Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0310/27862.html    Veröffentlicht: 10.10.2003 10:11    Kurz-URL: https://glm.io/27862

EU lehnt Fristverlängerung für Microsoft ab

WSJ: Microsoft soll bis zum 17. Oktober Stellung nehmen

Die Europäische Kommission hat laut Wall Street Journal die von Microsoft beantragte Fristverlängerung zurückgewiesen. Das Unternehmen hatte sich im Kartellrechtsstreit mit der Europäischen Kommission zwei weitere Monate erbeten, um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen der Kommission zu formulieren.

Die Europäische Kommission hat das Ansinnen Microsofts dem Blatt zufolge aber abgelehnt und gibt dem Redmonder Software-Konzern nur noch zwei Wochen Zeit, um eine Stellungnahme abzugeben. Demnach muss Microsoft seine Antwort nun bis zum 17. Oktober bei der Europäischen Kommission einreichen.

Anfang August hatte EU-Kommissar Mario Monti Microsoft eine letzte Gelegenheit für eine Stellungnahme eingeräumt, bevor die Kommission ihre Untersuchung abschließt. Nach Ansicht der Kommission nutzt Microsoft seine beherrschende Stellung bei PCs, um diese durch die Verknüpfung von Windows Media Player und Windows auf einfache Server zu übertragen. Damit schwäche Microsoft den Wettbewerb, hemme Produktinnovationen und schränke letztendlich die Verbraucherwahl ein.

In diesem Zusammenhang hat die Kommission Microsoft aufgefordert, zu möglichen Lösungen Stellung zu nehmen. Um Microsofts Wettbewerbsverstöße zu beenden, schlägt die Kommission ein Bündel von Maßnahmen vor. Zum einen soll Microsoft gezwungen werden, die erforderlichen Schnittstellen-Angaben preiszugeben, so dass die Verkäufer von konkurrierenden Servern unter gleichen Bedingungen den Wettbewerb mit Microsoft aufnehmen können.

In Bezug auf die Verknüpfung von Media Player und Windows bietet die Kommission zwei Alternativen an: Eine Möglichkeit bestehe darin, die Verknüpfung von Windows Media Player und dem Betriebssystem Windows aufzuheben. Microsoft würde verpflichtet, eine Windows-Version ohne Windows Media Player anzubieten. Als Alternative besteht die Möglichkeit, dass Microsoft die Media Player der Wettbewerber mit seinem Betriebssystem ausliefert.  (ji)


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