Mikroelektroden in das Gehirn, deren Signale sie aufzeichnen und analysieren konnten. So konnten die Muster identifiziert werden, die für die Bewegung eines Armes notwendig sind. Dabei wurden zunächst die Signale beobachtet, die sich ergeben, wenn ein Affe einen Cursor mit einem Joystick steuert.

Nach dem anfänglichen Training ließen die Forscher nicht mehr nur den Cursor steuern, sondern nutzten das Input für einen Roboterarm. Nach kurzer Zeit lernten die Affen, mit den neuen Möglichkeiten umzugehen. Anschließend entfernten die Forscher den Joystick, wonach die Affen zunächst weiterhin ihren Arm bewegten, um den Cursor mit dem nun nicht mehr vorhandenen Joystick zu steuern. Nach einigen Tagen lernten die Affen dann aber, dass sie ihren eigenen Arm nicht bewegen mussten, um den Roboterarm zu steuern. Sie steuerten den Roboterarm allein mit dem Gehirn, ohne eigene Muskeln zu bewegen.  (ji)


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